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27.02.2013
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Meerestiere

Schiffslärm stresst Krabben

DPA

Strandkrabbe im Wattenmeer: Von Lärm beeinträchtigt

Dass Wale unter dem Lärm leiden, den Schiffe und Bohraktivitäten im Meer verursachen, ist bekannt. Doch auch viele andere Tierarten werden beeinträchtigt. Britische Forscher haben untersucht, wie Strandkrabben auf das Geräusch von Schiffsschrauben reagieren.

Wale, Fische und auch Tintenfische werden von Unterwasserlärm gestört, das ist auch durch Studien belegt. Nun zeigt eine Untersuchung in Großbritannien, dass von Schiffen ausgehender Krach auch Strandkrabben beeinträchtigt. Dazu genügt schon das Schraubengeräusch vorbeifahrender Schiffe, berichten Biologen nun im Fachjournal "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Matthew Wale von der University of Bristol und seine Kollegen hatten Strandkrabben (Carcinus maenas) an der Nordküste von Cornwall gefangen und im Labor in geschlossene Behälter gesetzt. Anschließend maßen sie deren Sauerstoffverbrauch, dabei wurde einer Gruppe der Tiere gleichmäßige Umgebungsgeräusche aus der Unterwasserwelt englischer Häfen vorgespielt. Die andere bekam innerhalb von 15 Minuten zweimal den Lärm eines sich nähernden und wieder entfernenden Schiffes vorgespielt.

Sauerstoffverbrauch gestiegen

Die Daten zeigten, dass die Krabben auf Schiffslärm besonders stark reagierten: Im Durchschnitt verbrauchten sie dabei 67 Prozent mehr Sauerstoff als bei Umgebungsgeräuschen, unter denen der Verbrauch ebenfalls anstieg. Da der Sauerstoffverbrauch ein Maß für den Stoffwechsel ist, sehen die Forscher dies als deutlichen Hinweis auf körperlichen Stress der Tiere an. Außerdem bewegten sich die Krabben bei Lärm nicht mehr als sonst - vermehrte Aktivität war also nicht für den steigenden Sauerstoffverbrauch verantwortlich.

Wurden die Krabben in Abständen von zwei Tagen immer wieder mit Hafenumgebungsgeräuschen beschallt, stieg ihr Sauerstoffverbrauch leicht an und blieb schließlich konstant - vermutlich ein Gewöhnungseffekt. Hörten die Tiere immer wieder Schiffslärm, zeigten sich dagegen dauerhaft wesentlich stärkere Stresssymptome.

Es gibt bereits viele Versuche zum Einfluss von Lärm auf die Unterwasserlebenswelt. Diese konzentrierten sich aber bisher auf Wirbeltiere wie Fische oder Wale. Die Untersuchung zeige erstmals, dass auch Wirbellose von Schiffsgeräuschen beeinträchtigt werden könnten, schreiben die Forscher.

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