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21.11.2012
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Beschluss

Neue Regeln für deutsche AKW sollen Sicherheit verbessern

DPA

Kühlturm des AKW Isar: Zehn Jahre über neues Regelwerk debattiert

9000 Änderungen und Anmerkungen mussten vermerkt werden: Bund und Länder haben neue Regeln für Atomkraftwerke beschlossen. Das soll die Sicherheit der Anlagen verbessern.

Berlin/Hamburg - Nach rund zehnjähriger Debatte haben sich Bund und Länder auf ein neues Regelwerk für die deutschen Atomkraftwerke geeinigt. Das bisherige Kerntechnische Regelwerk (KTR) stammt in Teilen noch aus den siebziger Jahren.

Zwar wird bei Überprüfungen von Atomkraftwerken auch jetzt schon der aktuelle Wissensstand angewandt. Mit der Einigung vom späten Dienstagabend liegt nun aber ein neues umfassendes Regelwerk vor, das ab sofort für alle deutschen Anlagen anzuwenden ist. Dieses gilt auch bei der geplanten Leistungserhöhung der Kernkraftwerke Emsland und Gundremmingen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) lobte die Einigung. Bund und Länder hätten eine gemeinsame, zeitgemäße Grundlage für die Arbeit der Sicherheitsbehörden geschaffen. "Diese neuen Regeln beinhalten die heutigen sicherheitstechnischen Anforderungen für die Kernkraftwerke." Der sichere Betrieb der Kernkraftwerke müsse bis zum Ende der Laufzeiten gewährleistet bleiben. Derzeit laufen noch neun Atomkraftwerke, die stufenweise bis 2022 abgeschaltet werden sollen.

Besonders umstritten war bis zuletzt die Schärfe der Maßnahmen zur Unfallverhinderung bei den Anlagen. Rund 9000 Anmerkungen und Änderungen mussten in das KTR eingearbeitet werden. Das neue Regelwerk soll auch die Überwachungsarbeit der Länder auf eine gemeinsame Grundlage stellen und könnte aufgrund der hohen Anforderungen als Vorbild für Atomkraftwerke in anderen EU-Ländern dienen.

