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Wissenschaft

Afrikanische Schweinepest

Bauern fordern Tötung von 70 Prozent aller Wildschweine

Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hätte laut dem Bauernverband "katastrophale Folgen". Zur Vorbeugung sollen zahlreiche Wildschweine getötet werden, auch Muttertiere und Frischlinge.

DPA

Wildschweine

Freitag, 12.01.2018   02:17 Uhr

Zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest fordert der Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland. Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden, sagte der Vizepräsident des Bauernverbands, Werner Schwarz, der "Rheinischen Post". Das Leid der Tiere bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die Pest. Zudem werde kein Jäger "das Muttertier erlegen und die Frischlinge laufen lassen".

Der Präsident des Bauernverbands, Joachim Rukwied, warnte, ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland würde "katastrophale Folgen" für die Schweinehalter haben. "Die Märkte würden zusammenbrechen", sagte er der "Heilbronner Stimme". Deshalb müssten "alle Abwehrmaßnahmen gegen die Tierseuche ergriffen werden".

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte: "Eine intelligente Reduzierung des Wildschweinbestandes spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention." Um das Ziel der Bestandsreduzierung zu erreichen, müssten auch die Schonzeiten für Wildschweine aufgehoben werden.

Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Die von Viren ausgelöste Krankheit befällt Haus- und Wildschweine. Für Menschen und andere Haus- und Wildtiere ist sie ungefährlich. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden für den Sektor und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen.

Gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gibt es keine Mittel: Medikamente existieren nicht, eine Impfung ist nicht möglich. Bei einem Befall in einem Stall muss der gesamte Bestand geschlachtet werden.

Der Bauernverband will am Freitag in Berlin mögliche Präventionsmaßnahmen vorstellen. Dazu soll laut "Rheinischer Post" gehören, dass Polizisten bei Grenzkontrollen Hunde einsetzen, die auf Nahrungsmittel anschlagen. Zudem müssten Erntehelfer in ihren Sprachen informiert werden und Verpflichtungserklärungen unterschreiben. Und schweinehaltende Betriebe müssten für die Reinigung und Desinfektion von Transportern sorgen.

Einzelne Bundesländer in Deutschland haben bereits die Wildschweinjagd erleichtert und Abschussprämien beschlossen.

