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03.01.2013
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Katastrophenbilanz 2012

Naturdesaster treffen USA besonders hart

SPIEGEL ONLINE

905 Naturkatastrophen richteten im vergangenen Jahr Verwüstungen an - doch die Zahl der Todesopfer und Sachschäden blieben vergleichsweise gering. Die Bilanz der Versicherungen zeigt: Betroffen waren diesmal vor allem die USA.

München/Hamburg - Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Rückversicherers Munich Re weltweit gesamtwirtschaftliche Schäden in Höhe von 160 Milliarden Dollar (120 Milliarden Euro) verursacht. Der Anteil der USA lag dabei wegen des Hurrikans "Sandy" und der sommerlichen Dürre besonders hoch: 67 Prozent der Gesamtschäden entfielen auf die Vereinigten Staaten. Von den versicherten Schäden, die rund 65 Milliarden Dollar betrugen, kamen sogar 90 Prozent in den USA zusammen.

Insgesamt sei die Bilanz deutlich glimpflicher ausgefallen als 2011, als die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die schweren Überschwemmungen in Thailand Rekordschäden verursachten. Im Jahr 2011 belief sich die Gesamtsumme auf rund 400 Milliarden Dollar, die versicherten Schäden erreichten 119 Milliarden Dollar.

Die durch den Hurrikan "Sandy" verursachten Kosten lassen sich laut Munich Re immer noch nicht endgültig beziffern. Der volkswirtschaftliche Schaden belaufe sich auf etwa 50 Milliarden, die versicherten Schäden voraussichtlich auf rund 25 Milliarden Dollar. "Ohne diesen außergewöhnlichen Sturm wäre 2012 ein sehr schadenarmes Jahr gewesen", stellt der Rückversicherer fest. "Es wäre mit Sicherheit möglich, Ballungsräume wie New York besser vor den Folgen von Sturmfluten zu schützen", erklärte Munich-Re-Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek.

Wahre Orte des Schreckens

Der Hurrikan "Sandy" war Ende Oktober auf die US-Ostküste getroffen. Die Schäden erstreckten sich auf ein riesiges Gebiet, die Sturmflut traf einen mehrere hundert Kilometer langen Küstenstreifen. Die Dürre im Mittleren Westen der USA - der sogenannten Kornkammer, in der vor allem Mais und Soja angebaut werden - verursachte laut Munich Re den größten Schaden in der Geschichte der Agrarversicherung in den USA. Durch Ernteausfälle entstanden der US-Landwirtschaft im vergangenen Jahr Schäden von etwa 20 Milliarden Dollar. In einem durchschnittlichen Schadensjahr lägen sie bei etwa neun Milliarden.

Insgesamt war 2012 ein eher schadenarmes Jahr. Zwar war die Gesamtzahl der Ereignisse mit 905 sehr hoch und übertraf auch den Zehn-Jahres-Durchschnitt von 800 Ereignissen deutlich. Die Gesamtschäden reichten aber bei weitem nicht an die Rekordsumme von 400 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr heran, als das Erdbeben vor Japans Küste und Überschwemmungen in Thailand Verwüstungen anrichteten.

Auch die Zahl der Todesopfer war im Jahr 2012 relativ gering. Rund 9500 Menschen kamen bei Naturkatastrophen ums Leben, im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre waren es 106.000. Als Grund gibt die Munich Re die geringere Zahl an Katastrophen in Schwellen- und Entwicklungsländern an. Dort hätten solche Ereignisse in der Regel "viel schwerwiegendere humanitäre Folgen".

In der Bilanz von Versicherungen tauchen sie aber kaum auf: Zu gering ist der versicherte Wert der zerstörten Güter. So ist auch zu erklären, warum Hurrikan "Sandy" als Unglück der USA gilt - obwohl der Sturm in der Karibik mindestens ebenso schlimme Verwüstungen angerichtet hat.

boj/AFP/dapd

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insgesamt 22 Beiträge
1. Als Student der Georisiken
veleg 03.01.2013
kann ich nur sagen, dass es die u.s.a. nicht öffter trift als andere, die haben nur mehr versicherte Häuser die beim ersten Wind weg fliegen als andere.
kann ich nur sagen, dass es die u.s.a. nicht öffter trift als andere, die haben nur mehr versicherte Häuser die beim ersten Wind weg fliegen als andere.
2. ja und?
kgglage 03.01.2013
wer wie die USA nix vom Klimaschutz hören will und schon gar nichts dagegen unternimmt, muss halt mit den Folgen dieser Ignoranz leben.
wer wie die USA nix vom Klimaschutz hören will und schon gar nichts dagegen unternimmt, muss halt mit den Folgen dieser Ignoranz leben.
3. einfach merh zu Gott beten
johndo89 03.01.2013
dann wird es schon
dann wird es schon
4. Was will man auch erwarten...
stucki1 03.01.2013
...von einem Land mit überirdischer, anfälliger Energie-Infrastruktur, Leugnung des Klimawandels, usw.??? Waffenlagern der Homelandsecurity in allen Kreisstädten, hochgerüsteten Nationalgardisten sind allemal wichtiger. Da [...]
...von einem Land mit überirdischer, anfälliger Energie-Infrastruktur, Leugnung des Klimawandels, usw.??? Waffenlagern der Homelandsecurity in allen Kreisstädten, hochgerüsteten Nationalgardisten sind allemal wichtiger. Da kann man dann ruhig schon mal ein paar Tage auf die humanitäre, lebenswichtige Katastrophenhilfe warten. Wer Sarkasmus findet kann ihn behalten!
5. Von mir aus sollte es künftig
peat53 03.01.2013
um vieles mehr an Katastrophen geben in den USA, dass sie vor lauter Schadenskosten kein Geld mehr haben um permanent irgendein Land auf der Welt in die Steinzeit zurückzubomben, wie zuletzt in Libyen. Bevor es nicht soweit [...]
um vieles mehr an Katastrophen geben in den USA, dass sie vor lauter Schadenskosten kein Geld mehr haben um permanent irgendein Land auf der Welt in die Steinzeit zurückzubomben, wie zuletzt in Libyen. Bevor es nicht soweit kommt wird der Waffen und Kriegswahn ewig weitergehen. Angesichts des Starrsinns punkto Umweltverschmutzung wird dieser Fall auch höchstbald eintreten. Es muß totalen Stillstand geben, damit diese Leute und auch v.a. Staaten auf der Welt endlich mal einsehen, wie sie die Umwelt und ja, unser aller Lebensraum zerstören.

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