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26.11.2012
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Antarktis

Saures Meerwasser lässt Schnecken zerbröseln

Von
Nina Bednar¿ek/ Bertrand Lézé

Sie ist nur wenige Millimeter groß - doch immens wichtig für die Nahrungsketten in den Polarmeeren: Eine winzige Flügelschnecke leidet offenbar unter der Ozeanversauerung. Unter bestimmten Umständen zersetzt sich ihr Schutzpanzer aus Kalk einfach.

Ein Eisbär und eine wenige Millimeter lange Schnecke - wissenschaftlicher Name: Limacina helicina, Leibspeise: winziges Plankton - haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Doch das täuscht. Auf ihre Art sind beide zu Wappentieren des Klimawandels in den Polarregionen geworden. Der Eisbär spielt diese Rolle für die breite Öffentlichkeit, das Schicksal der Schnecke bewegt dagegen die Fachleute.

Limacina helicina schützt ihren Körper durch ein Kalkgehäuse, und das reagiert sehr sensibel auf die Versauerung der Meere. Wenn sich immer mehr CO2 aus der Atmosphäre in den Ozeanen löst, entsteht dort mehr Kohlensäure. Der pH-Wert sinkt langsam - aber stetig. Besonders stark fällt dieser Effekt in den kalten Fluten der Polargebiete aus. Genau dort, wo die Schnecke und ihre Verwandten leben.

Der aus dem Mineral Aragonit bestehende Schutzpanzer der Tiere kann durch die Säure zerstört werden. Die Schnecken würden in diesem Fall zwar nicht sofort sterben, doch sie würden anfälliger für äußere Einflüsse und Infektionen. Im Südozean vor der Antarktis haben Forscher nun Hinweise darauf gefunden, dass das wichtige Gehäuse der Flügelschnecken stellenweise bereits zerbröselt.

Im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichtet ein Team um Nina Bednaršek von der US-Wetterbehörde NOAA von entsprechenden Beobachtungen in der sogenannten Schottischen See. Es geht um eine Forschungsfahrt, die bereits vor vier Jahren stattgefunden hat: Die Wissenschaftler hatten sich vom Forschungsschiff "RRS James Clark Ross" aus das Meeresgebiet zwischen den Falklandinseln und Südgeorgien angesehen. Besonders interessierten sie sich für ein Areal, wo traditionell besonders saures Tiefenwasser durch unterseeische Strömungen in die Nähe der Meeresoberfläche gedrückt wurde.

"Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt Co-Autor Geraint Tarling vom British Antarctic Survey (BAS) im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Das Tiefenwasser habe sich in etwa 200 Metern Tiefe mit dem Oberflächenwasser gemischt. Und dessen pH-Wert sei durch vom Menschen produziertes CO2 bereits herabgesetzt gewesen. In Kombination entstanden mörderische Bedingungen im Lebensraum von Limacina helicina.

"Kanarienvogel in der Kohlemine"

Unter dem Rasterelektronenmikroskop zeigten sich schwere Schäden an den Kalkgehäusen noch lebender Tiere. "Es war die Kombination aus dem hochquellenden Tiefenwasser und dem Wasser von der Oberfläche", erklärt Tarling. Mit Ionen-Analysen und Messungen zum Salzgehalt glauben die Wissenschaftlicher belegen zu können, dass nicht das saure Tiefenwasser allein für die beobachteten Effekte verantwortlich ist.

Justin Ries von der University of North Carolina schreibt in einem Begleitkommentar zur aktuellen Studie, die Ergebnisse seien womöglich "ein Vorbote, was den Flügelschnecken in großen Teilen des Südozeans bevorstehen könnte". Tarling hält die Beobachtungen ebenfalls für ein schlechtes Omen: Die Schnecken seien wie der "Kanarienvogel in der Kohlemine". Früher hatten Bergleute die Vögel mit zur Arbeit genommen - um so tödliche Gasaustritte rechtzeitig zu bemerken, wenn der Piepmatz von der Stange fiel.