SPIEGEL TV Magazin über Wildschweinplage auf Usedom

Foto: SPIEGEL TV

aar/AFP/dpa

insgesamt 177 Beiträge
womo88 12.01.2018
1. Warum nur 70 %?
Wäre es nicht sinnvoller, die Wildschweine in Deutschland gänzlich abzuschießen? Dann schießen wir die Wölfe noch ab und auch die Füchse wegen Tollwut ... Iregndwie wird es immer irrer! Ich z. B. esse nur Wildschwein und [...]
Wäre es nicht sinnvoller, die Wildschweine in Deutschland gänzlich abzuschießen? Dann schießen wir die Wölfe noch ab und auch die Füchse wegen Tollwut ... Iregndwie wird es immer irrer! Ich z. B. esse nur Wildschwein und kein Mastschwein, weil das nach nichts schmeckt und ich die Mästerei als Tierquälerei empfinde. Also andersherum ist sinnvoller. Wir schaffen die Mastbetriebe ab, essen weniger Fleich und wenn, dann gutes Fleisch von freilaufenden Schweinen. Aber in Deutschland geht billig meist vor Qualität, egal ob Schwein, Geflügel oder Rind. Wenn ich 1,81 € beim Discounter zahle für 1 kg Hähnchenkeule wie in dieser Woche -, dann kann das nichts Gutes sein. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo es den sog. Sonntagsbraten gab. Der hieß Sonntagsbraten, weil es eben nur sonntags Braten gab und evtl. montags nochmals die Reste. Und siehe, uns hat es auch die ganze Woche geschmeckt und wir sind satt geworden, völlig ohne Fleisch. Fleisch ist heute nichts mer Wert, und das Tier, das dahinter steht, sehen zu wenige. Hauptsache, jeden Tag Fleisch und billig muss es sein.
NightToOblivion 12.01.2018
2. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Man soll sich lieber Gedanken machen wie man dieser Krankheit begegnet wenn sie da ist. Was gewinnt man schon? Abertausende tote Wildschweine und vielleicht sechs bis 12 Monate. Es kann doch keiner ernsthaft glaube das der Virus [...]
Man soll sich lieber Gedanken machen wie man dieser Krankheit begegnet wenn sie da ist. Was gewinnt man schon? Abertausende tote Wildschweine und vielleicht sechs bis 12 Monate. Es kann doch keiner ernsthaft glaube das der Virus nicht nach Deutschland gelangt. Reine Geld- und Blutverschwendung.
pekingent 12.01.2018
3. Also,
ich bei kein Vegetarier, aber das systematische Dezimieren (bis zu 70%!!) von wildlebenden Tieren, durch sinnloses Abknallen inklusive Muttertieren und ihrer Frischlinge, allein deswegen, da sie potenzielle Virusüberträger seien [...]
ich bei kein Vegetarier, aber das systematische Dezimieren (bis zu 70%!!) von wildlebenden Tieren, durch sinnloses Abknallen inklusive Muttertieren und ihrer Frischlinge, allein deswegen, da sie potenzielle Virusüberträger seien und zum alleinigen Schutz dieser industriellen, an sich als solche schon tierquälenden Massentierhaltungs, der Schweinhalter und Schlächter? Vermutlich kommen jetzt erst recht irgendwelche durchgeknallte Veganer oder extremistische Tierschützer auf die Idee und schleppen diesen Virus vorsätzlich ein. Ist denen dann nicht wirklich zu verdenken... Hr. Schwarz, eacht super Vorschlag! Zum Wohl auf ihr Schnitzel!
Mwalimu 12.01.2018
4. Warum denn nicht?
Z.B in Nordbayern haben sich die Wilschweine verachtfacht. Sie sind auch sonst eine Plage für die Landwirschaft. Wenn nötig, dann kann man sie ja mal eine Zeitlang reduzieren. Schaden tut das nicht - sie werden sich rasch [...]
Z.B in Nordbayern haben sich die Wilschweine verachtfacht. Sie sind auch sonst eine Plage für die Landwirschaft. Wenn nötig, dann kann man sie ja mal eine Zeitlang reduzieren. Schaden tut das nicht - sie werden sich rasch wieder vermehren. Nicht nur Mais, sonder auch die neuen Laufwälder helfen ihnen, sich so zu vermehren.
weltgedanke 12.01.2018
5.
Kann man den Tieren ansehen, ob sie infiziert sind, bevor man sie erschießt? Wenn nicht, dann weiß ich nicht ganz, wie man sicherstellen will, dass ein Abschuss wirklich mehr Qualen erspart, als er schafft. Die Wildschweine [...]
Kann man den Tieren ansehen, ob sie infiziert sind, bevor man sie erschießt? Wenn nicht, dann weiß ich nicht ganz, wie man sicherstellen will, dass ein Abschuss wirklich mehr Qualen erspart, als er schafft. Die Wildschweine fügen sich doch normalerweise in ein Ökosystem ein, das ihren Bestand moderiert, wenn es gesund ist. Wenn die Zahl der Wildschweine zu hoch ist, müsste man dann nicht erst einmal schauen, wie es aus dem Gleichgewicht gekommen ist und was man tun muss, um das zu beheben? Kann der Abschuss von Tieren vorher mehr sein als ein grausames Blutvergießen ohne Nachhaltigkeit? Und wie wird sichergestellt, dass sich die Schweinepest nicht durch die 30 Prozent der Wildschweine, die überleben sollen, weiterverbreitet?
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