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Wissenschaft

In 44.000 Kilometer Entfernung

Asteroid "2012 TC4" rast pünktlich um 7.41 Uhr an der Erde vorbei

In kosmischen Dimensionen war es knapp: "2012 TC4" passierte die Erde wie berechnet. Forscher erhoffen sich nun Details über den Himmelskörper, der in 62 Jahren wieder erwartet wird.

NASA/ JPL-Caltech

Nasa-Animation von "2012 TC4"

Donnerstag, 12.10.2017   13:37 Uhr

Am Morgen hat der Asteroid "2012 TC4" die Erde in relativ geringem Abstand passiert. Der Vorbeiflug sei wie berechnet pünktlich erfolgt, sagte Detlef Koschny von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa im niederländischen Noordwijk.

Der Himmelskörper erreichte seinen erdnächsten Punkt um 7.41 Uhr mit rund 44.000 Kilometern Abstand. Zum Vergleich: Der Mond ist etwa 400.000 Kilometer entfernt, geostationäre Satelliten fliegen in einer Höhe von knapp 36.000 Kilometern.

Weitere Informationen lagen Koschny zunächst nicht vor. "Ich bin mir aber sicher, dass sie kommen", sagte er. So werde etwa untersucht, aus welchem Material der Asteroid besteht. "Wir haben Daten, mit denen wir das herausfinden", sagte er.

ESO/ ESA /NEOCC

"2012 TC4" erscheint als Punkt in der Mitte dieses zusammengesetzten Bildes, das vom ESO Very Large Telescope aufgenommen wurde

Der 2012 entdeckte kosmische Brocken hat nach Schätzungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Durchmesser zwischen zwölf und 27 Metern.

Einen Einschlag des Asteroiden auf der Erde hatten die Wissenschaftler zuvor definitiv ausgeschlossen. Internationale Forscher wollten den engen Vorbeiflug von "2012 TC4" nutzen, um ihre Fähigkeiten beim Aufspüren und weiteren Beobachten eines solchen Himmelskörpers zu testen: Seit vielen Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken.

Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch der Erde gefährlich nahe kommen.

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Ein Wiedersehen mit "2012 TC4" wird es erst im Jahr 2079 geben. Dann existiert laut Esa eine minimale Wahrscheinlichkeit, dass er die Erde trifft. Die Chance betrage nach aktuellsten Berechnungen 1:15.000. Doch da der Asteroid auf seinem jetzigen Vorbeiflug von der Erde abgelenkt wurde, könne sich die Wahrscheinlichkeit geändert haben.

