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Wissenschaft

Neuseeland

Forscher messen Rekord-Monsterwelle

Eine Messstation vor Neuseeland hat die bisher größte Welle der südlichen Hemisphäre dokumentiert. Die Nachricht dürfte Surfer in Kalifornien freuen.

Getty Images

Welle (Symbolbild)

Montag, 14.05.2018   11:26 Uhr

Sie sollen ganze Schiffe und Inseln verschlungen haben: Lange galten Monsterwellen als Seemannsgarn, doch inzwischen haben Wissenschaftler mehrere "Freak Waves" vermessen. Zuletzt dokumentierte eine Boje am 9. Mai im südlichen Pazifik eine 23,8 Meter hohe Welle, wie Forscher nun bekannt gaben.

"Unseres Wissens handelt es sich um die größte Welle, die jemals in der südlichen Hemisphäre gemessen wurde", sagte Ozeanograf Tom Durrant, der die Daten der Boje ausgewertet hat. Zum Vergleich: Die Welle war in etwa so hoch wie ein achtstöckiges Gebäude oder fünfeinhalb Doppeldeckerbusse übereinander. Die bisherige Rekord-Welle maß 22 Meter.

Die Boje liegt etwa 700 Kilometer südlich von Neuseeland in der Nähe der Campbell-Inseln. Ein Sturm hatte das Meer zu dieser enormen Höhe aufgepeitscht. Eine Monsterwelle kann sich formen, wenn mehrere Wellen zusammentreffen und sich die Wellenberge addieren. Das Zusammenspiel von Seegang, Wind, Strömung und Untiefen gilt dabei als sehr komplex.

Die Region südlich von Neuseeland gilt als regelrechtes Wellen-Kraftwerk. Die Auswirkungen der Monsterwellen und des Sturms werden sich nun entlang der US-Küste zeigen. "Tatsächlich können Surfer in Kalifornien damit rechnen, dass die Energie des Sturms die Küste in etwa Mitte der Woche erreichen wird", sagt Durrant. Die Wellen werden dann deutlich kleiner sein. Big-Wave-Surfer reiten regelmäßig auf über 20 Meter hohen Wellen.

Im Video: Surfer reiten auf "Freak Waves"

Foto: Storyful

Die Forscher gehen davon aus, dass durch den Sturm noch größere Monsterwellen entstanden sein könnten, die die Boje nicht erfasst hat. Sie wird über Solarkollektoren betrieben und nimmt nur alle drei Stunden über etwa 20 Minuten hinweg Messungen vor, um Energie zu sparen.

Tatsächlich ist die Welle, die vor den Campbell-Inseln gemessen wurde, noch relativ klein. Im Jahr 2000 registrierte das britische Forschungsschiff "RRS Discovery" bis zu 29 Meter hohe Monsterwellen vor der schottischen Insel Rockall. Ein Jahr später zerstörten Riesenwellen im Südatlantik die Brücke des Kreuzfahrtschiffs "Bremen" - sie sollen bis zu 35 Meter hoch gewesen sein.

koe

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