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Wissenschaft

Zählung in Deutschland

Haussperling ist häufigster Wintervogel

In fast allen deutschen Gärten sind Kohlmeisen zu finden. Insgesamt am häufigsten ist jedoch der Haussperling, berichtet der Naturschutzbund Deutschland. Die Zahl der Amseln geht dagegen zurück.

NABU/ Fotonatur
Montag, 12.02.2018   18:02 Uhr

Die Zahl der Wintervögel ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) in der Zählaktion "Stunde der Wintervögel". Dabei dokumentierten Freiwillige in 92.000 Gärten in Deutschland die Zahl unterschiedlicher Vogelarten.

Im Winter 2018 haben sie im Schnitt 38 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 34. "Zum Glück hat sich dieses erschreckende Ergebnis nicht wiederholt", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Insgesamt bleibt dennoch ein negativer Trend bestehen. 2011 wurden noch 46 Vögel pro Garten registriert.

In besonders vielen Gärten anzutreffen ist laut Auswertung die Kohlmeise. Die Art wurde in etwa 91 Prozent der Gärten gesichtet, gefolgt von der Amsel (89 Prozent) und der Blaumeise (80 Prozent). Rotkehlchen und Elster landen mit der Anwesenheit in 64 und 58 Prozent der Gärten auf den Plätzen vier und fünf.

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Am häufigsten ist der Haussperling

Anders sieht es aus, wenn man die Gesamtzahl der gesichteten Exemplare einer Art auswertet. So kommt der Haussperling zwar nur in gut der Hälfte der Gärten vor. Mit im Schnitt 5,5 Vögeln pro Garten liegt er mengenmäßig aber auf Platz eins. Ähnlich häufig ist mit einem Schnitt von 5,1 Tieren pro Garten die Kohlmeise. Dahinter folgen Blaumeise (3,7 Vögel pro Garten), Feldsperling (3,3 Vögel pro Garten) und Amsel (3,1 Vögel pro Garten). Die Ergebnisse im Detail finden Sie hier.

NABU

Immer weniger Amseln

Unter den zehn häufigsten Vögeln hat die Zahl der Amseln im Vergleich zum Vorjahr allerdings stark abgenommen - um ein Drittel. So wurde sie vom zweithäufigsten Wintervogel 2017 zum fünfthäufigsten 2018. "Ein Grund dafür könnte der für diese Vögel tödliche Usutu-Virus sein, der in den Jahren 2016 und 2017 zu Ausbrüchen in immer mehr Teilen Deutschlands geführt hat", so Nabu-Vogelexperte Marius Adrion.

Häufiger werden dagegen Zugvögel in deutschen Gärten gesichtet. So dokumentierten die Freiwilligen 2018 etwa den Star in jedem 13. Garten. Vor ein paar Jahren noch war er nur in jedem 25. Garten zu finden. Auch die Gesamtzahl der Stare hat im Winter zugenommen. Die Vögel reagieren damit auf das häufig mildere Winterwetter, durch das sie näher an ihren Brutgebieten überwintern können.

jme

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