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13.04.2012
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"CUSV"

Rüstungskonzern stellt unbemanntes Schiff vor

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AP/ Textron

Per Fernsteuerung Boote zu lenken, ist ein beliebtes Hobby. Der vom Rüstungskonzern Textron vorgestellte Prototyp ist jedoch nicht für den Gartenteich gedacht. Das US-Unternehmen will das unbemannte Boot als Minenräumer und Aufklärer an die Marine verkaufen.

New Orleans - Die Arbeitsbeschreibung klingt unattraktiv: Es sollte die langweiligen, dreckigen und gefährlichen Aufgaben erledigen, hieß es bei der öffentlichen Vorstellung eines neuen Schiffsmodells in den USA. Eine Mannschaft, die sich über die ständige Drecksarbeit beschwert, gibt es aber nicht - das Boot ist unbemannt.

Der Rüstungskonzern Textron hat das "Common Unmanned Surface Vessel", kurz "CUSV" am Donnerstag in New Orleans vorgestellt. Das Schiff ist rund zwölf Meter lang und kann nach Angaben der Firma eine Geschwindigkeit von rund 52 Kilometer pro Stunde erreichen. Es könne unter anderem bei der Suche nach Minen und U-Booten eingesetzt werden.

Aus bis zu 19 Kilometern Entfernung könne man das Boot direkt fernsteuern. Darüber hinaus soll es möglich sein, über ein Satellitenkontrollsystem aus mehr als 1900 Kilometern Distanz Kommandos zu senden. Das mit Diesel betriebene Boot könne bis zu 72 Stunden im Einsatz sein, bis es wieder aufgetankt werden müsse. Bei Aufklärungsmissionen, bei denen es sich nur langsam und wenig bewege, könne der Treibstoff sogar für eine Woche reichen, sagte Stanley DeGeus der bei der Textron-Tochter AAI arbeitet.

Nächster Test: Minenräumen

"CUSV" ist nicht das erste unbemannte Schiff. Aber bei früheren ferngesteuerten Modellen seien meist nur gewöhnliche Schiffe umgebaut worden, sagte der ebenfalls bei AAI angestellte Ryan Hazlett. Das nun vorgestellte Boot wurde aber von Anfang an für diese Art Einsatz konstruiert. So konnte der Raum optimal genutzt werden.

Angeblich soll es auch in sehr flachen Bereichen mit nur rund 1,5 Metern Wassertiefe einsetzbar sein. Falls sich das Boot umdrehe, schalte es den Motor aus, drehe sich zurück und starte dann wieder, erklärte Hazlett.

Erste Tests hat "CUSV" bereits 2009 absolviert. Diesen Sommer soll es im Camp Pendleton in San Diego, Kalifornien, unter Beweis stellen, wie gut es Minen entdecken und entschärfen kann.

Der Rüstungskonzern, der zwei "CUSV"-Prototypen gebaut hat, wollte nicht sagen, wie viel die Entwicklung gekostet hat und mit wie viel ein Exemplar zu Buche schlagen würde. Aber falls es einen Auftrag gebe, könne die kommerzielle Produktion nach rund einem Jahr beginnen. Das Unternehmen sei mit der U. S. Navy und den Seestreitkräften einiger anderer Nationen in Kontakt.

wbr/AP

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