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04.04.2011
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Stromerzeugung aus Kohle

Schmuddelkind mit Waschzwang

Von Christoph Seidler
Strom aus Kohle: Die Rückkehr des Schmuddelkinds
Fotos
Getty Images

Deutschland will weg von der Atomkraft. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Ingenieure hoffen darauf - und arbeiten an immer effektiveren Kraftwerken. Umweltaktivisten aber sind strikt dagegen.

Auf diese Statistik sind die Kraftwerkstechniker zu Recht stolz: In den vergangenen 25 Jahren ist der Wirkungsgrad der Steinkohle-Verstromung von 35 auf 46 Prozent gestiegen. Möglich wurde das, weil moderne Anlagen bei höheren Temperaturen und höherem Druck arbeiten. Außerdem tun in ihrem Inneren immer effektivere Turbinen Dienst. Hinzu kommt, dass die Kraftwerke weniger Strom für den Eigenbedarf verbrauchen. Auch die Effektivität von Braunkohle-betriebenen Anlagen hat sich langsam, aber stetig verbessert - auch wenn die Werte weiterhin unter denen von Steinkohlemeilern liegen.

Mit besserer Effizienz ließ sich bislang vor allem mehr Geld verdienen. Der dadurch verbesserte Klimaschutz war für die Energiekonzerne eher ein Nebeneffekt. Und von den Effizienzwerten moderner Gasturbinen-Kraftwerke, die über 60 Prozent liegen können, sind Kohlemeiler noch immer weit entfernt. Dazu kommt ein weiteres Problem: Um Klimaziele zu erreichen, dürften Kohlekraftwerke langfristig wohl nur mit CO2-Abtrennung betrieben werden. Und die knabbert gehörig an der Effizienz der Anlagen - von den politischen Widerständen gegen die unterirdische Speicherung des Treibhausgases in Deutschland ganz zu schweigen.

Welchen Beitrag kann Kohleverstromung für die Energieversorgung der Zukunft leisten? Umweltschützer sähen sie gern komplett gebannt - weil die Nutzung von Kohle selbst im Vergleich mit Gas besonders viel Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst. Und klar ist auch: Jede heute gebaute Anlage wird jahrzehntelang am Netz sein. In ihrem Energiekonzept "Plan B 2050" fordert die Umweltorganisation Greenpeace deswegen einen kompletten Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2040.

Kohle deckt rund 40 Prozent des globalen Strombedarfs

Doch so schnell wird es wohl nicht gehen - selbst dann nicht, wenn man es auch nur halbwegs ernst meint mit dem Ende des Atomzeitalters. 2008 trug die Steinkohle rund 19,5 Prozent zur Stromversorgung Deutschlands bei, auf die Braunkohle entfielen sogar knapp 24 Prozent. Global liegen beide Kohlearten zusammengenommen bei etwa 40 Prozent. Die Kohle wird also selbst bei massivem Ausbau der erneuerbaren Energien noch lange ein wichtiger Faktor bleiben.

In aufstrebenden Ländern wie China werden Kohlekraftwerke mit atemberaubender Geschwindigkeit gebaut: Aktuell geht dort im Schnitt eines pro Woche ans Netz. Ähnlich sieht es in Indien aus. "Wir müssen uns in der Zukunft von schmutziger Kohle zu sauberer Kohle bewegen", sagte Indiens Umweltminister Jairam Ramesh im Dezember 2010 auf dem Uno-Klimagipfel im mexikanischen Cancún. Kohle werde auch auf lange Sicht "die Hauptstütze der indischen Stromversorgung" bleiben. Und Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie, fordert auch in Deutschland den Neubau von Kohlekraftwerken - immerhin mit einer regelmäßigen Überprüfung der Betriebsgenehmigung, um erneuerbare Energien nicht zu behindern.

In diesem politischen Umfeld arbeiten Ingenieure mit Hochdruck daran, Kraftwerkstechnik für die Zukunft zu entwickeln, um Kohle als attraktive Option darzustellen. Konkret tüfteln sie vor allem an drei Technologien:

Die Haltung der Gesellschaft wird auch ganz allgemein zeigen, welche Rolle die Kohleverstromung in Zukunft in Deutschland noch spielen wird. Klar ist, dass neue Kraftwerke auch eine höhere Lastflexibilität als alte Anlagen bräuchten - weil die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen schwankt.

Im Rahmen der sogenannten Cooretec-Förderinitiative hat die Bundesregierung in den vergangenen sieben Jahren 300 Projekte für effizientere Gas- und Kohlekraftwerke gefördert - mit mehr als 310 Millionen Euro. Cooretec-Sprecher Alfons Kather, Maschinenbauer an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, lobt die "zuverlässigen fossil befeuerten Kraftwerke" in Deutschland deswegen auch "als Dienstleister für den Ausbau erneuerbarer Energien". Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hält im SPIEGEL-Interview dagegen: "Es dämmert doch nun allen, dass das ganze bisherige fossil-nukleare Betriebssystem der Gesellschaft keine Zukunft hat und massive Investitionen in regenerative Energien erfolgen müssen."

