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Wissenschaft

Bedrohte Lebensräume

Viele deutsche Seen sind in schlechtem Zustand

Vergüllt, zugewuchert, verödet: Nur jeder vierte See in Deutschland erfüllt die europäischen Richtlinien für Wasserqualität. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

DPA

Finsterroter See bei Wüstenrot in Baden-Württemberg (Archivfoto)

Freitag, 13.04.2018   07:53 Uhr

Nur jeder vierte See in Deutschland ist ökologisch in einem guten Zustand - in den meisten ist die Wasserqualität bedenklich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke hervor, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Demnach erreichen 24 Prozent der Gewässer Messwerte, die nach EU-Kriterien als gut gelten. Fast drei Viertel der Seen sind nach Ansicht der Experten in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Lediglich 2,3 Prozent könnten als sehr gut bewertet werden.

Den Seen in Deutschland gehe es schlecht, erklärte Lemke. "Fische und Pflanzen, die hier typischerweise vorkommen, finden in diesen Seen keinen Lebensraum mehr." Diese Gewässer würden unter der Vergüllung durch die Landwirtschaft leiden. "Der hohe Nährstoffgehalt lässt Algen übermäßig wachsen und die Seen somit veröden und verlanden."

Um den Zustand der Gewässer zu ermitteln, vergleichen Wissenschaftler die im Wasser lebenden Organismen mit dem Bestand, der natürlicherweise dort vorhanden sein sollte.

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Vermüllter, zugewucherter See

Die Zahlen verraten nur etwas über den ökologischen Zustand, aber nicht darüber, ob es bedenklich wäre, in den Gewässern zu schwimmen. Die Qualität der Badegewässer in Deutschland war zuletzt - laut UBA - hervorragend.

Flüssen und Bächen geht es ebenfalls schlecht

Erst vor Kurzem hatte die Bundesregierung auf eine ähnliche Anfrage eingeräumt, dass die meisten Bäche und Flüsse Deutschlands in einem ökologisch schlechten Zustand seien. In 93 Prozent der Fließgewässer leben nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste. Zudem seien 79 Prozent der Fließgewässer durch Ausbau "in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert", teilte die Bundesregierung Anfang April mit.

Obwohl sich die Wasserqualität insgesamt sehr verbessert habe und etwa Biber und Lachse zurückgekehrt seien, gehörten Gewässer und Auen weiter zu den bedrohten Lebensräumen in Deutschland, schreibt das Bundesumweltministerium. In Deutschland gibt es knapp 9000 sogenannte Fluss-Wasserkörper, also von den Behörden festgelegte Abschnitte von Flüssen. Laut Umweltbundesamt (UBA) sind die häufigsten Gründe für einen mäßigen, unbefriedigenden oder schlechten Zustand Belastungen aus der Landwirtschaft, etwa mit Dünger oder Spritzmitteln, sowie eine Begradigung, Verbauung oder Unterbrechung durch Wehre.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ihre Gewässer bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu bringen.

