06.05.2012
Ausgegraben - Neues aus der Archäologie
Italiener finanzierten Entdeckung Nordamerikas
Von Angelika Franz+++ Italiener finanzierten die Entdeckung Nordamerikas
Ohne italienisches Geld wäre Amerika wohl erst sehr viel später entdeckt worden. Dies bestätigt ein neuer Fund des Historikers Francesco Guidi-Bruscoli. Dass die Portugiesen und Spanier für ihre Expeditionen gen Westen auf italienische Finanzhilfe angewiesen waren, ist bekannt. Doch die Entdeckung Nordamerikas durch den Entdecker John Cabot galt bislang als britisches Unterfangen. Cabot segelte im Auftrag von König Heinrich VII. von Bristol aus über den Atlantik und stieß weit nördlich der karibischen Entdeckungen Christopher Columbus' auf Land.
Nun fand Guidi-Bruscoli einen Eintrag in den Unterlagen der italienischen Bardi Bank, die im 15. Jahrhundert einen Sitz in London hatte. Darin stand, dass Cabot 50 Nobles erhielt, um "auszuziehen und das neue Land zu entdecken". Zwei Mal segelte er los: 1496 und 1497. Beim zweiten Versuch fand der Abenteurer schließlich Nordamerika. Der Eintrag in den Bankunterlagen wirft allerdings auch eine weitere Frage auf. Cabot sollte nicht ein neues Land finden, sondern das neue Land. Waren vor ihm bereits andere Briten in Nordamerika gewesen?
Guidi-Bruscoli ist da vorsichtig: "Auch wenn der Eintrag impliziert, dass die Bardi Bank an eine frühere Entdeckung glaubte, können wir nicht davon ausgehen, dass diese auch tatsächlich stattgefunden hatte. Vielleicht bezog sich der Vermerk auf die mythische "Insel Brasilien", die Seeleute aus Bristol angeblich gefunden haben wollten. Ob diese Behauptung allerdings wahr ist, können wir nicht wissen."