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Wissenschaft

DNA-Datenbank

Wie Südafrikas Tierschützer Nashorn-Wilderer jagen

In Südafrika gehen Tierschützer mit forensischen Methoden auf die Jagd nach Wilderern: Eine DNA-Datenbank soll helfen, den explosionsartigen Anstieg der Fälle von illegalen Tötungen zu lösen.

DPA

Breitmaulnashorn in Südafrika

Dienstag, 09.01.2018   15:44 Uhr

Mithilfe einer DNA-Datenbank soll in Südafrika die Wilderei von Nashörnern eingedämmt werden. Die Proben können etwa illegal verkaufte Hörner mit getöteten Tieren in Verbindung bringen, berichten Forscher um die Leiterin der Veterinärgenetik der südafrikanischen Universität Pretoria, Cindy Harper, im Magazin "Current Biology". So sollen Wilderer überführt und eine Verurteilung der Täter sichergestellt werden.

In der Kriminalistik werden DNA-Spuren schon seit langem genutzt, um Mord oder andere schwere Verbrechen aufzuklären. Das Prinzip bei der Überführung von Wilderern ist ganz ähnlich. Der Bericht schildert neun Fälle, in denen Wilderer mithilfe von DNA-Beweisen zu langen Haftstrafen verurteilt werden konnten.

Insgesamt seien DNA-Proben bisher in rund 120 Fällen vor Gericht als Beweise genutzt worden. In einem Fall konnten zwei Hörner je einem getöteten Nashorn aus Südafrika zugeordnet werden. Der Wilderer aus Mosambik wurde dem Bericht zufolge zu 29 Jahren Haft verurteilt.

DNA-Spuren auch in gemahlenem Horn

Die Forscher schreiben, dass sich DNA aus jeglicher Gewebeprobe, selbst aus gemahlenem Horn, anhand von bestimmten Merkmalen mit einem individuellen Tier in Verbindung bringen lasse. In der Rhodis genannten Datenbank sind demnach mehr als 20.000 DNA-Proben gespeichert. Mehr als die Hälfte davon kommen von lebenden oder getöteten Nashörnern, die übrigen zum Beispiel von beschlagnahmten Hörnern.

Die Zahl der von Wilderern erlegten Nashörner in Südafrika ist seit 2007 explodiert. Damals wurden nur 13 Tiere getötet. 2015 waren es dann 1175, ein Jahr später immerhin noch 1054. Die meisten werden in dem bei Touristen beliebten Krüger-Nationalpark illegal getötet. Die Zahl der Festnahmen in Südafrika im Zusammenhang mit der Wilderei stieg von 317 im Jahr 2015 auf 680 im darauffolgenden Jahr.

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Wilderer verkaufen die Hörner der getöteten Tiere für viel Geld, vor allem nach Asien. Dort werden sie als Ornamente oder als Zutaten traditioneller Medizin geschätzt.

In Afrika gibt es Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 wildlebende Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) und Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis). Letztere sind von der Naturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft. Die allermeisten Nashörner leben in Südafrika. Auch Namibia, Simbabwe und Kenia haben größere Nashorn-Populationen.

Handel in Südafrika legal

Eine Herausforderung bei der Unterbindung des illegalen Verkaufs von Hörnern ist die neue Möglichkeit des legalen Handels. In Südafrika, wo einzelne kommerzielle Züchter Hunderte Nashörner halten, ist der Handel mit Hörnern seit vergangenem Jahr unter strengen Auflagen erlaubt, jeglicher Export ist jedoch verboten.

Die Händler müssen nun auch Proben ihrer Hornbestände an Rhodis melden. Damit könnte zum Beispiel illegal ins Ausland verkauftes Horn leicht identifiziert werden.

Dank der Unterstützung der südafrikanischen Behörden habe sich die Datenbank zu einem schlagkräftigen Instrument bei der Bekämpfung der Wilderei entwickelt, schreiben die Forscher in "Current Biology".

"Die Hoffnung ist, dass das zunehmende Risiko einer Verurteilung und eines hohen Strafmaßes eine wichtige Rolle dabei spielen werden, den Handel mit illegalen Tierprodukten unattraktiv zu machen."

brt/dpa

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