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Wissenschaft

Nach Fukushima-Katastrophe

Japan fährt weiteren Reaktor hoch

Die umliegenden Gemeinden und Provinzregierungen hatten sich lange dagegen gesträubt - doch nun hat der Energiekonzern Kansai Electric Power einen weiteren Block im Atomkraftwerk Oi wieder hochgefahren. Es ist der zweite Reaktor-Neustart in Japan nach der Fukushima-Katastrophe.

AFP / JIJI PRESS

Schaltwarte im AKW Oi (am 9. Juli 2012): Zwei Reaktoren wieder gestartet

Mittwoch, 18.07.2012   14:01 Uhr

Tokio - Es ist eine langsame Rückkehr zur Normalität. In Japan hat ein Energiekonzern am Mittwoch trotz heftiger Proteste von Atomgegnern einen weiteren Reaktor hochgefahren. Es ist der zweite Meiler, der nach der Atomkatastrophe von Fukushima wieder in Betrieb genommen wurde. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, soll der Reaktor 4 im AKW Oi ab Samstag Energie ins Netz einspeisen und bis zum 25. Juli seine volle Leistung erreichen.

Die Betreiberfirma Kansai Electric Power hatte bereits am 1. Juli einen Reaktor in dem Kraftwerk wieder hochgefahren. Eine Woche später produzierte er dann den ersten Strom. Bis zum Unglück in Fukushima hatten Atomkraftwerke in Japan rund 30 Prozent des Elektrizitätsbedarfs gedeckt. In der Folge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom März 2011 waren aber alle 50 Meiler abgeschaltet worden. Zudem mussten Reaktoren in weiter entfernten Gebieten wegen Wartungsarbeiten vom Netz gehen.

Die umliegenden Gemeinden und Provinzregierungen hatten ein Wiederanfahren der Reaktoren in Oi aus Sorge um ihre Sicherheit zunächst abgelehnt. Doch angesichts der wiederholten Warnungen der Atomindustrie und Japans Regierung vor drohenden Stromausfällen in der Industrieregion Osaka gaben sie ihren Widerstand auf. Dennoch gibt es in der japanischen Gesellschaft mittlerweile merklichen Widerstand gegen die Technologie. Am Montag hatten in Tokio 170.000 Menschen für ein Ende der Atomkraft in Japan protestiert. Kritiker warnen vor allem vor der Gefahr durch erneute schwere Erdbeben.

In Fukushima gehen währenddessen die mühsamen Aufräumarbeiten weiter. Die Betreiberfirma begann am Mittwoch damit, die ersten Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 zu holen. Sie sollen nun in die sicherere Umgebung eines Zwischenlagers gebracht werden. Das Abklingbecken und sein Inhalt gelten als hohes Sicherheitsrisiko. Allerdings wurden bislang erst zwei der insgesamt 1535 Brennstäbe mit großen Kränen bewegt. Es bleibt also noch viel zu tun.

chs/dpa

insgesamt 32 Beiträge
besso 18.07.2012
1. sind halt...
nicht so blöde wie die Deutschen, die Japaner...
nicht so blöde wie die Deutschen, die Japaner...
sappelkopp 18.07.2012
2. Ja, stimmt...
...schließlich ist die Gesundheit der Menschen ja viel weniger wert, als Geld und Profit.
Zitat von bessonicht so blöde wie die Deutschen, die Japaner...
...schließlich ist die Gesundheit der Menschen ja viel weniger wert, als Geld und Profit.
franneck 18.07.2012
3.
Vielleicht einfach etwas pragmatischer. Japan hatte ja jetzt seinen GAU, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft wieder etwas ähnliches passiert, sehr gering.
Zitat von bessonicht so blöde wie die Deutschen, die Japaner...
Vielleicht einfach etwas pragmatischer. Japan hatte ja jetzt seinen GAU, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft wieder etwas ähnliches passiert, sehr gering.
darkangel_ger 18.07.2012
4. gegenteil
genau das gegenteil ist der fall: Japan Nuclear Start May Cut Crude Use 60,000 Barrels a Day - Bloomberg (http://www.bloomberg.com/news/2012-07-05/japan-nuclear-start-may-cut-crude-use-60-000-barrels-a-day-1-.html) [...]
Zitat von sappelkopp...schließlich ist die Gesundheit der Menschen ja viel weniger wert, als Geld und Profit.
genau das gegenteil ist der fall: Japan Nuclear Start May Cut Crude Use 60,000 Barrels a Day - Bloomberg (http://www.bloomberg.com/news/2012-07-05/japan-nuclear-start-may-cut-crude-use-60-000-barrels-a-day-1-.html) "Osaka-based Kansai also consumed about 20,000 kiloliters of fuel oil, 590,000 metric tons of liquefied natural gas and 400,000 tons of coal in May, Takahiro Senoh, a company spokesman in Tokyo, said by telephone today. Japanese utilities’ crude use rose 148 percent to 1.19 million kiloliters in May from a year earlier, according to the Federation of Electric Power Companies." Schadstoffausstoß Kohlekraftwerk: bei Volllast mit je 7850 Tonnen Schwefeldioxid und Stickoxide und 785 Tonnen Feinstaub pro Jahr. Daneben werden 3,2 Tonnen Blei, 1,2 Tonnen Quecksilber, 1,0 Tonnen Arsen, 0,6 Tonnen Cadmium und 0,6 Tonnen Nickel in die Atmosphäre abgegeben.
review 18.07.2012
5.
Der Zufall ist blind, Mathematik Grundstufe.
Zitat von franneckVielleicht einfach etwas pragmatischer. Japan hatte ja jetzt seinen GAU, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft wieder etwas ähnliches passiert, sehr gering.
Der Zufall ist blind, Mathematik Grundstufe.

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