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24.12.2012
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Futterflüge

Bunte Wiesen locken Hummeln in die Ferne

DPA/ Shalene Jha

Vielfalt auf der Speisekarte: Dafür fliegen Hummeln weite Wege

Qualität statt Quantität scheint auch bei Hummeln zu gelten: Um viele verschiedene Pollen einzusammeln, nehmen die Arbeiterinnen längere Wege auf sich. Die Vielfalt scheint den sozialen Insekten deutlich mehr zu bedeuten als die reine Blütenmenge.

Washington - Die Aussicht auf eine vielfältige Speisekarte scheint auch Hummeln anzuspornen. Um Pollen verschiedenartiger Pflanzen zu sammeln, nehmen die sozialen Insekten längere Wege auf sich, haben US-Biologinnen beobachtet. Die Vielfalt bedeutet den Arbeiterinnen einer amerikanischen Hummelart (Bombus vosnesenskii) demnach mehr als die reine Mengen der Blütepflanzen, schreiben sie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Um zu analysieren, wie weit sich die Insekten bei Futterflügen vom Bau entfernen, mussten die Forscher kreativ werden: Die kleinen, unterirdischen Nester der sozialen Insekten lassen sich nur schwer aufspüren und für Untersuchungen nutzen. Stattdessen setzten Shalene Jha von der Universität von Texas in Austin und Claire Kremen von der Universität von Kalifornien in Berkeley bei ihren Analysen auf die genetische Verwandtschaft der Tiere.

Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Hummeln miteinander verwandt sind - und somit aus einem Stock stammen -, sinkt mit der Entfernung vom Bau. Demnach, schlussfolgerten die Wissenschaftlerinnen, lässt sich von der Zahl der verwandten Tiere an einem Ort auf die Entfernung ihrer Heimat schließen. Bei den Auswertungen zeigte sich, dass die Menge und Dichte der Blütenpflanzen für die Flugwege der Arbeiterinnen der amerikanischen Hummelart Bombus vosnesenskii nicht entscheidend sind. Eine große Vielfalt der Pflanzenarten an einer Stelle war für die Hummeln dagegen so verlockend, dass sie dafür deutlich weitere Wege flogen.

Außerdem ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Dichte der Nester und der Natürlichkeit der Landschaft. Besonders schädlich für die Hummeln war durch Wege und Straßen versiegelter Boden. "Wir sind möglicherweise in einer Bestäuberkrise", sagte Shalene Jha mit Blick auf ihre Forschungen in den USA. Für die Insekten seien natürlichen Landschaften wichtig. In der Landwirtschaft sollte auf mehr Abwechslung gesetzt werden.

"Hummeln zählen zu den effektivsten natürlichen Bestäubern", sagte Shalene Jha. "Sie sind groß und können eine Menge Pollen tragen." Laut den Forschern kann jeder Gartenbesitzer einen Beitrag zum Lebensraum der Hummeln leisten: Vorgärten mit vielen verschiedenen Blumen können helfen, den Hummeln Wege zu ebnen.

irb/dpa

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