oka/dpa

insgesamt 43 Beiträge
lupus_major 13.04.2018
1. und was wird gemacht? NIX
Als Anlieger vom Dümmer See Nähe Osnabrück erlebe ich es jedes Jahr. Entweder entstehen gifitge Blaualgen, oder der See wuchert zu und sieht aus, als ob ein Grasteppich auf ihm liegt. Tonnenweise verendeten Fisch holt man jedes [...]
Als Anlieger vom Dümmer See Nähe Osnabrück erlebe ich es jedes Jahr. Entweder entstehen gifitge Blaualgen, oder der See wuchert zu und sieht aus, als ob ein Grasteppich auf ihm liegt. Tonnenweise verendeten Fisch holt man jedes Jahr zur warmen Jahreszeit raus. Letztes Jahr Zuckmücken zum Trilliarden, die das Leben am See unmöglich machen. Was macht die Politik? Garnichts. Der Tourismusmanager sagt: Der See kann 15t Stickstoff(Gülle) pro Jahr verarbeiten aber es fliessen 75t hinein. Egal ob rot-grün oder schwarz-gelb oder rot-schwarz, der gülletriefenden Landwirtschaft gehts nie ans Leder. Und die tollen Naturschützer? Die zählen nur die Vögel anstatt mal 8000 Gänsen und allen Kormoranen(die alle Jungfische aus dem See holen) ans Leder zu gehen.
dbeck90 13.04.2018
2. Überall so
Hatten einen riesigen See im Naturschutzgebiet, wo auch gerne Mal Kinder und Väter hin kamen - nicht selten um heimlich in Ruhe zu angeln ;). Irgendwann hat der Jäger - mit Absicht - Welse ausgesetzt, um die Artenvielfalt so zu [...]
Hatten einen riesigen See im Naturschutzgebiet, wo auch gerne Mal Kinder und Väter hin kamen - nicht selten um heimlich in Ruhe zu angeln ;). Irgendwann hat der Jäger - mit Absicht - Welse ausgesetzt, um die Artenvielfalt so zu reduzieren, dass niemand mehr an den See will. Weil Naturschutz und so... Dieser ist nun auch seit ca. 5 Jahren praktisch tot, die Welse haben begonnen sich gegenseitig zu fressen. War der letzte unberührte See in der Umgebung...
rizzorat 13.04.2018
3. Die Landwirtschaft als Feind der Gesellschaft
ich muss mittlerweile sagen, mittlerweile dringt sich mir die Erkenntnis auf, dass die dt. Landwirtschaft eine Gefahr für unser Land darstellt. Bienensterben durch Pestizide, Grundwasser und Seenverseuchung durch Gülle. Aber [...]
ich muss mittlerweile sagen, mittlerweile dringt sich mir die Erkenntnis auf, dass die dt. Landwirtschaft eine Gefahr für unser Land darstellt. Bienensterben durch Pestizide, Grundwasser und Seenverseuchung durch Gülle. Aber der Deutsche akzeptiert alles solange das Schweineschnitzel billig ist..........
gerdigerdsen 13.04.2018
4. It's the food
Danke an all diejenigen, die täglich Aas und tierische Ausscheidungen essen müssen. Danke an die Landwirtschaft, die an falschen Konzepten klammert. Danke an die Grünen, die uns Biogas eingebrockt haben. Danke an Herrn [...]
Danke an all diejenigen, die täglich Aas und tierische Ausscheidungen essen müssen. Danke an die Landwirtschaft, die an falschen Konzepten klammert. Danke an die Grünen, die uns Biogas eingebrockt haben. Danke an Herrn Bühlow, die ihre Hühnermast massiv vergrößern dürfen obwohl eine ganze Gemeinde dagegen ist. Danke Herr Bühlow, dass jetzt noch mehr Hühner heimlich in der Nacht von polnischen Mitarbeitern untergepflügt werden. Wir sind nicht blind. Danke an die Gemeinden, die keine Verantwortung der Natur gegenüber haben und nur an das Geld denken. Für mich sind die Zustände in unserer Natur so schlimm mittlerweile dass ich komplett auf das Essen von Aas und tierischen Ausscheidungen verzichte, um wenigstens in meinem eigenen Leben etwas richtig zu machen. Die dicken Deutschen richten unser Land schon zugrunde mit ihrer Gier nach Geld und der Gier, täglich Aas und tierische Ausscheidungen zu konsumieren.
willibrand 13.04.2018
5. liebe Grüne
noch ein neues dringendes Aktionsfeld wo sich unsere Grünen kümmern sollten, wenn der Flüchtlingshype vorbei ist, Unsere Umwelt sollte für die Grünen so wichtig werden wie damals die Atomenergie, Das vermisse ich seit [...]
noch ein neues dringendes Aktionsfeld wo sich unsere Grünen kümmern sollten, wenn der Flüchtlingshype vorbei ist, Unsere Umwelt sollte für die Grünen so wichtig werden wie damals die Atomenergie, Das vermisse ich seit Jahren.

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