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22.10.2013
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US-Bundesstaat Utah

Schüler findet Knochen von Baby-Dino

PeerJ/ Andrew A. Farke et. al

Erfahrene Experten übersahen das Fossil, erst ein 17-Jähriger machte es besser: Er spürte in einem US-Nationalpark die Knochen eines jungen Dinosauriers auf. Getauft wurde das Fossil "Joe". Es ist so gut erhalten wie kaum ein anderes seiner Dino-Gruppe.

San Francisco - Ein Schüler hat in den USA ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil eines jungen Dinosauriers entdeckt. Zwei Paläontologen hatten die Knochen zuvor übersehen. Es handle sich um einen Vertreter der Gattung Parasaurolophus, der vor etwa 75 Millionen Jahren im westlichen Nordamerika lebte, schreiben Forscher im Fachjournal "PeerJ". Es sei das kleinste und vollständigste Skelett dieser Gattung, das je gefunden worden sei.

"Zunächst wollte ich wissen, was das für ein Knochenstückchen ist, das aus dem Stein hervorstand", schildert der Schüler Kevin Terris seinen Fund. "Als wir den Schädel freigelegt hatten, war ich begeistert." Terris fand die Knochen im Naturschutzgebiet Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah bereits im Jahr 2009. Damals war er 17 Jahre alt. Einige Tage zuvor seien zwei erfahrene Paläontologen an der Stelle gewesen, ohne die Knochen zu bemerken, teilte das Raymond M. Alf Museum of Paleontology in Claremont (Kalifornien) mit. Jetzt wurde das "Joe" getaufte Fossil wissenschaftlich beschrieben.

Dinosaurier der Gattung Parasaurolophus waren Pflanzenfresser. Ihr auffälligstes Merkmal ist ein hohler Knochenkamm, der sich nach hinten über den Kopf erstreckt. Der junge Parasaurolophus maß etwa 2,5 Meter - rund ein Viertel der Länge eines ausgewachsenen Tieres. Zum Zeitpunkt seines Todes war er wahrscheinlich jünger als ein Jahr, wie die Untersuchungen ergaben. Dennoch sind auf dem Schädel des Dinos schon Ansätze des Knochenkamms zu erkennen. Das sei überraschend, weil verwandte Arten diesen Kopfschmuck erst entwickelten, wenn sie wenigstens halb ausgewachsen waren, erläutern die Forscher.

Saurier erzeugten Töne

Experten vermuten, dass die Tiere mit Hilfe des Knochenkamms Töne erzeugen konnten und ihn auch als visuelles Signal einsetzten. Eine computertomografische Untersuchung des Schädels lässt vermuten, dass der Baby-Dino sehr viel höhere Töne erzeugte als ausgewachsene Tiere, die wohl im tiefen Frequenzbereich tönten.

Dass Kinder und Jugendliche zu wissenschaftlichen Entdeckern werden, ist in der Paläontologie nicht ungewöhnlich. Nach der Neunjährigen Daisy Morris wurde sogar eine bis dahin unbekannte Saurierart benannt. Die Engländerin hatte vor vier Jahren am Strand auf der Isle of Wight die fossilen Überreste von Saurierknochen gefunden. Zusammen mit ihren Eltern brachte das Mädchen, das ein großer Dino-Fan ist, ihre Entdeckung zu einem Experten. Es stellte sich heraus, dass die Knochen 115 Millionen Jahre alt waren.

hda/dpa

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