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Wissenschaft

Klimawandel

Zwei Dürren rissen Maya in den Untergang

Jahrhunderte lang erblühte die Kultur der Maya in Mittelamerika - doch vor knapp tausend Jahren ging sie zugrunde. In Tropfsteinhöhlen haben Forscher eine Art Regenkalender entdeckt. Die Ablagerungen zeigen zwei fatale Dürrephasen.

DPA

Maya-Ruinen in Yucatan, Mexiko: Blühendes Reich vor mehr als tausend Jahren

Freitag, 09.11.2012   09:19 Uhr

Hamburg - Eigentlich schienen die Maya gut gewappnet: Mit Kanälen und Dämmen fingen sie Regenwasser auf, über Speicher und Filtersysteme versorgten sie sich in Trockenzeiten. Doch auch die ausgeklügelte Technik konnten ihnen nicht helfen. Immer wiederkehrende Dürreperioden bedeuteten das Aus für die Kultur, berichten Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science".

Die Wissenschaftler zeichnen das Bild eines langsamen Untergangs. Immer neue Dürreperioden hätten die Maya zunächst geschwächt, berichten die Wissenschaftler um Douglas Kennett von der Pennsylvania State University. Schließlich verschwand das Volk ganz.

Für ihre Studie hatten die Forscher die Kalkablagerungen von Tropfsteinsäulen in der Yok-Balum-Höhle untersucht, einer Höhle in einem Gebiet Belizes, in dem vor mehr als einem Jahrtausend die Maya-Kultur blühte. Anhand des Gehalts verschiedener Sauerstoff-Isotope in dem Gestein rekonstruierten sie den Niederschlag in den Jahren 300 bis 1100 nach Christus.

Die Zeitkarte des Regens verglichen die Forscher anschließend mit dem Zustand der Kultur, der in vielen Schriften dokumentiert ist. So schlossen die Forscher etwa aus Schriftzeichen auf Konflikte im Laufe der Zeit. Besonders hilfreich war auch, dass die Maya detaillierte Kalenderdaten über die Abfolge ihrer Herrscher hinterließen.

Selbstverursachter Klimawandel

Die Ergebnisse zeigen, dass die Maya-Kultur zwischen 400 und 660 nach Christus wuchs und gedieh. Die Städte expandierten, der allgemeine Wohlstand stieg an. Genau zu dieser Zeit konnten sich die Maya auch über viele Regenfälle freuen. Danach allerdings folgte eine Zeit wiederkehrender Dürrejahre, die Agrarproduktion ließ nach. Die Zentralmacht brach zunehmend zusammen und spaltete sich in verschiedene Gemeinschaften auf. Ihr allgemeiner, politischer und gesellschaftlicher Niedergang stand bevor.

Das endgültige Aus für die einst hoch entwickelte Maya-Kultur fiel schließlich zusammen mit zwei besonders starken Dürreperioden um die Jahre 1020 und 1100. Die Trockenzeit traf die bereits stark angegriffene und in Kleinstaaten aufgespaltene Gesellschaft hart, schreiben die Forscher. Sie habe die Maya-Kultur endgültig ausgelöscht.

"Die Effekte von Klimaänderungen sind komplex und verlaufen auf verschiedenen Zeitskalen. Abrupte Klimawandel sind sicherlich nur ein Teil der Geschichte", sagt Hauptautor Kennett in einer Mitteilung seiner Hochschule. "Die vorhergehenden Bedingungen, die die Komplexität der Gesellschaft förderten, bauten sozusagen die Bühne auf für die späteren Probleme und den Niedergang der politischen Institutionen."

Die neuen Analysen aus den Kalkablagerungen bieten den Forschern zufolge die bisher genauesten Daten zum Niederschlag in der Maya-Periode. Eine Reihe von Dürreperioden wird allerdings schon länger als Ursache für den Untergang der Maya-Hochkultur vermutet. Demnach waren die Maya an dem verheerenden Klimawandel auch selbst Schuld. Die mittelalterliche Hochkultur sei einfach zu schnell gewachsen, Rodung ihrer Wälder habe wesentlich zu ihrem Untergang beigetrafen, berichteten Forscher auf der Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union (AGU) 2011. Ohne es zu wissen, steuerten die Maya auf die Katastrophe zu.

irb/dpa

insgesamt 31 Beiträge
Konrad_L 09.11.2012
1.
Das wird die soundsoviel Millionen indigenen Einwohner von Mexico, Guatemala und Belize bestimmt interessieren zu lesen, dass sie schon vor 1000 Jahren verschwunden sind.
Das wird die soundsoviel Millionen indigenen Einwohner von Mexico, Guatemala und Belize bestimmt interessieren zu lesen, dass sie schon vor 1000 Jahren verschwunden sind.
Hagenruck 09.11.2012
2.
Genau, Geschichtsforschung und Archäologie sind Unsinn, denn die bringen Konrad_L keine Brötchen auf den Tisch.
Zitat von Konrad_LDas wird die soundsoviel Millionen indigenen Einwohner von Mexico, Guatemala und Belize bestimmt interessieren zu lesen, dass sie schon vor 1000 Jahren verschwunden sind.
Genau, Geschichtsforschung und Archäologie sind Unsinn, denn die bringen Konrad_L keine Brötchen auf den Tisch.
review 09.11.2012
3.
Kann ich Ihnen nicht sagen ob es die von Ihnen beschriebene Personengruppe interessiert. Mich interessiert es und Sie anscheinend auch, sonst hätten Sie keinen Kommentar verfasst.
Zitat von Konrad_LDas wird die soundsoviel Millionen indigenen Einwohner von Mexico, Guatemala und Belize bestimmt interessieren zu lesen, dass sie schon vor 1000 Jahren verschwunden sind.
Kann ich Ihnen nicht sagen ob es die von Ihnen beschriebene Personengruppe interessiert. Mich interessiert es und Sie anscheinend auch, sonst hätten Sie keinen Kommentar verfasst.
c54 09.11.2012
4. Bevölkerungsproblem?
Sie wurden vielleicht einfach zu viele, um länger mit den sich zeitweise verschlechternden Ressourcen auszukommen. Das Problem des Bevölkerungswachstums wird auch heute total vernachlässigt in der ganzen Klima- und [...]
Sie wurden vielleicht einfach zu viele, um länger mit den sich zeitweise verschlechternden Ressourcen auszukommen. Das Problem des Bevölkerungswachstums wird auch heute total vernachlässigt in der ganzen Klima- und Ernährungsdiskussion.
Be.no 09.11.2012
5. Gleichnis
> ...Demnach waren die Maya an dem verheerenden Klimawandel auch selbst Schuld. Die mittelalterliche Hochkultur sei einfach zu schnell gewachsen, Rodung ihrer Wälder habe wesentlich zu ihrem Untergang beigetrafen, berichteten [...]
> ...Demnach waren die Maya an dem verheerenden Klimawandel auch selbst Schuld. Die mittelalterliche Hochkultur sei einfach zu schnell gewachsen, Rodung ihrer Wälder habe wesentlich zu ihrem Untergang beigetrafen, berichteten Forscher...< Demnach ist dieses Szenario projeziert auf die reale Gegenwart und die Zukunft die gleiche Aussicht des Untergangs fuer einen Grossteil der Menschheit wie damals fuer die Maya.

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