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Wissenschaft

Malediven

Die Juwelen-Inseln

Blau wie Saphire, rot wie Rubine und grün wie Smaragde: Die mehr als tausend Koralleninseln der Malediven leuchten wie Edelsteine. Doch das Paradies ist in Gefahr.

ESA

Satellitenaufnahme von Koralleninseln der Malediven

Montag, 18.02.2019   05:24 Uhr

Die Malediven gelten als das am flachsten gelegene Land der Welt. Die höchste Stelle ragt gerade einmal drei Meter aus dem Meer heraus, während 80 Prozent der Landfläche einen Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Und der steigt - laut Satellitenaufnahmen der Europäischen Raumfahrtbehörde (Esa) im Schnitt etwa um 4,8 Millimeter pro Jahr. Nach und nach drohen die mehr als tausend Koralleninseln der Malediven zu verschwinden.

Diese Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten "Sentinel-2" der Esa-Mission Copernicus zeigt einige der Inseln im Indischen Ozean, die sich über zwanzig ringförmige Atolle erstrecken. Das seichte, klare Wasser mit den vielen Korallenriffen leuchtet türkis, während die Vegetation an Land rot erscheint. Die weißen Flecken zeigen Wolken. Die nächste größere Landfläche liegt Hunderte Kilometer entfernt.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Über Jahrmillionen entstand im Indischen Ozean Korallensand - der Baustoff für die Malediven. Doch einige Teile des Meeresgrundes gleichen einem Friedhof. Im Jahr 1998 sorgte El Niño dafür, dass die Temperaturen über Monate auf 32 Grad Celsius und mehr stiegen. Zu warm für die Korallen, sie sterben ab und verlieren dabei ihre schillernden Farben. Das Phänomen ist auch als Korallenbleiche bekannt. Gesunde Riffe erholen sich nach wenigen Jahren, doch die Abstände zwischen den Hitzewellen im Indischen Ozean sind kürzer geworden.

Und nicht nur der steigende Meeresspiegel und höhere Wassertemperaturen bedrohen die Juwelen des Indischen Ozeans. Jedes Jahr besuchen etwa 600.000 Touristen die Inseln. Was für die Wirtschaft des Landes unerlässlich ist, bringt Probleme ins Paradies. Denn der Tourismus schwemmt Müll und Abwässer ins Meer, die zur Gefahr für die Korallenriffe werden. Die vielen Urlaubsresorts verschlingen zudem große Flächen der kleinen Inseln, die der Natur verlorengehen.

"Für jetzt und die Zukunft"

Geht das Korallensterben weiter, drohen die Inseln ihren Schutz gegen die See zu verlieren. Umweltschützer versuchen bereits, die Riffe zu retten. Sie nehmen beispielsweise Ableger von gesunden Riffen und setzen sie auf geschädigte Bereiche. Dort wachsen sie wieder an und versorgen die bleichen Korallen mit wichtigen Nährstoffen. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Das Satellitenbild wurde bereits im Jahr 2015 aufgenommen. Die Esa hat es jedoch erst jetzt veröffentlicht, um darauf aufmerksam zu machen, dass dieses Paradies bewahrt werden sollte - "für jetzt und die Zukunft".

koe

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