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07.12.2012
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Europäische Welse

Fische gehen auf Taubenfang

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Foto: Cucherousset et al.

Mit einem Sprung befördern sich die Fische aus dem seichten Wasser, schnappen zu und tauchen dann mit einer Taube im Maul wieder ab. Forscher staunen über eine ungewöhnliche Jagdmethode, die Welse im französischen Fluss Tarn entwickelt haben.

Europäische Welse zählen nicht gerade zu den kleinen Fischen. Knapp ein bis zwei Meter lang sind die meisten Exemplare, die im französischen Fluss Tarn herumschwimmen. Besonders alte Welse sind noch größer, sogar von fünf Meter großen Tieren wird berichtet. Bei dem stattlichen Umfang müssen die Raubfische einiges fressen: Auf ihrem Speisezettel stehen unter anderem Flusskrebse, Karpfen, Rotaugen, diverse andere Flussfische - und Tauben.

Zu fliegenden Fischen haben sich die Welse nicht entwickelt, um die Vögel zu erlegen. Aber sie nehmen in Kauf, sich selbst für einen kurzen Moment aus dem Wasser hinaus an Land zu befördern. Freiwillig zu stranden, um Beute zu erlegen - das wurde bisher nur bei Großen Tümmlern und Schwertwalen beobachtet. Letztere stürzen sich in spektakulär aussehenden Manövern auf Robben. Die Welse peilen nicht ganz so große Beute an: Sie stürzen sich auf Tauben, die am Tarn trinken oder sich putzen.

Europäische Welse (Silurus glanis) sind eigentlich nicht in Westeuropa heimisch, sondern in Osteuropa. Sie wurden erst vor wenigen Jahrzehnten in vielen Gewässern angesiedelt - aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gibt es keine Berichte von Tauben fangenden Fischen.

Fotostrecke

Ungewöhnliche Jagdmethode: Welse auf Taubenfang
Knapp 30 Prozent der Angriffe erfolgreich

Ein französisches Forscherteam hat das Verhalten der Welse, das vor Ort so manchen erstaunt hatte, dokumentiert. Im Fachmagazin "PLoS ONE" berichten Julien Cucherousset von der Université Paul Sabatier in Toulouse und Kollegen, dass sie in rund 72 Stunden 54 Angriffe beobachten konnten. 15-mal hatten die Welse Erfolg und tauchten mit einer Taube im Maul wieder ab. In 40 Prozent der Fälle wuchteten die Fische mehr als die Hälfte ihres Körpers aus dem Wasser. Lange blieben sie nicht an Land - nach maximal vier Sekunden befanden sich die Welse wieder in ihrem Element.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Fische auf Vibrationen im Wasser reagieren, welche die Tauben durch ihre Bewegungen auslösen. Denn die Welse griffen niemals stillstehende Vögel an, selbst wenn diese ganz in ihrer Nähe waren und sie sie eigentlich gut hätten sehen können.

Mittels einer sogenannten Isotopenanalyse wollten die Forscher klären, welchen Anteil an der Nahrung Tauben bei einzelnen Welsen ausmachten. Dafür nahmen sie kleine Gewebeproben der Raubfische, ihrer typischen Beutetiere im Wasser sowie von Tauben. Das Ergebnis: Der Anteil an Flusskrebsen scheint von Wels zu Wels nicht stark zu variieren, der Fisch- und Taubenanteil dagegen schon. Die Beobachtung zeigte auch, dass die Taubenfänger unter den Welsen im Schnitt kleiner waren als der Durchschnittswels im Tarn. Die größten bei der Taubenjagd beobachteten Welse waren schätzungsweise 1,5 Meter lang.

Möglicherweise ist das Stranden für größere Welse zu kräftezehrend oder gefährlich. Vielleicht weichen die kleineren Welse auf die Vogelbeute aus, weil sie da nicht mit größeren Artgenossen um die Beute konkurrieren müssen. Geklärt ist das noch nicht.

Forum

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insgesamt 8 Beiträge
1. So brav das Tier
Mo2 07.12.2012
Könnte so einen Wels auf meiner Terasse gut brauchen, vielleicht in einer Badewanne?
Zitat von sysopMit einem Sprung befördern sich die Fische aus dem seichten Wasser, schnappen zu und tauchen dann mit einer Taube im Maul wieder ab....
Könnte so einen Wels auf meiner Terasse gut brauchen, vielleicht in einer Badewanne?
2.
cashcows_return 07.12.2012
Machen Welse in Deutschland auch, selbst schon vor ca. 20 Jahren beim Angeln gesehen. Opfer war eine Ente, die sich am Ufer putzte. Weiterhin habe ich beobachtet, wie innerhalb von nicht mal 2 Minuten 2 Enten unter lautem [...]
Zitat von sysopMit einem Sprung befördern sich die Fische aus dem seichten Wasser, schnappen zu und tauchen dann mit einer Taube im Maul wieder ab. Forscher staunen über eine ungewöhnliche Jagdmethode, die Welse im französischen Fluss Tarn entwickelt haben. Europäischer Wels fängt Tauben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/europaeischer-wels-faengt-tauben-a-871528.html)
Machen Welse in Deutschland auch, selbst schon vor ca. 20 Jahren beim Angeln gesehen. Opfer war eine Ente, die sich am Ufer putzte. Weiterhin habe ich beobachtet, wie innerhalb von nicht mal 2 Minuten 2 Enten unter lautem Geschrei senkrecht nach unten verschwanden und nicht mehr hochkamen - und die tauchten nicht freiwillig! Auch dafür kommt an einem Rheinhafen eigentlich nur der Wels in Betracht.
3. So fein das Tier
michael_waldemar 07.12.2012
Könnte so einen Wels auf meinem Teller gut brauchen, vielleicht in einer Rieslingsauce?
Könnte so einen Wels auf meinem Teller gut brauchen, vielleicht in einer Rieslingsauce?
4. Tja, soviel zur Theorie ...
westerwäller 07.12.2012
... "die gehören nicht zu deren Beuteschema... Keine Gefahr..." Gerne angewandt auf Tiger, Bären, Haie etc. um nachzuweisen, dass sie ja für Menschen sooooo ungefährlich sind... ... und die Mutter in Indien sich [...]
... "die gehören nicht zu deren Beuteschema... Keine Gefahr..." Gerne angewandt auf Tiger, Bären, Haie etc. um nachzuweisen, dass sie ja für Menschen sooooo ungefährlich sind... ... und die Mutter in Indien sich nicht so anstellen soll, wenn wieder einmal eines ihrer Kinder vom Wasserholen nicht zurückkam ... Protein ist nunmal Protein ...
5. Aber nur
Mo2 07.12.2012
mit Taubenfüllung ;-)
Zitat von michael_waldemarKönnte so einen Wels auf meinem Teller gut brauchen, vielleicht in einer Rieslingsauce?
mit Taubenfüllung ;-)

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