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Wissenschaft

Rote Liste gefährdeter Arten

Unser Ernährungssystem bedroht Delfine und Wildfrüchte

Schweinswale, Ringbeutler, Wildreis: Tiere und Pflanzen leiden zunehmend unter Landwirtschaft und Fischerei. Die Weltnaturschutzunion warnt vor den Folgen für die Menschheit.

DPA/ Roland Seitre/ WWF
Dienstag, 05.12.2017   14:58 Uhr

Durch exzessive Landwirtschaft und Fischerei, Entwaldung und die zunehmende Urbanisierung sind immer mehr Tier- und Pflanzenarten bedroht. Das geht aus der aktualisierten Roten Liste der bedrohten Arten hervor.

So ist die Zahl der vor allem in südostasiatischen Küstenregionen lebenden Irawadidelfine (Orcaella brevirostris) und die der Östlichen Glattschweinswale (Neophocaena asiaeorientalis) so drastisch zurückgegangen, dass beide Arten inzwischen als stark gefährdet gelten, teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) in Tokio mit. Bei dem Delfin haben sich demnach die Bestände in den vergangenen 60 Jahren mehr als halbiert.

Eine Variante des Gewöhnlichen Ringbeutlers (Pseudocheirus peregrinus occidentalis) stehe wegen des zunehmend heißen Klimas in Australien inzwischen kurz vor dem Aussterben.

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Bedrohte Arten: Diese Tier stehen auf der Roten Liste

Für drei auf Australiens Weihnachtsinsel gefundene Reptilienarten gibt es gar keine Hoffnung mehr. Sie gelten in freier Natur nun als ausgestorben. Lichtblick auf der aktualisierten Roten Liste sind zwei Kiwi-Vogelarten auf Neuseeland. Sie sind nun nicht mehr stark gefährdet, nachdem man energisch gegen Ratten und Wiesel vorgegangen und zudem Eier der Vögel geschützt hatte.

Bedrohung wilder Feldfrüchte gefährdet Welternährung

Neben wildlebenden Tiere sind auch die wilden Verwandten unserer Feldfrüchte wie Reis und Weizen gefährdet. Das bedrohe auch die Ernährungssicherheit, hieß es.

Um Feldfrüchte zu entwickeln, die mit dem Klimawandel klarkommen, "müssen wir die wilden Verwandten dieser Feldfrüchte bewahren", mahnte Jane Smart, Direktorin für Biodiversität der IUCN, an. Denn die wilden Verwandten enthalten die genetische Vielfalt, die für die Zucht von widerstandsfähigerem Saatgut wichtig sein dürfte.

Erstmals untersuchte die IUCN 25 Arten von wildem Reis. Drei davon seien bedroht, hieß es. Von den 26 erfassten Arten an wildem Weizen seien zwei bedroht, von 44 Arten wildem Yams 17. Diesen wilden Verwandten unserer Nutzpflanzen mangelt es inzwischen an Platz zum Überleben.

"Gesunde, artenreiche Ökosysteme sind elementar für unsere Fähigkeit, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren" und den Hunger in der Welt zu besiegen, sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. Es gehe um "unsere Zukunft".

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Experten haben für die Rote Liste rund 91.500 Arten untersucht. Das ist ein Bruchteil der geschätzten zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten. Von den untersuchten Arten sind nach Erkenntnis der Experten gut 25.000 bedroht. Die Zahl in der Kategorie "vom Aussterben bedroht" beläuft sich auf 5583. Die Zahl der gänzlich ausgestorbenen Arten gab die IUCN mit 866 an.

brt/dpa

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