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Wissenschaft

Argentinien

Forscher entdecken Dinosaurierart mit ein Meter langen Stacheln

In Argentinien haben Forscher eine bislang unbekannte Dinosaurierart entdeckt. Die Tiere trugen Riesenstacheln am Hals.

Conicet/dpa
Sonntag, 10.02.2019   12:21 Uhr

Wesen wie aus einem Star-Wars-Film streiften vor rund 140 Millionen Jahren durch das Gebiet des heutigen Argentinien.

Die Dinosaurier hatten enorme Stacheln am Hals, die teils mehr als einen Meter lang waren. Der Paläontologe Pablo Gallina und sein Team fanden Überreste eines Tiers in der Region Patagonien, wie die Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben.

Den neu entdeckten Dino nannten die Wissenschaftler Bajadasaurus pronuspinax, in Anlehnung an den Fundort Bajada Colorada in der Provinz Neuquén. Der Dinosaurier gehört zur pflanzenfressenden Familie der Dicraeosauridae.

Für was waren die Stacheln da?

Die Funktion der Stacheln ist unter Paläontologen umstritten. Mit der Entdeckung des Bajadasaurus hoffen die Forscher, offene Fragen beantworten zu können.

"Wir glauben, dass die langen, spitzen Stacheln an Hals und Rücken von Bajadasaurus potenzielle Raubtiere abschrecken sollten", sagte Gallina laut einer Mitteilung. Der gefundene Schädel sei der bisher am besten erhaltene eines Dicraeosauridae. Bislang habe es auch Hypothesen gegeben, dass die Stacheln die Körpertemperatur der Dinosaurier regulieren oder sie sexuell attraktiver machen sollten.

Fotostrecke

Bajadasaurus pronuspinax: Dinos mit Halsschmuck

Die Forscher um Gallina glauben, dass die Tiere viel Zeit damit verbrachten, Bodenpflanzen zu fressen. Währenddessen ermöglichten ihnen die weit oben am Schädel angesiedelten Augen, das Geschehen um sie herum zu beobachten.

Seit 2010 ist das Forschungsteam in der Region um Bajada Colorada stationiert. Argentinien gilt als Eldorado der Dinosaurierforscher. Paläontologen machen hier immer wieder spektakuläre Funde.

So entdeckten Forscher beispielsweise auch im November 2018 eine neue Dinosaurierart. Nähe der Anden fanden sie die Knochenreste eines zwölf Meter langen Tieres und zweier kleinerer Exemplare. Die damals entdeckten Pflanzenfresser lebten vor 110 Millionen Jahren und bekamen den Namen Lavocatisaurus agrioensis.

jme/dpa

insgesamt 2 Beiträge
Phi-Kappa 10.02.2019
1.
Das mit der Wärmeregulierung sollten sich die Paläontologen endlich abschminken. Kein Tier besaß oder besitzt so extreme Auswüchse zum Zweck der Wärmelregulierung, das wird anders erledigt. Es gab im Laufe der Geschichte [...]
Das mit der Wärmeregulierung sollten sich die Paläontologen endlich abschminken. Kein Tier besaß oder besitzt so extreme Auswüchse zum Zweck der Wärmelregulierung, das wird anders erledigt. Es gab im Laufe der Geschichte viele Tiere mit unerklärlichen Rückensegeln oder sonstigen unpraktischen Auswüchsen, man denke an Dimetrodon, Spinosaurus und Stegosaurus. Wenn etwas keinen offensichtlichen Zweck erfüllt, so dient es Imponiergehabe und Brautwerbung. Zu solchen Ausstattungen zählen Kämme auf dem Kopf, prächtige Färbungen auf extralangen Schwanzfedern, die Löwenmähne oder der Bartwuchs der Männer. Da der Hals der besprochenen Dinos gegen Räuber offenbar ungeschützt war, können die seltsamen Stacheln nur durch sexuelle Auslese erklärt werden.
ravossel 14.02.2019
2. @Phi-Kappa
"Kein Tier besaß oder besitzt so extreme Auswüchse zum Zweck der Wärmelregulierung" - was heisst "extrem"? Wie wärs mit Elefantenohren? "Da der Hals der besprochenen Dinos gegen Räuber offenbar [...]
"Kein Tier besaß oder besitzt so extreme Auswüchse zum Zweck der Wärmelregulierung" - was heisst "extrem"? Wie wärs mit Elefantenohren? "Da der Hals der besprochenen Dinos gegen Räuber offenbar ungeschützt war, können die seltsamen Stacheln nur durch sexuelle Auslese erklärt werden". Genau wie bei Ochs und Antilope - also reine Attraktion?

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