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Wissenschaft

Perseiden

Jetzt kommt das Wochenende der Sternschnuppen

Mitte August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Dabei gelangen Kometenpartikel in die Erdatmosphäre - Sternschnuppen entstehen. Bereits heute Abend kann man sie sehen, doch der Höhepunkt steht noch bevor.

DPA

Sternschnuppen der Perseiden (Bildmitte)

Freitag, 11.08.2017   10:16 Uhr

Der jährlich wiederkehrende Sternschnuppenschwarm der Perseiden ist ein Höhepunkt des astronomischen Jahres. Diesmal jedoch werden wohl deutlich weniger Augustmeteore am nächtlichen Firmament zu sehen sein als in anderen Jahren: Wenn die Perseiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Maximum erreichen, dürfte die Helligkeit des Mondes die Beobachtung empfindlich stören - außerdem könnten zahlreiche Wolken den Blick in den Himmel versperren.

Für den Beobachter auf der Erde sieht es so aus, als kämen die Sternschnuppen aus dem Sternbild des Perseus, deshalb wurden sie auch nach ihm benannt. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn zurückließ.

"Laurentiustränen"

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 216.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es an diesem Tag stets feurige Tränen geregnet haben.

Feuerkugeln

Die größeren Meteore erscheinen bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so hell wie Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Wetteraussichten fürs Wochenende

Allerdings könnte das Wetter manchem Sternschnuppenfan einen Strich durch die Rechnung machen. Denn laut Deutschem Wetterdienst (DWD) versperren in der Nacht zum Sonntag dichte Wolken den Blick zum Firmament. "Es gibt voraussichtlich einen breiten Streifen dichter Bewölkung über der Mitte Deutschlands", sagte ein Sprecher. Am ehesten könne am Alpenrand und nördlich der Mittelgebirge auf vorübergehende Auflockerung gehofft werden.

Nördlich der Elbe und an der Küste kommen dagegen wohl sogar noch Schauer dazu. "Es ist nicht völlig hoffnungslos, aber auch nicht richtig toll", hieß es beim DWD. Ein Blick zum Nachthimmel lohnt aber auch vorher - und auch nach dem Sonntag noch. "Auch wenn der Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet wird, können schon jetzt Perseiden beobachtet werden", sagte eine Sprecherin der Vereinigung der Sternfreunde.

Der Mond erschwert die Beobachtungen

Auch der Mond wird das Beobachten der Sternschnuppen voraussichtlich erheblich stören. Denn in der Nacht mit den meisten Perseiden geht er bereits gegen 23.00 Uhr auf. In der Nacht zum Sonntag werden noch gut 80 Prozent seiner Oberfläche beleuchtet sein. Dadurch hellt der Mond den Nachthimmel so sehr auf, dass viele kleine Meteore für den Beobachter unsichtbar bleiben werden.

"Die lichtschwächeren Meteore werden auf jeden Fall überstrahlt", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. "Man wird Perseiden sehen - aber nur die hellsten." Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 23.00 Uhr am Samstagabend und dem frühen Sonntagmorgen.

koe/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
spatenheimer 11.08.2017
1.
Bei den Wetterverhältnissen wird das echt ein unschönes Sternschnuppenwochenende.
Bei den Wetterverhältnissen wird das echt ein unschönes Sternschnuppenwochenende.
hhaushh 11.08.2017
2. Für alle die enttäuscht werden
habe ich schon mal einige "Frühchen" der Sternschnuppen auf Video eingefangen. Der Link dorthin: https://vimeo.com/229059028 und lasst euch nicht von den reisßerischen Schlagzeilen täuschen. Wer inei bis zwei [...]
habe ich schon mal einige "Frühchen" der Sternschnuppen auf Video eingefangen. Der Link dorthin: https://vimeo.com/229059028 und lasst euch nicht von den reisßerischen Schlagzeilen täuschen. Wer inei bis zwei Stunden 10 Schnuppen sieht, der hat schon Glück gehabt. Und noch mein Aufsuchtipp: Den "großen Wagen" am Himmel suchen, dann eine Vierteldrehung (90 Grad) nach rechts. Dort steht ähnlich hoch wie der Wagen die Cassiopeia, wegen ihrer markanten Form auch Himmels-W genannt. Das ist zwar etwas über dem Perseus, aber hier erscheinen die schönsten Sternschnuppen. Auf dem Video ist die Cassiopeia ziemlich mittig und oben links ist der Polarstern. Viel Spaß und viele Schnuppen
musca 12.08.2017
3. Ich finde das wird übertrieben.
Sicher , jedes Jahr Mitte August sind die Persiden ein Thema. Nur muss dazu erst mal auch das Wetter stimmen , ( eine sternenklare Nacht muss es sein ) das Wetter ist regional ohnehin völlig kurzfristig. Die [...]
Sicher , jedes Jahr Mitte August sind die Persiden ein Thema. Nur muss dazu erst mal auch das Wetter stimmen , ( eine sternenklare Nacht muss es sein ) das Wetter ist regional ohnehin völlig kurzfristig. Die Mondphase muss auch passen, die Mondphase ist zwar schon lange im vorraus vorhersehbar passt dieses Jahr zur Persidenzeit aber nicht so gut. Aktuell der Mond zwar schon wieder abnehmend , aber auch noch zu fast drei Vierteln voll, der helle Mond in der ersten Nachthälfe noch aufgehend. Lohnt sich fast nicht, unter solchen Bedingungen nach den Persiden Ausschau zu halten. Sollte besser rund um Neumond oder letztes bis erstes Viertel sein. Um den alljährlichen Meteorschauer genießen zu können braucht man klares Wetter , kein bis wenig störendes Mondlicht, und was genau so wichtig ist... auch weit weg von künstlicher Lichtverschmutzung je weiter weg von Ballungräumen und Großstädten, desto besser. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind , wird dieser alljährliche Meteorschauer Mitte August , namens Persiden...( die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Persus herauszukommen) erst dann wird es interessant. Dieses Jahr stört vor allem der noch sehr volle und helle langsam abnehmende Mond die Beobachtung , auch wenn das Wetter klar sein sollte und ein Beobachtungsort in einer dunkle Gegend mit geringer bis wenig Lichtverschmutzung , bringt das dann auch nicht sehr viel. Der fast Dreiviertel Mond ist einfach noch zu hell.

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