Der BAS-Forscher verweist auf Szenarien, wonach der Antarktische Ozean zwischen 2050 und 2070 im Winter quasi flächendeckend so sauer sein wird, dass Tiere mit Schalen aus Aragonit angegriffen werden. Außerdem könnten zunehmende Stürme für eine stärkere Vermischung des Tiefenwassers mit weiter oben gelegenen Schichten sorgen. Und das könnte dramatische Auswirkungen haben: Obwohl zum Beispiel Limacina helicina nur winzig ist, spielt sie eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Die Flügelschnecken dienen verschiedenen Tieren als Nahrungsquelle: winzigem Zooplankton genau so wie Heringen, Lachsen, Seevögeln und sogar Walen.

Die Schalen dienen außerdem als Ballast, wenn die kleinen Tiere nach Ende ihres Lebens in die Tiefen des Ozeans absinken - und den in ihnen gebundenen Kohlenstoff mit sich nehmen. Wenn sie nicht wie bisher zum Ozeanboden verschwinden, könnte das den globalen Kohlenstoffkreislauf empfindlich stören, warnt Justin Ries. Dann würden die Meere womöglich sogar noch saurer. Gleichzeitig weist Ries auf eine offene Frage der aktuellen Studie hin: Bisher ist nur geklärt, wie die Schale abgebaut wird - und nicht, mit welcher Geschwindigkeit die Flügelschnecken neuen Kalk zur Verstärkung der Strukturen nachlegen können.

