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07.08.2013
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Wetter-Rarität

Satellitenfilm zeigt Ursprung der Hitzewelle

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Foto: Universität Bremen/ IUP

Was für ein Sommer! Hitzerekorde, laue Nächte und neuneinhalb Stunden Sonne pro Tag - im Durchschnitt. Wie ist das möglich? Satellitenfilme offenbaren, warum das warme Wetter entstand. Und wie geht es weiter?

Hamburg - Satellitenaufnahmen der letzten Wochen zeigen eine Rarität: Selten sieht man Europa über einen solch langen Zeitraum mit klarem Himmel. Stabile Hochdruckgebiete lenkten Wolken wochenlang um den Kontinent herum. Die Bollwerke hohen Luftdrucks lösten Wolken auf.

Hinzu kam heiße Luft aus Südwesten. Sie wurde von Tiefdruckgebieten über dem Atlantik nach Europa gefächert: Wie riesige Turbinen drehen sich Tiefs entgegen dem Uhrzeigersinn - sie verraten sich durch Wolken, die als Spiralarme um das Gebiet niedrigen Luftdrucks wirbeln.

Ein Satellitenfilm des Umweltphysikers Maximilian Reuter von der Universität Bremen dokumentiert das Geschehen mit Bildern des europäischen Satelliten MSG der Organisation Eumetsat in besonderer Präzision. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aufnahmen zeigen die Bilder seines Projekts "Moments from Space" die Umwelt in ungewöhnlich wirklichkeitsnahen Farben (siehe Video).

Drehtür nach Norden

Der Siebenschläfer hatte die heiße Zeit angekündigt. Das Wetter der ersten Juliwoche entscheidet der Bauernregel zufolge in den meisten Jahren über die Witterung. In dieser Zeit etabliert sich oft ein Höhenwind, der sogenannte Jetstream, der Hoch- und Tiefdruckgebiete lenkt. Am 4. Juli schob sich Hochdruck über Mitteleuropa - und sorgte für Hoffnung.

Tatsächlich folgte eine regelrechte Kolonne von Hochs, die in diesem Jahr weibliche Namen tragen: Am 7. Juli kam "Xenia", dann "Yasmine", "Zlatka", "Antonia" und nun "Beibhinn". "Zunächst strömte noch relativ kühle Luft aus Nordwesten nach Deutschland", erläutert Niklas Weise vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation IWK.

Ab dem 21. Juli jedoch drehte der Wind auf Südwest, Tiefdruckwirbel über dem Atlantik schaufelten heiße Luft aus Afrika nach Norden. Die riesige Hochdruckzone über Europa wirkte für die Luft wie eine Drehtür - Hochdruckgebiete drehen sich im Uhrzeigersinn: Entlang ihrer Flanke strömte die heiße Brise zwischen Hoch und Tief bis nach Skandinavien.

Neue Rekorde

"Diese Wetterlage wiederholte sich mehrmals", berichtet das IWK. Unterbrochen wurde der Sonnenschein lediglich von Gewittern und einer kurzen Schauerepisode Ende Juli, die mit Nordwestwind nach Europa gelangte.

Sonst stiegen die Temperaturen im Schatten verbreitet höher als 30 Grad, in der Sonne wurden oft mehr als 60 Grad erreicht. Vor allem am 27. Juli und 2. August wurden mit mehr als 35 Grad örtlich Temperaturrekorde gebrochen; sogar auf den Nordseeinseln herrschten 34 Grad im Schatten.

Am heißesten hierzulande war es im Schatten am 27. Juli mit 38,6 Grad in Rheinfelden am Hochrhein. Österreich meldete gar einen neuen historischen landesweiten Höchststand: In Dellach in Kärnten wurden 39,9 Grad gemessen.

Wie geht es weiter?

Mit knapp 20 Grad war der Juli im Durchschnitt anderthalb Grad wärmer als üblich in den vergangenen 30 Jahren, meldet der Deutsche Wetterdienst. Neuneinhalb Stunden pro Tag schien die Sonne im Durchschnitt, 39 Prozent länger als sonst. Nachdem der Juli in den letzten sechs Jahren nasser gewesen war als normal, fiel diesmal im landesweiten Durchschnitt nur halb so viel Regen wie sonst.

