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Wissenschaft

Wald

Sachsen droht größte Borkenkäferplage seit dem Zweiten Weltkrieg

In einigen Regionen Deutschlands haben Borkenkäfer 2018 so viele Bäume kaputtgemacht, wie lange nicht mehr. Auch 2019 droht eine Plage. Besonders stark vermehren sich die Käfer derzeit in Sachsen.

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Von Borkenkäfern befallener Nadelwald im Nationalpark Harz

Montag, 11.03.2019   14:18 Uhr

Borkenkäfer breiten sich 2019 weiter aus. "Die Insekten haben sich aufgrund der trockenen und warmen Witterungsverhältnisse besonders gut vermehrt", berichtet das Julius-Kühn-Institut (JKI). Nach den starken Stürmen habe der Käfer das umgeworfene Nadelholz als Brutmaterial genutzt. Ob sich die Massenvermehrung fortsetze, hänge von den Temperaturen im April ab.

Einige Länder reagieren bereits jetzt auf die in 2019 drohenden Schäden durch die Tiere. In Sachsen, wo es laut Umweltministerium derzeit die größte Massenvermehrung von Borkenkäfern seit dem Zweiten Weltkrieg gibt, ist Waldbesitzern schon Hilfe zugesichert worden. Für die Jahre 2019 und 2020 stünden insgesamt mehr als acht Millionen Euro zur Verfügung, um Restholz aufzuarbeiten, Stämme zu entrinden oder aus dem Wald zu transportieren.

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Borkenkäfer auf der Unterseite einer Fichtenrinde

In Niedersachsen erlaubte das Umweltministerium in der vergangenen Woche den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Umweltschutzgebieten. Außerdem soll es dort in diesem Jahr ausnahmsweise ohne Unterbrechung möglich sein, Bäume zu fällen und wegzuschaffen.

Zur Familie der Borkenkäfer zählen verschiedene Unterarten, die man laut JKI grob in Rindenbrüter und Holzbrüter unterscheidet. Den größten Schaden richten die Larven der Rindenbrüter an. Sie ernähren sich von den saftführenden Schichten in der Rinde. "Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Befall meist zu dessen Absterben", so das JKI.

Große Schäden bereits 2018

Bereits 2018 haben Borkenkäfer in vielen deutschen Wäldern enorme Schäden angerichtet. Nach einer groben Hochrechnung des JKI haben die Tiere in dem Jahr bundesweit etwa elf Millionen Kubikmeter Holz zerstört.

Für die Analyse verwendete das Forschungsinstitut mit Hauptsitz in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt Zahlen, die es im Dezember bei den Waldschutzdienststellen der Bundesländer abgefragt hat. Aufgrund des Holzüberangebotes, das auch durch das Schadholz entstanden ist, hätten die Preise für Fichtenholz regional um bis zu 50 Prozent nachgegeben.

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Larvengänge des Borkenkäfers in einer Rinde

Die Schäden fielen dem JKI zufolge regional sehr unterschiedlich aus. Besonders stark betroffen gewesen seien schon damals die Fichtengebiete in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Das Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg hatte bereits im Januar berichtet, dass die Käfer dort 2018 so aktiv waren wie seit 15 Jahren nicht mehr. In Hessen berichteten Waldexperten Ende Februar von katastrophalen Zuständen. Auch in Bayern waren ersten Berechnungen zufolge 2018 mehr Bäume befallen als in den Jahren zuvor.

jme/dpa

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