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28.03.2012
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Multimedia-Spezial

So sank die "Titanic"

Von Markus Becker, Christopher Kurt und Michael Niestedt

Die "Titanic" galt als Prunkstück des Schiffsbaus, an Bord lebten Reiche in Luxus neben armen Auswanderern. SPIEGEL ONLINE zeigt in einem Multimedia-Spezial, wie der Gigant von innen aussah - und wie er unterging.

Auf den ersten Blick ist der Untergang der "Titanic" nur eine Schiffskatastrophe unter vielen. In der Rangliste der schlimmsten Dramen zur See landet sie nicht einmal unter den ersten zehn, in den Jahrzehnten danach ereigneten sich noch weit größere Unglücke. 1987 etwa kamen beim Untergang der philippinischen Fähre "Doña Paz" fast 4400 Menschen ums Leben, auf der "Wilhelm Gustloff" starben im Januar 1945 bis zu 9000 Flüchtlinge.

Doch die "Titanic" war etwas Besonderes: Sie war ein Mikrokosmos der Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts mit ihrem hochmütigen Technikglauben, ihren extremen sozialen Unterschieden und der ungenierten Zurschaustellung von Reichtum. Ihr Untergang wurde so zum Sinnbild für Hybris und tiefen Fall.

In der ersten Klasse wohnten unter anderem die vier reichsten Männer der Welt in Kabinen, die eher an Grandhotels erinnerten als an das Innere eines Schiffs. Ihnen standen ein Fitnessraum, ein beheiztes Schwimmbad und ein türkisches Bad zur Verfügung. Selbst auf einen Ausritt mussten sie nicht verzichten: Es gab an Bord ein elektrisches Pferd und ein elektrisches Kamel.

Zugleich fuhren nur ein paar Decks tiefer arme Auswanderer einer neuen Zukunft in Amerika entgegen - und die meisten von ihnen kamen nie an. Über die genauen Umstände des Untergangs streiten Fachleute und zahlreiche "Titanic"-Hobbyforscher bis heute. Sozialforscher etwa fanden in dem Unglück ein einzigartiges Beispiel für die Standfestigkeit gesellschaftlicher Normen: Selbst im Angesicht des sicheren Todes halten sich Menschen noch an Regeln.

Auch Ingenieure und Naturwissenschaftler beschäftigen sich weiterhin mit der "Titanic". Die neuste Theorie: Eine seltene astronomische Konstellation könnte zur Katastrophe beigetragen haben. Im Januar 1912 standen Sonne, Erde und Mond genau in einer Linie, zugleich waren sich Mond und Erde so nahe gekommen wie seit rund 1400 Jahren nicht mehr. Dadurch, schreiben der Astrophysiker Donald Olson von der Texas State University und seine Kollegen in der aktuellen Ausgabe des US-Magazins "Sky & Telescope", sei es zu starken Gezeitenkräften gekommen. Eisberge aus der Arktis, die normalerweise im flachen Wasser vor Neufundland und Labrador hängenbleiben, könnten dadurch ungewöhnlich weit nach Süden gelangt sein. Einer von ihnen könnte die "Titanic" versenkt haben.

Wie ging der Luxusdampfer unter, was nahm er mit auf den Grund des Nordatlantiks? Erkunden Sie die "Titanic" in zwei interaktiven Grafiken!

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