24.11.2012
Satellitenbild der Woche
Es grünt so grün
Chlorophyll-Konzentration: Ungleiche Verteilung in den Weltmeeren
Berlin - Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass eine Delta-Rakete den US-Wettersatelliten "Suomi NPP" ins All gebracht hat. Seitdem ist er in gut 820 Kilometern Höhe schon 5000 Mal um die Erde gerauscht. Für Start und Betrieb hat sich die US-Weltraumbehörde Nasa mit der Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA zusammengetan.
In seinem ersten Lebensjahr hat "Suomi NPP" - seinen Namen verdankt er dem Meteorologen Verner Suomi - mit seinen fünf Instrumenten die Daten für einige spektakuläre Bilder geliefert: Unser Planet als blaue Murmel war ebenso dabei wie das Leuchten der Lichter im nächtlichen Europa oder der Blick ins Auge eines Tropensturms.
Ein neues Falschfarbenbild zeigt nun die von "Suomi NPP" gemessene Chlorophyll-Konzentration in den Weltmeeren. Unvorstellbar große Mengen an Phytoplankton bauen in den Ozeanen durch Photosynthese Biomasse auf - und spielen damit eine wichtige Rolle in der marinen Nahrungskette. Nebenbei versorgen sie auch die Erdatmosphäre mit der Mehrzahl des dort vorhandenen Sauerstoffs - allerdings hat die Menge des Phytoplanktons in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen.
Wie sich die winzigen Organismen derzeit in den Meeren verteilen, lässt sich aus dem All messen - weil man nach dem grünen Cholorophyll Ausschau halten kann. Dabei zeigen sich beträchtliche Unterschiede: Weil sich in küstennahen Gewässern vergleichsweise viele Nährstoffe finden, gedeiht das Phytoplankton dort besonders gut. Im Bild sind hier rote und gelbe Bereiche zu erkennen. Jenseits der großen Meeresströmungen finden sich in der Weiten der Ozeane dagegen auch riesige dunkelblaue Flächen, wo nur wenig Phytoplankton schwimmt.
Wichtig für das Wachstum der Winzlinge ist auch das Licht - deswegen wurden die Daten für die Aufnahme der Nordhalbkugel in der Zeit zwischen 21. Juni und 20. September gesammelt. Die Südhalbkugel war schon ein halbes Jahr zuvor vom VIIRS-Instrument untersucht worden. Die 22 Kanäle dieses Radiometers erfassen, wie sein Name "Visible/Infrared Imager Radiometer Suite" nahelegt, den Bereich des sichtbaren und infraroten Lichtes.
Doch auch wenn die Satelliten nicht mehr ohne weiteres hinsehen können, blüht in manchen Fällen noch das Plankton. In diesem Sommer hatten Forscher um Kevin Arrigo von der Stanford University von entsprechenden Beobachtungen berichtet. Sie hatten große Mengen Phytoplankton sogar unter dem arktischen Eispanzer nachweisen können.
chs