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insgesamt 101 Beiträge
1. Welche Überrraschung
gsm900 04.04.2011
die üblichen Querulanten sind immer dagegen, auch gegen Stromtrassen.
Zitat von sysopDeutschland will*weg von der Atomkraft. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Ingenieure hoffen darauf - und arbeiten an immer effektiveren Kraftwerken. Umweltaktivisten aber sind strikt dagegen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752821,00.html
die üblichen Querulanten sind immer dagegen, auch gegen Stromtrassen.
2. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Das passiert doch schon:
rurei 04.04.2011
Liste geplanter Kohlekraftwerke in Deutschland aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Standort: CO2-Ausstoß [Mio. t/a]: Arneburg (Neubau) 9 Boxberg (Block R) 4,8 Datteln (Block 4) 8 Duisburg-Walsum (Block 10) 4,2 Hürth [...]
Zitat von sysopDeutschland will*weg von der Atomkraft. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Ingenieure hoffen darauf - und arbeiten an immer effektiveren Kraftwerken. Umweltaktivisten aber sind strikt dagegen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752821,00.html
Liste geplanter Kohlekraftwerke in Deutschland aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Standort: CO2-Ausstoß [Mio. t/a]: Arneburg (Neubau) 9 Boxberg (Block R) 4,8 Datteln (Block 4) 8 Duisburg-Walsum (Block 10) 4,2 Hürth (Goldenberg, Pilotanlage IGCC) CCS Hamburg (Moorburg, Umbau/Erweiterung) 9,2 Neurath (BoA 2 und 3) 15 Brunsbüttel (Neubau neben dem KKW) 4,5 Brunsbüttel (Neubau neben dem KKW) 9 Dörpen (Neubau) 5,1 Düsseldorf (Lausward) 2,8 Emden (Neubau) 4,5 Hamm (Westfalen Block D + E) 9 Karlsruhe (Rheinhafen, Block 8) 4,6 Krefeld-Uerdingen, Chempark (Neubau) 4,2 Lubmin (neben dem ehemaligen KKW, Neubau) 9 Lünen (Erweiterung/Umbau) 4,2 Lünen, Stummhafen (Neubau) 4,6 Mainz (Ingelheimer Aue, Neubau) 4,6 Mannheim (GKM, Block 9) 4,6 Profen (Neubau) 5 Stade (neben dem KKW) 4,5 Stade (Neubau) 5,6 Stade (Neubau) ? Großkrotzenburg (Staudinger, Block 6) 6,2 Wilhelmshaven (Neubau) 4,5 Wilhelmshaven (Erweiterung) 2,8
3. Schade, dass der Mond unbewohnbar ist
gunman 04.04.2011
Immer dagegen und dagegen. Umweltaktivisten sind laut und eine Minderheit. Mehr nicht. Was will Deutschland sich eigentlich noch alles antun, um baldmöglichst als Industriestandort den Anschluss zu verlieren? Es ist einfach, [...]
Zitat von sysopDeutschland will*weg von der Atomkraft. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Ingenieure hoffen darauf - und arbeiten an immer effektiveren Kraftwerken. Umweltaktivisten aber sind strikt dagegen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752821,00.html
Immer dagegen und dagegen. Umweltaktivisten sind laut und eine Minderheit. Mehr nicht. Was will Deutschland sich eigentlich noch alles antun, um baldmöglichst als Industriestandort den Anschluss zu verlieren? Es ist einfach, gegen etwas zu sein. Tragfähige Alternativen jenseits des Gemurkses und der Subvention von ineffizienten Ökostromanlagen zu bieten, ganz was anderes. Schade, dass der Mond nicht bewohnbar ist. Dort könnte man ansonsten alles Spinner dieser Welt hinschaffen und einfach selber machen lassen.
4. Umweltaktivisten
imation 04.04.2011
Umweltaktivisten sind sowieso immer gegen alles. Die wählen ja auch Grün. Da geht das nicht anders. Da muss man immer dagegen sein. ;)
Zitat von sysopUmweltaktivisten aber sind strikt dagegen.
Umweltaktivisten sind sowieso immer gegen alles. Die wählen ja auch Grün. Da geht das nicht anders. Da muss man immer dagegen sein. ;)
5.
darkangel_ger 04.04.2011
diese idiotie ist leider nur in deutschland möglich. co2-freie stromerzeugung mit co2-freier stromerzeugung ersetzen und die dreckige kohle weiter mit 80% den deutschen strom produzieren lassen ... hier wird panik gegen die [...]
Zitat von sysopDeutschland will*weg von der Atomkraft. Kommt es nun zu einer Renaissance der Kohle? Ingenieure hoffen darauf - und arbeiten an immer effektiveren Kraftwerken. Umweltaktivisten aber sind strikt dagegen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752821,00.html
diese idiotie ist leider nur in deutschland möglich. co2-freie stromerzeugung mit co2-freier stromerzeugung ersetzen und die dreckige kohle weiter mit 80% den deutschen strom produzieren lassen ... hier wird panik gegen die kernenergie geschürt und japanisch/amerikanische anlagen mit den deutschen verglichen. kernwaffen haben das potential, die erde 10 mal zu vernichten. demonstriert erstmal dagegen ! 5-8t plutonium wurden durch oberirdische kernwaffentests fein säuberlich über den erdball verteilt. dagegen ist japan nur ein pups.

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