26.12.2012
Neues aus der Geoforschung
Klimawandel bremst Hurrikane, Vulkane erwachen, Meteorit in Polen
Von Axel Bojanowski
Hurrikan "Sandy" vor der Ostküste der USA: Seltener 3000-Kilometer-Wirbel
Die Forscher Masato Sugi von der Japan Agency for Marine Earth Science und Jun Yoshimura vom Meteorological Research Institute in Japan haben anhand von Computersimulationen die Entwicklung tropischer Wirbelstürme seit 1872 nachvollzogen: Die sogenannten Zyklonen sind demnach mit fortschreitender Erwärmung in allen Erdteilen stetig weniger geworden, berichten die Forscher im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Auf der Nordhalbkugel sei der Rückgang stärker als im Süden.
Daten über die Stürme sind lückenhaft, weshalb die Entwicklung der Naturgefahr ungenügend bekannt ist. Die neuen Simulationen aber überraschen: Hurrikane ziehen ihre Energie aus der Wärme subtropischer Meere. Weil die Ozeane im Zuge des Klimawandels wärmer werden, nahmen Wissenschaftler an, dass die Wirbel häufiger auftreten und stärker werden.
Doch zumindest was die Häufigkeit angehe, wirke offenbar ein anderer Effekt, schreiben die japanischen Forscher: Die Klimaerwärmung stabilisiere Luftmassen, Temperaturunterschiede würden kleiner. Folglich steigt weniger feuchte Luft auf - die Wirbel bekommen weniger Energie, sie werden gebremst. Für die Zukunft sagen die Forscher voraus, dass der Trend zu weniger tropischen Zyklonen anhalten werde.
Auch der vorab bekannt gewordene Klimabericht der Vereinten Nationen hat pessimistische Angaben aus dem vorigen Uno-Report von 2007 über die Zahl der Riesenwirbel korrigiert. Die Angaben hätten angesichts neuer Studien überarbeitet werden müssen, heißt es in dem neuen Uno-Report. Die Annahme, tropische Wirbelstürme würden zunehmen, habe sich als "nicht robust" erwiesen. Allerdings gelte die gute Nachricht nicht für die allerstärksten Hurrikane: Es gebe Hinweise darauf, dass sie im Atlantik in den letzten Jahren heftiger ausgefallen seien als frühere Stürme dieser Kategorie.