Örtlich brachten Gewitter Ende Juli allerdings mancherorts binnen weniger Stunden mehr Regen als sonst im gesamten Monat. Vor allem in Norddeutschland regnete es bis zum 23. Juli hingegen keinen Tropfen.

Doch nun ändert sich das Wetter. Hoch "Beibhinn" wandert nordostwärts. Meteorologen sagen für die nächsten Tage wechselhaftes Wetter mit Tagestemperaturen von gut 20 Grad vorher. Aus Nordwesten verdrängt frische Atlantikluft die schwüle Hitze. Der Luftdruck über Europa fällt, ein zuletzt seltenes Naturphänomen erscheint am Himmel: Wolken.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
1.
fbaf 07.08.2013
na, werden die nächste Tage schon etwas mehr als 20 Grad, oder traut SPON seinem eigenen Wetterbericht nicht ? Deutschlandwetter - SPIEGEL ONLINE (http://wetter.spiegel.de/cgi-bin/wettersearch.cgi?search=10551)
na, werden die nächste Tage schon etwas mehr als 20 Grad, oder traut SPON seinem eigenen Wetterbericht nicht ? Deutschlandwetter - SPIEGEL ONLINE (http://wetter.spiegel.de/cgi-bin/wettersearch.cgi?search=10551)
2. Wenn jemand
reinerunfug 07.08.2013
dieses Wetter "schön" nennt, dann kann man ermessen, welch gigantische Dummheit sich inzwischen der schreibenden und im Äther palavernden Zunft bemächtigt hat. Behüte uns das Schicksal davor, dass wir irgendwann um [...]
Zitat von sysopWas für ein Sommer! Hitzerekorde, laue Nächte und neuneinhalb Stunden Sonne pro Tag - im Durchschnitt. Wie ist das möglich? Satellitenfilme offenbaren, warum das schöne Wetter entstand. Und wie geht es weiter? Wetter: Satellitenfilm zeigt Ursprung der Hitzewelle - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wetter-satellitenfilm-zeigt-ursprung-der-hitzewelle-a-915250.html)
dieses Wetter "schön" nennt, dann kann man ermessen, welch gigantische Dummheit sich inzwischen der schreibenden und im Äther palavernden Zunft bemächtigt hat. Behüte uns das Schicksal davor, dass wir irgendwann um die Altäre kriechen und um Regen betteln! Es gibt eine Reihe von Hockulturen, die an der Dürre zerbrochen sind.
3.
redfreakz 07.08.2013
Das schöne Wetter, bei dem ich nachts keinen Schlaf finde, mich tagsüber kaum konzentrieren kann, am Tag 2-3x das Gefühl verspüre duschen zu müssen usw. Zum Glück wird es jetzt wieder kälter und das Wetter somit erträglich.
Zitat von sysopdas schöne Wetter entstand Wetter: Satellitenfilm zeigt Ursprung der Hitzewelle - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wetter-satellitenfilm-zeigt-ursprung-der-hitzewelle-a-915250.html)
Das schöne Wetter, bei dem ich nachts keinen Schlaf finde, mich tagsüber kaum konzentrieren kann, am Tag 2-3x das Gefühl verspüre duschen zu müssen usw. Zum Glück wird es jetzt wieder kälter und das Wetter somit erträglich.
4.
La Bomba 07.08.2013
Wie, wir hatten Wetter? Sonst ruft doch jeder gleich: Menschengemachter Klimawandel! Katastrophe! Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung auf Sachlichkeit.
Wie, wir hatten Wetter? Sonst ruft doch jeder gleich: Menschengemachter Klimawandel! Katastrophe! Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung auf Sachlichkeit.
5.
schüttelkugel 07.08.2013
Als viel Wind, um nicht zu sagen "heiße Luft" um Nichts kann man auch diesen Artikel umschreiben. Mit keiner einzigen Silbe geht der Autor auf die Ursachen der Hitzewelle ein, die er in Überschrift und Lead ankündigt. [...]
Als viel Wind, um nicht zu sagen "heiße Luft" um Nichts kann man auch diesen Artikel umschreiben. Mit keiner einzigen Silbe geht der Autor auf die Ursachen der Hitzewelle ein, die er in Überschrift und Lead ankündigt. Ein absoluter Null-Artikel. Einmal mehr der Beweis, dass alles, was mit Meteorologie zusammenhängt, auch mit Wahrsagerei und lauen Vermutungen zu tun hat.

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