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04.01.2013
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EU-Richtlinie

Bund erlaubt Atommüll-Exporte ins Ausland

AFP

Atommüll-Transport: Wohin mit dem strahlenden Erbe?

Die Regelung soll eine EU-Richtlinie umsetzen: Der Bund will einem Medienbericht zufolge Atommüll-Transporte ins Ausland ermöglichen - dort muss es aber ein Endlager mit hohen Sicherheitsstandards geben.

Berlin/Hamburg - Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge die Grundlage für einen Export hoch radioaktiven Atommülls ins Ausland schaffen. Diese Option solle mit einer Änderung des Atomgesetzes ermöglicht werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Demnach solle ein neuer Paragraf die "Verbringung radioaktiver Abfälle oder abgebrannter Brennelemente zum Zweck der Endlagerung" regeln. Das zuständige Bundesumweltministerium war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

Mit der Regelung werde eine EU-Richtlinie umgesetzt, heißt es in dem Bericht. Die EU hatte im Juli 2011 den Export von Atommüll in Länder erlaubt, die zum Zeitpunkt des Transports über ein Endlager mit hohen Sicherheitsstandards verfügen. Das Bundesumweltministerium wies der SZ gegenüber den Verdacht zurück, es bereite eine Ausfuhr von Atommüll vor. "Das Endlager für die in Deutschland entstandenen hochradioaktiven Abfälle wird in Deutschland gebaut werden", sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung zufolge.

Die Gespräche mit SPD und Grünen über einen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche sollen nach der Niedersachsen-Wahl ab Ende Januar wieder aufgenommen werden. Ziel ist ein neues Suchgesetz; alle Regionen Deutschlands sollen einbezogen werden.

boj/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
1.
agua 04.01.2013
Atommuellexporte?Bis 2030,falls ein sicheres Endlager gefunden werden sollte,wird der Dreck durch Europa gekarrt werden,in scheinbar sichere Endlager.Ich kenne kein Land,das ein sicheres Endlager aufweist.Verwunderlich,dass in [...]
Atommuellexporte?Bis 2030,falls ein sicheres Endlager gefunden werden sollte,wird der Dreck durch Europa gekarrt werden,in scheinbar sichere Endlager.Ich kenne kein Land,das ein sicheres Endlager aufweist.Verwunderlich,dass in diesem Zusammenhang der Begriff Exporte benutzt wird.
2. U-Boote, Panzer, Atommüll,
vantast64 04.01.2013
wir sind wirklich eine Exportnation, leider ohne Gewissen. Hauptsache, die Kasse stimmt. Oder glaubt jemand, die Leute im Ausland würden sorgfältiger mit dem tödlichen Müll umgehen, als wir? Hätten eine Lösung für das [...]
wir sind wirklich eine Exportnation, leider ohne Gewissen. Hauptsache, die Kasse stimmt. Oder glaubt jemand, die Leute im Ausland würden sorgfältiger mit dem tödlichen Müll umgehen, als wir? Hätten eine Lösung für das unlösbare Problem? Das Zeugs wird irgendwo billig verbuddelt, wie man das auch von der italienischen Mafia her kennt.
3. Großartig!
zugroaster_minga 04.01.2013
ab mit dem Müll zu den Weißrussen - die haben genug platz, hohe Standarts und ein funktionierendes, effektives Polizeisystm. ach ja, billig sind die auch. und Angie kann sich rühmen, eine "Endlösung" (sic!) gefunden [...]
ab mit dem Müll zu den Weißrussen - die haben genug platz, hohe Standarts und ein funktionierendes, effektives Polizeisystm. ach ja, billig sind die auch. und Angie kann sich rühmen, eine "Endlösung" (sic!) gefunden zu haben. Hauptsache, die Verantwortung weit von sich schieben. Das können wir sehr gut. Leider.
4.
no-panic 04.01.2013
Ja, so wie in der ASSE, oder? Eine seltsame Meldung. Atommüll soll exportiert werden dürfen, aber man will es nicht. Wie bitte? Es gibt derzeit nur 2 infrage kommende Möglichkeiten für den Export. Zum Einen wäre Finnland [...]
Zitat von vantast64wir sind wirklich eine Exportnation, leider ohne Gewissen. Hauptsache, die Kasse stimmt. Oder glaubt jemand, die Leute im Ausland würden sorgfältiger mit dem tödlichen Müll umgehen, als wir? Hätten eine Lösung für das unlösbare Problem? Das Zeugs wird irgendwo billig verbuddelt, wie man das auch von der italienischen Mafia her kennt.
Ja, so wie in der ASSE, oder? Eine seltsame Meldung. Atommüll soll exportiert werden dürfen, aber man will es nicht. Wie bitte? Es gibt derzeit nur 2 infrage kommende Möglichkeiten für den Export. Zum Einen wäre Finnland ein mögliches Ziel, obwohl dort die Inbetriebnahme des Endlagers für stark radioaktiven Müll noch nicht abgeschlossen ist, zum Anderen käme, wie bereits geschehen, Russland in Frage. Wie es jedoch in Majak zugeht, dürfte allgemein bekannt sein. Dies hinderte schwarz/gelb aber nicht daran, ein Abkommen mit den Russen zu planen, in dem der Export von Atommüll geregelt werden sollte. Abkommen geplant - Schwarz-Gelb will Atommüll nach Russland schaffen - Politik - Süddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/politik/abkommen-geplant-schwarz-gelb-will-atommuell-nach-russland-schaffen-1.1021198) Kerntechnische Anlage Majak (http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak) Aus den Augen, aus dem Sinn, sollte sich Deutschland jedenfalls nicht leisten!
5. Muss wohl so sein
chillig 04.01.2013
In D werden wir nie ein "Endlager" haben, den Dreck mag keiner vor der Haustür haben. Damit man den Dreck nicht haben muss pocht man auf 100% Sicherheit, was es per Definition nicht geben kann. Ohne 100% Sicherheit kein [...]
In D werden wir nie ein "Endlager" haben, den Dreck mag keiner vor der Haustür haben. Damit man den Dreck nicht haben muss pocht man auf 100% Sicherheit, was es per Definition nicht geben kann. Ohne 100% Sicherheit kein Endlager, also wird es nie keines geben. Irgendwann wird sich die Politik darauf einigen, dass es in D. keinen 100%-Standort gibt (den gibt es niegends, davon wird aber keiner reden) und ab damit an einen "sicheren Standort" (möglichst weit weg, je weiter weg je sicherer für uns), und gut ist's. Ich bin gespannt was passiert wenn die "nicht exportieren" auf die "nicht vor meiner Haustür"-Fraktion trifft. Dann heisst es Bio gegen Öko, Natur- gegen Umweltschutz, möge der Bessere gewinnen...

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