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Wissenschaft

Baden-Württemberg

Splitter von 100-Meter-Meteorit entdeckt

Er ist zwei Zentimeter klein und eine große Überraschung: Zum ersten Mal haben Forscher in Baden-Württemberg Reste eines Meteoriten entdeckt. Er stammt von einem 100 Meter großen Brocken, der einst das Steinheimer Becken formte.

DPA/ Michael Hoelzl/ Naturkundemuseum Stuttgart

Kalksteinblock mit schwarzem Meteoritensplitter

Dienstag, 12.09.2017   18:38 Uhr

"Wir sind alle sehr froh über diesen sensationellen Fund", sagte Michael Rasser, Kurator am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Der zwei Zentimeter große Splitter stamme von einem großen Meteoriten, der vor etwa 15 Millionen Jahren rund 40 Kilometer nördlich vom heutigen Ulm einen Riesenkrater in die Erde schlug - das Steinheimer Becken bei Heidenheim.

Der etwa hundert Meter große Brocken war vermutlich ein Begleiter des Tausend-Meter-Brockens, der in etwa 40 Kilometern Abstand zum Steinheimer Becken einen 24 Kilometer großen Krater erzeugt hatte - das Nördlinger Ries.

Das metallisch glänzende Bruchstück sei vor einigen Monaten im Meteorkrater-Museum in Steinheim am Albuch gefunden worden. "Erst nachdem wir uns durch umfangreiche Untersuchungen und die Bestätigung auf der Fachtagung der Internationalen Meteoriten-Gesellschaft im August völlig sicher waren, sind wir damit nun an die Öffentlichkeit gegangen", sagte Rasser.

Doch nicht vollständig verdampft

Die Entdeckungsgeschichte des außerirdischen Gesteins ist besonders: Der Splitter war in einem Kalksteinblock aus dem Meteorkrater verborgen, den Museumsbesucher anfassen durften. "Das trug wohl zur Bildung von Rissen bei", sagte Rasser. Als aus Sicherheitsgründen ein Teil des Kalksteins entfernt wurde, sei plötzlich das glänzende Meteoritenstück zum Vorschein gekommen.

Beim Steinheimer Becken in Baden-Württemberg handle es sich um den am besten erhaltenen Meteoritenkrater Deutschlands, erklärte der Experte. Doch ausgerechnet Baden-Württemberg sei bislang das einzige Bundesland ohne einen erhaltenen Meteoriten gewesen. "Man hatte immer angenommen, dieser wäre beim Einschlag vollständig verdampft."

Bis der Fund öffentlich zu sehen ist, wird noch einige Zeit vergehen: Erst aus Anlass des 40. Jubiläums des Meteorkrater-Museums im kommenden Jahr soll der Splitter ausgestellt werden.

hda/dpa

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