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insgesamt 66 Beiträge
1.
Irek 26.11.2012
So ein dummes Zeug habe ich schon lange nicht gelesen. Aber dass passt eigentlich zu dem heutigen Wissenschaft, die aus korrupten, moralisch degenerierten, Dirnen besteht. Über die Unfähigkeit der Wissenschaft [...]
Zitat von sysopNina Bednar¿ek/ Bertrand Lézé Sie ist nur wenige Millimeter groß - doch immens wichtig für die Nahrungsketten in den Polarmeeren: Eine winzige Flügelschnecke leidet offenbar unter der Ozeanversauerung. Unter bestimmten Umständen zersetzt sich ihr Schutzpanzer aus Kalk einfach. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-ozeanversauerung-schadet-fluegelschnecken-a-869230.html
So ein dummes Zeug habe ich schon lange nicht gelesen. Aber dass passt eigentlich zu dem heutigen Wissenschaft, die aus korrupten, moralisch degenerierten, Dirnen besteht. Über die Unfähigkeit der Wissenschaft Temperaturen zu messen | READERS EDITION (http://www.readers-edition.de/2011/07/17/ueber-die-unfaehigkeit-der-wissenschaft-temperaturen-zu-messen/)
2.
spon-facebook-10000283853 26.11.2012
Man merkt: es ist wieder "Klimakonferenz". Es ist der Versuch - nachdem das mit CO2 und Erwärmung das letzte Jahrzehnt nicht mehr zusammengeht - CO2 einen anderen schädlichen Charakter zu geben. Es macht sauer! [...]
Zitat von sysopNina Bednar¿ek/ Bertrand Lézé Sie ist nur wenige Millimeter groß - doch immens wichtig für die Nahrungsketten in den Polarmeeren: Eine winzige Flügelschnecke leidet offenbar unter der Ozeanversauerung. Unter bestimmten Umständen zersetzt sich ihr Schutzpanzer aus Kalk einfach. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-ozeanversauerung-schadet-fluegelschnecken-a-869230.html
Man merkt: es ist wieder "Klimakonferenz". Es ist der Versuch - nachdem das mit CO2 und Erwärmung das letzte Jahrzehnt nicht mehr zusammengeht - CO2 einen anderen schädlichen Charakter zu geben. Es macht sauer! Nur kann sich offenbar keiner mehr daran erinnern, was über das Great Barrier Riff in Australien gesagt wurde, nachdem Seesterne da gewütet hatten - die kalkhaltigen Organismen, die dort das Riff bilden haben sich ungefähr doppelt so schnell wieder aufgebaut, als man vorhergesehen hatte. Dass jetzt Schnecken "zerbröseln" auf Grund von Versauerung "zerbröseln" ist schlichtweg eine Lüge.
3. Aragonit selten bei Schnecken
inverts 26.11.2012
Man sollte beachte, dass die meisten Schneckenschalen aus Kalzit bestehen, welches weniger löslich ist. Thecosomata sind da eher eine Ausnahme. Wäre interessant zu wissen was mit antarktischen Foraminiferen passiert.
Man sollte beachte, dass die meisten Schneckenschalen aus Kalzit bestehen, welches weniger löslich ist. Thecosomata sind da eher eine Ausnahme. Wäre interessant zu wissen was mit antarktischen Foraminiferen passiert.
4.
schmunda 26.11.2012
Na dann mal los lieber Irek! Den etablierten Fakt, dass ein saurer pH-Wert die Kalkabscheidung bei Meeresorganismen negativ beeinflusst, muss man erstmal gut widerlegen können. Wissenschaftler haben diesen Befund bei [...]
Zitat von IrekSo ein dummes Zeug habe ich schon lange nicht gelesen. Aber dass passt eigentlich zu dem heutigen Wissenschaft, die aus korrupten, moralisch degenerierten, Dirnen besteht. Über die Unfähigkeit der Wissenschaft Temperaturen zu messen | READERS EDITION (http://www.readers-edition.de/2011/07/17/ueber-die-unfaehigkeit-der-wissenschaft-temperaturen-zu-messen/)
Na dann mal los lieber Irek! Den etablierten Fakt, dass ein saurer pH-Wert die Kalkabscheidung bei Meeresorganismen negativ beeinflusst, muss man erstmal gut widerlegen können. Wissenschaftler haben diesen Befund bei allerlei Meeresgetier eindrucksvoll belegt. Also bitte: Schaum vom Mund wischen und sachlich argumentieren!
5. Das ist mal wieder
felisconcolor 26.11.2012
ein wundervolles Beispiel warum Wissenschaft nicht in der breiten Öffentlichkeit ankommt. Sicher mag der ein oder andere Bürger mal was vom ph-Wert gehört haben. In welche Richtung Sauer oder Basis geht wird da schon [...]
Zitat von sysopNina Bednar¿ek/ Bertrand Lézé Sie ist nur wenige Millimeter groß - doch immens wichtig für die Nahrungsketten in den Polarmeeren: Eine winzige Flügelschnecke leidet offenbar unter der Ozeanversauerung. Unter bestimmten Umständen zersetzt sich ihr Schutzpanzer aus Kalk einfach. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-ozeanversauerung-schadet-fluegelschnecken-a-869230.html
ein wundervolles Beispiel warum Wissenschaft nicht in der breiten Öffentlichkeit ankommt. Sicher mag der ein oder andere Bürger mal was vom ph-Wert gehört haben. In welche Richtung Sauer oder Basis geht wird da schon schwieriger. Ein Post verweist zum Glück schon mal auf die Unterschiede in den Schneckenschalen. Und wir sehen, aha Aragonit ist eben eine ganz andere Substanz als die bei sonst üblichen Schneckengehäusen. Wie kann sich Otto-Normal-Bürger/in denn den veränderten ph-Wert vorstellen? So sauer das sich ein Ei in Cola auflöst? oder gar so sauer das einem die Hand abfällt. Wissenschaftliche Fakten werden in den Raum gestellt und man nimmt einfach an sie würden von jedermann verstanden. Und daher kommt die grosse Abneigung gegen Wissenschaften. Jemand der etwas nicht versteht, kommt schnell zu dem Schluss das er sie es verklappst wird. Wieviel CO2 ist nötig um Meerwasser sauer zu machen und so weiter erst wenn hier anschaulich gearbeitet wird und für den normalen Bürger verständlich, dann haben wir vielleicht eine kleine Chance mit diesen ganzen Themen unbefangener um zu gehen. Denn Wissenschaft ist beileibe keine Hexerei.

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