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14.12.2012
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Fossilfund in England

Uraltes Krebsfossil enthält Weichteile

David Siveter/ Derek Briggs/ Derek Siveter/ Mark Sutton/ Sarah Joomun

Der Wissenschaft bislang unbekannt: 425 Millionen Jahre altes Fossil von Pauline avibella

Wissenschaftler haben zwei 425 Millionen Jahre alte Fossilien einer neuen Krebsart entdeckt. Die versteinerten Tiere sind ein echter Glücksfall, denn sogar ihre Weichteile sind gut erhalten. Mit dem Fund muss die Systematik der gesamten Gattung neu überdacht werden.

Hamburg - Etwa zehn Millimeter lang sind die zwei Fossilien einer neuen Krebsart, die ein internationales Forscherteam nun beschrieben hat. Gliedmaßen, Kiemen, Augen und sogar das Verdauungssystem sind zu erkennen. Das macht die Entdeckung der Art Pauline avibella, die zu den Muschelkrebsen zählt, besonders wertvoll. Denn nur selten bleiben bei Fossilien auch die Weichteile so gut erhalten wie bei dem aktuellen Fund.

Das Krebstier stammt aus 425 Millionen Jahre altem Gestein in der englischen Grafschaft Herefordshire. Es lebte im Erdzeitalter des Silur, als der Süden des heutigen Großbritanniens ein Seegebiet und Teil eines kleinen Kontinents in warmen, subtropischen Breiten war. Pauline und andere Meerestiere wurden von einem vulkanischen Ascheregen bedeckt, der sie für die Nachwelt konservierte. Die zwei entdeckten Exemplare der Muschelkrebse bilden eine Gattung und eine Art, die der Wissenschaft neu sind.

Der Artname avibella heißt übersetzt "schöner Vogel" und spielt auf einen markanten Teil der äußeren Schale an, der an den Flügel eines Vogels erinnert, schreiben Studienleiter David Siveter und seine Kollegen im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B".

Dass die Weichteile gut erhalten sind, ist für die Untersuchungen ein seltener Glücksfall, erschwert aber auch die Einordnung von Pauline avibella: Die Form des äußeren Panzers widerspricht den Forschern zufolge bekannten biologischen Merkmalen. Die relativ häufigen Funde von versteinerten Muschelkrebsen konnten bislang recht einfach anhand der Panzerform systematisch eingeordnet werden. Durch das aktuelle Fossil müsste diese schnelle optische Zuordnung überdacht werden, schreiben die Wissenschaftler.

twn

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