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23.02.2013
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US-Strahlenruine Hanford

Lecks in sechs unterirdischen Atommülltanks

Getty Images

Der historische Reaktor B in Hanford: Hier wurde Plutonium für die Bombe "Fat Man" produziert, die 1945 auf Nagasaki abgeworfen wurde.

Neuer Unfall in dem am schwersten verstrahlten Ort der westlichen Hemisphäre: In der Ex-Plutoniumfabrik Hanford an der US-Westküste sind sechs unterirdische Tanks undicht. Der Gouverneur des Bundesstaats Washington spricht von einer "beunruhigenden" Nachricht.

Yakima - In der amerikanischen Atomanlage Hanford im US-Staat Washington sind sechs unterirdische Tanks mit nuklearem Abfall undicht. Das sagte Gouverneur Jay Inslee am Freitag - und nannte die Nachricht "beunruhigend". Eine akute Gefahr bestehe aber nicht, so der Politiker. Die Lecks sind aber nicht verschlossen worden. Hanford ist der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.

In der vergangenen Woche war zunächst bekannt geworden, dass aus einem von 177 Tanks mit Atommüll Flüssigkeit austrete. Eine höhere Radioaktivität konnte offenbar aber nicht festgestellt werden.

Die Behälter sind inzwischen viele Jahre älter als ihre vorgesehene Nutzungsdauer von 20 Jahren. In ihnen befinden sich Millionen von Litern eines hochradioaktiven Gebräus aus Jahrzehnten der Plutoniumproduktion für Atomwaffen.

Die US-Regierung schuf den Nuklearkomplex Hanford in den vierziger Jahren als Teil des streng geheimen Manhattan-Projekts zum Bau der Atombombe. Heute wendet sie jährlich zwei Milliarden Dollar für die Sanierung der Hanford-Anlagen auf - dies ist ein Drittel des nationalen Budgets dafür. Auf dem 1518 Quadratkilometer großen Mammutgelände vier Autostunden südöstlich von Seattle lagert fast das gesamte Atommaterial, das für den Kalten Krieg produziert wurde. Hier befinden sich 204.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll - zwei Drittel des gesamten US-Atomabfalls. 216 Millionen Liter radioaktiver Schlacke sind in immer wieder undicht werdenen Tanks, mehr als 100.000 ausgebrannte Brennstäbe liegen in mürben Wasserbecken, 43.000 Kubikmeter kontaminierter Sand und 720.000 Liter Salpetersäure verseuchen die Erde.

Die Sanierung wird vermutlich noch Jahrzehnte dauern. Das Ende ist für das Jahr 2052 geplant - 108 Jahre nach Inbetriebnahme der Anlage. Zentraler Bestandteil der Sanierung ist der Bau einer Anlage, die flüssigen Atommüll in eine glasartige Masse für eine sichere Lagerung umwandeln soll. Ihre Kosten sind auf 12,3 Milliarden Dollar veranschlagt - die Bauarbeiten sind hinter dem Zeitplan und die Kosten schon um Milliarden über den Voranschlag gestiegen.

Am Rande der atomaren Müllhalde befindet sich ein noch aktives Atomkraftwerk, das einzige im erdbebengefährdeten Nordwesten der USA.

lei/AP

Forum

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insgesamt 106 Beiträge
1. 2 Milliarden Dollar pro Jahr
widower+2 23.02.2013
Und das ist anscheinend immer noch viel zu wenig. Ich freue mich schon auf die Verfechter des angeblich billigen Atomstroms in diesem Forum.
Und das ist anscheinend immer noch viel zu wenig. Ich freue mich schon auf die Verfechter des angeblich billigen Atomstroms in diesem Forum.
2. Lecker
kat7 23.02.2013
Also gegen deren atomare Müllhalde ist die Asse ja direkt harmlos. Vorteil ist halt das die Platz für so einen "Luxus" haben, hier ists doch etwas dichter besiedelt.
Also gegen deren atomare Müllhalde ist die Asse ja direkt harmlos. Vorteil ist halt das die Platz für so einen "Luxus" haben, hier ists doch etwas dichter besiedelt.
3.
vask 23.02.2013
Natürlich besteht keine Gefahr. Besteht doch nie, wenn Strahlung irgendwo austritt. Die darauf folgenden Mutationen und Krebsraten in den Gegenden sind bloßer Zufall.
Natürlich besteht keine Gefahr. Besteht doch nie, wenn Strahlung irgendwo austritt. Die darauf folgenden Mutationen und Krebsraten in den Gegenden sind bloßer Zufall.
4. Es geht stehts weiter
FunkR 23.02.2013
Sanierung bis 2052 – da können wir nur hoffen dass bis dahin wieder ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder wieder ein Gammelfleischskandal uns von solchen Problemen ablenkt. „Hanford ist der radioaktiv am schwersten [...]
Sanierung bis 2052 – da können wir nur hoffen dass bis dahin wieder ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder wieder ein Gammelfleischskandal uns von solchen Problemen ablenkt. „Hanford ist der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.“ Was ist mit Tschernobyl, Fukushima und Mailuusuu? Warum muss man immer diesen Wikipedia – Halbwahrheiten der Katastrophenpresse hinterher recherchieren um den Glaube an Tot und Chaos zu verlieren?
5. Es geht weiter
FunkR 23.02.2013
Sanierung bis 2052 – da können wir nur hoffen dass bis dahin wieder ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder wieder ein Gammelfleischskandal uns von solchen Problemen ablenkt. „Hanford ist der radioaktiv am schwersten [...]
Sanierung bis 2052 – da können wir nur hoffen dass bis dahin wieder ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder wieder ein Gammelfleischskandal uns von solchen Problemen ablenkt. „Hanford ist der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.“ Was ist mit Tschernobyl, Fukushima und Mailuusuu? Warum muss man immer diesen Wikipedia – Halbwahrheiten der Katastrophenpresse hinterher recherchieren um den Glaube an Tot und Chaos zu verlieren?

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