06.02.2013
Russlands Luftfahrt
Superjet wird zum Pannenvogel
Superjet 100: Beunruhigende Pannenstatistik
Moskau - Russlands Flugzeugbauer wurden von ihren westlichen Konkurrenten längst abgehängt: Wer heute zivile Passagiermaschinen kauft, bedient sich meist bei Boeing oder Airbus. Der Superjet SSJ-100 des Herstellers Suchoi sollte an alte Erfolge anknüpfen - doch inzwischen sorgt der Mittelstreckenjet vor allem für Negativschlagzeilen.
Zwar steht inzwischen fest, dass der Absturz eines Superjets in Indonesien im Mai 2012 auf einen Pilotenfehler und nicht auf ein technisches Problem zurückging. Doch jetzt hat die größte russische Fluglinie Aeroflot die erste echte Pannenstatistik für das Flugzeug vorgelegt, und sie ist nicht eben angenehm für Suchoi.
Wie die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch berichtete, klagt Aeroflot über die Qualität ihrer zehn Superjets: Sie hätten 2012 rund 40 Prozent aller technischen Zwischenfälle verursacht. Aeroflot habe die Statistik vorgelegt, nachdem zuletzt schon Armenien nach Testflügen auf den Superjet verzichtet hatte. Probleme gab es demnach mit Steuerung, Fahrwerk und Klimaanlagen. Die Staatslinie Aeroflot nutzt die 2011 zugelassene Mittelstreckenmaschine für Flüge mit bis zu 95 Passagieren.
Nach Angaben des "Kommersant" hat Suchoi bisher 174 Bestellungen für den SSJ-100. Demnach geht die Firma nicht von systematischen Fehlern aus. Es handele sich vielmehr um Mängel, wie sie im Anfangsstadium vorkommen könnten. Die Boulevardzeitung "MK" bezeichnete den Jet als "ungehobelten Klotz". Die Entwicklung habe 90 Milliarden Rubel (2,2 Mrd. Euro) verschlungen und bisher alle Erwartungen enttäuscht, ausländische Märkte zu erobern.
mbe/dpa