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02.02.2013
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Luftabwehr

Fesselballons sollen Washington beschützen

REUTERS/ DVIDS

Hightech-Ballon JLENS gegen Luftangriffe

Mit Fesselballons gegen Cruise-Missiles: Ein Paar Hightech-Ballone, bestückt mit modernen Radaranlagen, soll künftig den Luftraum über Washington DC überwachen und helfen, eventuelle Angreifer frühseitig abzuschießen. Bisher war die Technik nicht besonders erfolgreich.

Die US-Hauptstadt soll künftig von einem Paar Fesselballonen vor Angriffen aus der Luft geschützt werden. Die Fluggeräte mit der praktischen Kurzbezeichnung JLENS (Joint Land Attack Cruise Missile Defense Elevated Netted Sensor) sollen bodengestützte Radarstationen beim Aufspüren und bekämpfen von Eindringlingen in den Luftraum um Washington D.C. unterstützen. Der Einsatz soll am 30. September beginnen und ist zunächst für eine Dauer von drei Jahren geplant, berichtet Reuters.

Die rund 74 Meter langen Fesselballons werden im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums von dem Rüstungs- und Elektronikkonzern Raytheon entwickelt. Die JLENS-Ballons werden fest an mobilen Bodenstationen verankert und sollen bis zu 30 Tage ununterbrochen in der Luft bleiben und mit ihrem Rundum-Radar anfliegende Objekte bereits ab einer Entfernung von 550 Kilometern erkennen können. Bei anderen fliegenden Luftüberwachungssystemen, wie den AWACS-Flugzeugen, seien die Betriebskosten um 500 bis 700 Prozent höher, wirbt Raytheon für JLENS.

Bisher allerdings habe die Entwicklung bereits zwei Milliarden Dollar verschlungen berichtete "Wired", als der Hersteller im September 2012 den ersten erfolgreichen Abschuss eine Marschflugkörpers durch ein Paar JLENS-Ballons meldete. Wie vorgesehen hatte einer der Ballone das Zielfluggerät entdeckt und dessen Daten an den zweiten weitergereicht. Der hatte dann eine Rakete ins Ziel gelenkt.

Grundsätzlich aber ist das System für weit größere Aufgaben konzipiert. Es soll von taktischen ballistischen Raketen bis hin zu kleinen Booten so ziemlich alles erfassen und bekämpfen können, was in einem bewaffneten Konflikt zum Einsatz kommen könnte.

Dass es tatsächlich dazu kommen wird, ist unwahrscheinlich. Aufgrund von Zweifel an der praktischen Nutzbarkeit des Systems sind die Mittel für die Entwicklung der JLENS-Technik von den USA drastisch gekürzt worden. Statt ursprünglich geplanter 14 JLENS-Fesselballons muss sich das Militär auf absehbare Zeit mit den zwei Paaren begnügen, die bald Washington beschützen können. Immerhin kommt ein solches Pärchen auch auf einen Systempreis von 450 Millionen Dollar.

Umso schmerzlicher dürfte es für das Militär sein, dass einer der teuren Fesselballons bei einem Unglück in North Carolina zerstört wurde. Offenbar hatte sich ein in der Nähe verankertes Luftschiff bei schlechtem Wetter von seinem Ankermast gelöst und den Ballon gerammt.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
1.
Zorpheus 02.02.2013
Wie soll das gehen? Das klingt also ob die ein zu einfaches Ziel für Anschläge sind. Wenn jemand wirklich Washington angreifen will, schleust er vorher ein paar Leute ein, die die Dinger vom Boden aus abschießen.
Wie soll das gehen? Das klingt also ob die ein zu einfaches Ziel für Anschläge sind. Wenn jemand wirklich Washington angreifen will, schleust er vorher ein paar Leute ein, die die Dinger vom Boden aus abschießen.
2. FrühSEITIG???
huntersdomsen 02.02.2013
Interessant. Frühzeitig wäre wohl aber von mehr Vorteil..
Interessant. Frühzeitig wäre wohl aber von mehr Vorteil..
3. Welche Knalltüte wird wohl eine ballistische Rakete
si tacuisses 02.02.2013
550 KM - Reichweite dieser Spinnerei starten ? Manchmal könnte man sich bei solchen news nur ans Hirn fassen und Einstein uneingeschränkt rechtgeben: "Grundsätzlich aber ist das System für weit größere Aufgaben [...]
Zitat von sysopREUTERS/ DVIDSMit Fesselballons gegen Cruise-Missiles: Ein Paar Hightech-Ballone, bestückt mit modernen Radaranlagen, soll künftig den Luftraum über Washington DC überwachen und helfen, eventuelle Angreifer frühseitig abzuschießen. Bisher war die Technik nicht besonders erfolgreich. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/luftabwehr-jlens-mit-dem-fesselballon-raketen-abschiessen-a-881147.html
550 KM - Reichweite dieser Spinnerei starten ? Manchmal könnte man sich bei solchen news nur ans Hirn fassen und Einstein uneingeschränkt rechtgeben: "Grundsätzlich aber ist das System für weit größere Aufgaben konzipiert. Es soll von taktischen ballistischen Raketen bis hin zu kleinen Booten so ziemlich alles erfassen und bekämpfen können."
4. von gestern...
rogerthetaxpayer 02.02.2013
Wow, warum bringt ihr Fesselballons zum Cyber Krieg??
Wow, warum bringt ihr Fesselballons zum Cyber Krieg??
5.
suedseefrachter 02.02.2013
Aber der Todesstern wurde abgelehnt... Naja zuerst muss man es mal fertigbringen die eigene Welt zu zerstören bevor man über andere Planeten nachdenken kann.
Zitat von sysopREUTERS/ DVIDSMit Fesselballons gegen Cruise-Missiles: Ein Paar Hightech-Ballone, bestückt mit modernen Radaranlagen, soll künftig den Luftraum über Washington DC überwachen und helfen, eventuelle Angreifer frühseitig abzuschießen. Bisher war die Technik nicht besonders erfolgreich. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/luftabwehr-jlens-mit-dem-fesselballon-raketen-abschiessen-a-881147.html
Aber der Todesstern wurde abgelehnt... Naja zuerst muss man es mal fertigbringen die eigene Welt zu zerstören bevor man über andere Planeten nachdenken kann.

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