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04.04.2012
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Gasleck in der Nordsee

Spezialtruppe soll auf havarierter Plattform landen

"Elgin"-Plattform: Schätzungsweise 200.000 Kubikmeter Gas entweichen täglich
REUTERS

"Elgin"-Plattform: Schätzungsweise 200.000 Kubikmeter Gas entweichen täglich

Am Mittwoch oder Donnerstag startet die Mission zur leckgeschlagenen Bohrinsel "Elgin". Acht Experten steuern die Plattform per Hubschrauber an. Mit an Bord: "Hellfighters", die schon bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Einsatz waren.

Zehn Tage nach der Entstehung des Gaslecks will die Betreiberfirma Total ein Expertenteam auf die Förderplattform in der Nordsee schicken. Das Team soll per Hubschrauber am Mittwochnachmittag oder Donnerstagvormittag auf die "Elgin"-Plattform, 240 Kilometer östlich der Stadt Aberdeen, geflogen werden. Das Vorhaben sei mit den britischen Sicherheitsbehörden abgestimmt, sagte eine Total-Sprecherin am Mittwoch in Aberdeen.

Das achtköpfige Team, zu dem neben Total-Ingenieuren auch Spezialisten der US-Firma Wild Well Control gehören, soll sich ein Bild von der Lage auf der Bohrinsel "Elgin" machen. Wild Well Control mit Sitz in Houston wurde auch von BP nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 hinzugezogen und half nach dem ersten Irak-Krieg 1991, die brennenden Ölfelder zu löschen. In der US-Presse werden sie "Hellfighters" ("Höllenkämpfer") genannt - nach einem John-Wayne-Film aus dem Jahr 1968.

Der Energiekonzern Total hatte die "Elgin"-Plattform am 25. März evakuiert, nachdem ein Gasleck festgestellt wurde. 238 Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Die britischen Behörden errichteten eine Sperrzone um die Bohrinsel. Am Samstag hatte sich die Lage etwas entspannt, nachdem eine noch über der Plattform brennende Flamme von selbst erloschen war.

Nach Angaben von Total treten täglich 200.000 Kubikmeter Gas aus - vorrangig Methan sowie Gaskondensat. Die Auswirkungen für Meereslebewesen und für die Küsten halten sowohl die Umweltschutzorganisation Greenpeace als auch der Betreiber Total und die britischen Behörden für überschaubar. Greenpeace wies aber auf darauf hin, dass Methan ein Treibhausgas ist.

Total verfolgt zwei Möglichkeiten, das Leck zu schließen: Einerseits soll versucht werden, das Bohrloch von oben mit so viel Schlamm zu verschließen, dass der Gasdruck von unten ausgeglichen wird und kein weiteres Gas austreten kann. Dieser sogenannte Kill würde schneller gehen als Entlastungsbohrungen, die Total parallel vorantreiben will - sie würden sechs Monate dauern und Milliarden kosten. Für beide Varianten wurde bereits die Technik bereitgestellt.

wbr/dpa/Reuters

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