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Wissenschaft

Neuguinea

Diese Echsen haben grünes Blut

Durch ihre Adern fließt ein Gift - und ihr Blut ist grün. Forscher haben nun die Evolution von Glattechsen aus Neuguinea aufgeklärt. Die Erkenntnisse könnten helfen, Malaria zu bekämpfen.

Christopher Austin / AP
Freitag, 18.05.2018   15:48 Uhr

Die Tiere müssen den Forschern vorgekommen sein wie Aliens aus einem Science-Fiction-Film: Auf Neuguinea leben Glattechsen, in deren Adern grünes Blut fließt. Verantwortlich dafür ist ein eigentlich giftiger Gallenfarbstoff. Wissenschaftler der Louisiana State University in Baton Rouge berichten nun im Fachblatt "Science Advances", wie die Tiere zu dem toxischen Farbstoff gekommen sind. Von der Erforschung der Echsen erhoffen sie sich Erkenntnisse für die Bekämpfung von Krankheiten wie Hepatitis und Malaria.

Die Vertreter der Gattung Prasinohaema, die zu den Skinken (Scincidae) gehört, sind selbst für die vielfältige Tierwelt Neuguineas ungewöhnlich: Ihre Muskeln, Knochen und die Zunge leuchten limettengrün, ebenso wie ihr Blut. Die für die auffällige Färbung ursächliche Substanz Biliverdin entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin.

Beim Menschen kann eine erhöhte Biliverdin-Konzentration im Blut auf Gallenprobleme, Leberzirrhose oder Hepatitis hindeuten. Für die Prasinohaema stellt der Farbstoff allerdings kein Problem dar: Die Glattechsen leben mit einem Biliverdin-Level, der 40 Mal höher ist als die für Menschen gefährliche Konzentration.

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Chamäleons: Verrücktes Farbspiel

"Die Echsen zeigen nicht nur die höchste Biliverdin-Konzentration, die jemals bei Tieren beobachtet wurde, sie haben auch irgendwie eine Resistenz gegen die Giftigkeit des Gallenfarbstoffs entwickelt", so Biologe Zachary Rodriguez in einer Mitteilung seiner Universität. Das Verständnis dafür könne bei der Entwicklung neuer Therapieansätze etwa gegen Malaria helfen, so Rodriguez.

Um dies zu klären, untersuchte das Team um den Herpetologen Christopher Austin das Erbgut von 51 Skink-Arten, von denen sechs grünes Blut haben. Die Analyse legt nahe, dass sich diese Färbung vier Mal parallel entwickelte. "Wir waren begeistert von der komplexen Geschichte dieser Tiere und überrascht von der Vielfalt der grünblütigen Abstammungslinien der Echsen", sagt Rodriguez. Dass sich das grüne Blut mehrmals entwickelt habe, spreche dafür, dass es den Tieren einen Vorteil bot.

Studien deuten darauf hin, dass die Abbauprodukte des Gallenfarbstoffs positive Effekte haben können, etwa als Antioxidantien. Unklar bleibt indes, welchen Vorteil die Echsen von dem Farbstoff haben. Dies soll nun eine Identifizierung jener Gene klären, die für das grüne Blut verantwortlich sind.

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Echsenart auf Neuguinea: Die Grünblüter

"Die Grünblüter von Neuguinea faszinieren mich als Parasitologin, denn ein ähnliches Leberprodukt, Bilirubin, ist bekannt dafür, dass es für beim Menschen vorkommende Malaria-Parasiten giftig ist", ergänzt Ko-Autorin Susan Perkins vom American Museum of Natural History. Im Labor werde derzeit untersucht, wie der grüne Farbstoff auf Malaria und andere Parasiten wirke, welche die Echsen infizierten.

Neben den Prasinohaema sind auch grünblütige Fische bekannt, ebenso wie grünblütige Wurm- und Egelarten. Doch Grün ist nicht die einzige ungewöhnliche Blutfarbe im Tierreich: So gibt es etwa gelbes Blut bei Käfern und Seegurken, blaues Blut bei Spinnen, Oktopussen und Krebsen sowie violettes Blut bei im Meer lebenden Würmern und Armfüßern.

Auch beim Menschen wurde bereits ungewöhnlich gefärbtes Blut beobachtet. So machte 2007 ein kanadischer Patient Schlagzeilen, der in einem Krankenhaus schwarz-grün blutete. Grund dafür waren laut einem Artikel im Fachblatt "The Lancet" Migränemedikamente, die er in extremer Menge eingenommen hatte.

joe/dpa

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