boj/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
1. so so
felisconcolor 21.11.2012
nach endlich 10 jähriger Debatte. Mit einem Investitionsvolumen von X Millionen Euro. Ah ja. Jeder deutsche Autofahrer würde mit dem Finger an die Stirn tippen wenn er sein Auto für 10000 Euro aufrüsten müsste, wo er [...]
Zitat von sysopDPA9000 Änderungen und Anmerkungen mussten vermerkt werden: Bund und Länder haben neue Regeln für Atomkraftwerke beschlossen. Das soll die Sicherheit der Anlagen verbessern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/neues-kerntechnisches-regelwerk-ktr-fuer-deutsche-akw-beschlossen-a-868566.html
nach endlich 10 jähriger Debatte. Mit einem Investitionsvolumen von X Millionen Euro. Ah ja. Jeder deutsche Autofahrer würde mit dem Finger an die Stirn tippen wenn er sein Auto für 10000 Euro aufrüsten müsste, wo er weiss das es in 5 Monaten verschrottet werden muss. Liebe Energieversorger, schaltet den Kram ab Ihr hab viel Geld gespart, die Ökoseele hat ihre Ruhe und sollen sie doch sehen wo sie ihren Strom her bekommen. Es wird immer lächerlicher
2. Sehr sinnvoll...
neutron76 21.11.2012
Prima, kurz vor Schluss noch einmal eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Energieversorger, die Ingenieure bei Areva, den TÜV Rheinland. Daumen hoch! Für marginal mehr Sicherheitsgefühl muss jetzt noch einmal kräftig [...]
Prima, kurz vor Schluss noch einmal eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Energieversorger, die Ingenieure bei Areva, den TÜV Rheinland. Daumen hoch! Für marginal mehr Sicherheitsgefühl muss jetzt noch einmal kräftig investiert werden. Ab 2022 gehen dann alle mit frischem Knowhow gestärkt in den Ruhestand. Gut, so schlimm ist es auch nicht. Es bleibt noch das Auslandsgeschäft. Wenn die Energiewende auf der Erzeugerseite so gut laufen wird, wie es sich auf der Verbraucherseite andeutet (Elektroautos ..), können wir uns darauf einstellen, dass die Laufzeiten verlängert werden. So gesehen schadet es nicht auf dem neuesten Stand zu bleiben ;).
3. re
diospam 22.11.2012
Nach 50 Jahren Kernkraft in Deutschland und 50 Jahren gelebter Behördlichen Willkür, gibt es punktlich zum Ausstieg das erste Kerntechnische Regelwerk. Oder zumindes glaubt das BMU ein solches zu haben wenn man das in [...]
Zitat von sysopDPA9000 Änderungen und Anmerkungen mussten vermerkt werden: Bund und Länder haben neue Regeln für Atomkraftwerke beschlossen. Das soll die Sicherheit der Anlagen verbessern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/neues-kerntechnisches-regelwerk-ktr-fuer-deutsche-akw-beschlossen-a-868566.html
Nach 50 Jahren Kernkraft in Deutschland und 50 Jahren gelebter Behördlichen Willkür, gibt es punktlich zum Ausstieg das erste Kerntechnische Regelwerk. Oder zumindes glaubt das BMU ein solches zu haben wenn man das in fetten Buchstaben in den Titel schreibt. Tatsächlich hat das sog. Regelwerk nichts mit einem Regelwerk zu tun, sondern ist schlicht eine politisch ideologisch motivierte Einkaufsliste von geforderten technischen Detaillösungen ohne Sinn und Verstand. Um genau zu sein wurde mit dem Regelwerk ursprünglich nichts anderes als die Detaillösungen des modernsten Kraftwerksdesigns in Deutschland (Konvoi-Linie) als verbindlich vorgeschrieben. Das Ausland lacht sich schon seit 20 Jahren schlapp über die demente Deutsche Aufsicht, und dieses Machwerk liefert eine weitere Steilvorlage. Ein echtes Regelwerk schreibt Ziele vor, und beschreibt warum und wozu diese Zeile dienen um Konflikte zwischen technischen Normen lösen zu können. Sowas fehlt komplett. Ein echtes Regelwerk liefert eine Methodik um ergebnisoffen ein Design einer Risikoabschätzung zu unterwerfen. Aber in diesem Machwerk kommt das Wort Risiko nicht mal ein einziges mal vor. Da stellt sich dann doch irgendwo die Frage was überhaupt der Sinn vom KTR sein soll. Ein Regelwerk schreibt weiterhin Rechtsverbindlich vor wie eine Behörde zu arbeiten hat, ein Regelwerk dient ja eigentlich nur als rechtsverbindliche Dienstanweisung an eine Behörde. Aber wie so üblich für Deutschland fehlt sowas komplett. Wo käme man denn hin wenn eine Behörde nicht willkürlich arbeiten könnte? Und das Beste am "Regelwerk"? Mit diesem Machwerk wird nichts gegen die fundamental Ursachen von Fukushima getan. Es wird rein deterministisch argumentiert, dabei hat Fukushima ekletant gezeigt dass die Probabilistik das echte Mittel der Wahl sein sollte.
4. zu spät und zu wenig
ostap 22.11.2012
Wenn die nun von der EU geforderte Nachrüstung unserer Schrottmeiler auch wieder 10 Jahre dauert, kann man es diesmal vielleicht ganz lassen und dafür besser die von Öttinger geforderte Versicherung für einen SuperGAU [...]
Zitat von felisconcolornach endlich 10 jähriger Debatte. Mit einem Investitionsvolumen von X Millionen Euro. Ah ja. Jeder deutsche Autofahrer würde mit dem Finger an die Stirn tippen wenn er sein Auto für 10000 Euro aufrüsten müsste, wo er weiss das es in 5 Monaten verschrottet werden muss. Liebe Energieversorger, schaltet den Kram ab Ihr hab viel Geld gespart, die Ökoseele hat ihre Ruhe und sollen sie doch sehen wo sie ihren Strom her bekommen. Es wird immer lächerlicher
Wenn die nun von der EU geforderte Nachrüstung unserer Schrottmeiler auch wieder 10 Jahre dauert, kann man es diesmal vielleicht ganz lassen und dafür besser die von Öttinger geforderte Versicherung für einen SuperGAU kurzfristig durch die Betreiber abschließen lassen. Dann erledigt sich das Problem maroder Atommeiler ganz schnell von alleine. Außerdem würden die vom Netz genommenen Meiler nicht mehr die überlasteten Stromleitungen verstopfen und die DENA könnte die Netzgebühren senken.
5. Na, da werden die
atair 22.11.2012
---Zitat von SPON--- ...Das neue Regelwerk .... könnte aufgrund der hohen Anforderungen als Vorbild für Atomkraftwerke in anderen EU-Ländern dienen. ---Zitatende--- Vom Nordkap bis an die Straße von Messina haben sie ja [...]
---Zitat von SPON--- ...Das neue Regelwerk .... könnte aufgrund der hohen Anforderungen als Vorbild für Atomkraftwerke in anderen EU-Ländern dienen. ---Zitatende--- Vom Nordkap bis an die Straße von Messina haben sie ja alle ungeduldig darauf gewartet, aus Deutschland belehrt zu werden, wie man Kernkraftwerrke richtig --- ja was eigentlich? Abschaltet? Stellen Sie sich ein Land vor, das seit zwanzig Jahren keine Autos mehr baut, keine Autos importiert und die letzten Oldtimer in zehn Jahren ins Verkehrsmuseum fahren will. Und dieses Land würde dann für seine Nachbarn eine Straßenverkehrs-Zulassungsordnung entwerfen und TÜV und Inspektionsregeln erfinden... Aber unsere hangab-defäzierenden Freunde jenseits von Salzburg machen es ja seit 35 Jahren vor: keinerlei eigene Erfahrung aber allen Nachbarn (MIT eigener Erfahrung...) klugsch***nd auf den Wecker gehen. Die österreichischen 'Experten' sind die Lachnummer von Las Vegas bis Wladivostok.

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