brt/dpa/AFP

insgesamt 55 Beiträge
joes.world 12.10.2017
1. Alles ist gut
Wenn wir jetzt sogar schon Hausgroße-Asteroiden im Voraus ausfindig machen und Jahre lang beobachten - scheint die Erde gut geschützt zu sein. Sollte mal ein etwas größerer daher kommen. Um den dann rechtzeitig mit unseren [...]
Wenn wir jetzt sogar schon Hausgroße-Asteroiden im Voraus ausfindig machen und Jahre lang beobachten - scheint die Erde gut geschützt zu sein. Sollte mal ein etwas größerer daher kommen. Um den dann rechtzeitig mit unseren Mitteln zu bearbeiten. Also im Augenblick schaut es schlecht für die aus, die auf einen großen Brocken wartet, der den selben Effekt hätte wie der, der die Dinosaurier auslöschte. Wir würden ihn rechtzeitig entschärfen können. By the way. Die Angst vor Asteroiden ist so alt, als die Menschen wissen, dass sie ihnen blühen könnten. Diese Angst wird nun langsam verschwinden. Andererseits haben wir Menschen inzwischen viel wirkungsvollere Methoden entwickelt, um unseren Planeten mittelfristig menschenfeindlich zu machen: nämlich durch Überbevölkerung. Geht doch mit der intensivere Landwirtschaft einnher. Weniger Natur um die Welt zu regenerieren, mehr Anbauflächen, mehr Tierhltung, Wasserknappheit, dadurch weitere Erwärmung der Erde - irgendwann kippt dann das Schneeballsystem. Conclusio: nicht der Asteroid ist das Problem, sondern der Mensch.
hausfeen 12.10.2017
2. Kommt er in 62 Jahren näher oder weiter an die Erde ran?
Oder gleich weit und wo steht der Mond in 62 Jahren? Weiß man das schon?
Oder gleich weit und wo steht der Mond in 62 Jahren? Weiß man das schon?
KingTut 12.10.2017
3. Die Gefahr ist real
Lieber joes.world, in der Regel bin ich fast immer Ihrer Meinung, aber dazu muss ich jetzt doch etwas schreiben. Erstmal finde ich die Tatsache, dass Astronomen aus der ganzen Welt Ausschau nach Asteroiden halten, lobenswert [...]
Lieber joes.world, in der Regel bin ich fast immer Ihrer Meinung, aber dazu muss ich jetzt doch etwas schreiben. Erstmal finde ich die Tatsache, dass Astronomen aus der ganzen Welt Ausschau nach Asteroiden halten, lobenswert und beruhigend zugleich. Ich möchte hier besonders die Rolle von Hobby-Astronomen hervorheben, die schon viele solcher Objekte entdeckt haben. Ob wir einen kilometergroßen Brocken rechtzeitig entdecken, um effektive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, halte ich derzeit für nicht gesichert. Ich erinnere an den Kometen Schoemaker-Levy-9, der 1993 entdeckt wurde und schon ein Jahr später (!) auf dem Jupiter einschlug. Wir alle kennen die spektakulären Bilder von damals. Wäre er auf Kollisionskurs mit der Erde gewesen, dann hätten wir hier vermutlich ein Inferno erlebt, das wir nicht hätten verhindern können, weil die Vorlaufzeit einfach zu kurz war. Angesichts von Myriaden von Objekten in der Oort‘schen Wolke, im Kuijper Gürtel und andernorts in unserem Sonnensystem kann es immer sein, dass plötzlich ein Brocken auftaucht, von dem man vorher nichts wusste. Um Gegenmaßnahmen zu ergreifen müssen wir entsprechende Abwehrsysteme bereithalten, damit diese bei Gefahr sofort einsetzbar sind. Wäre z.B. der heute an der Erde vorbeigeraste Asteroid einen oder mehrere Kilometer groß und wir wüssten, dass er in 62 Jahren wiederkehrt, dann hätten wir genug Zeit, ihm rechtzeitig einen Impaktor entgegenzuschicken, der ihn geringfügig von seiner Umlaufbahn ablenkt. Dabei spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle, d.h. je mehr Vorlaufzeit man hat, desto größer die Chance einer wirksamen Beeinflussung der Flugbahn. Ich bin sicher, Ihnen damit nichts Neues erzählt zu haben, ich wollte es nur ergänzend zu Ihrem Beitrag erwähnt haben :-) Was die irdischen Probleme betrifft 100 % Zustimmung. Nur ändert dies nicht (und relativiert sie auch nicht) die potentielle Gefahr von Asteroideneinschlägen, gegen die wir auf jeden Fall gewappnet sein müssen. Denn auch im Fall von S-L-9 hätte niemand gedacht, dass wir diese Einschläge als Zeitzeugen erleben würden.
fredderfarmer 12.10.2017
4. Change für Frieden auf der Erde
Fast seht man sich schon folgendes Szenario herbei: Ein Riesenbrocken hält Kurs auf die Erde und wird in 10 Jahren mit ihr Kollidieren. Wo genau er einschlagen wird ist kann aber nicht vorhergesagt werden. Von nun an müssen alle [...]
Fast seht man sich schon folgendes Szenario herbei: Ein Riesenbrocken hält Kurs auf die Erde und wird in 10 Jahren mit ihr Kollidieren. Wo genau er einschlagen wird ist kann aber nicht vorhergesagt werden. Von nun an müssen alle Völker der Erde gemeinsam an einer Abwehr und mit voller Energie an der Abwehr des Kometen arbeiten, denn die Zeit wird knapp...
schwerpunkt 12.10.2017
5.
Keine Chance. 10 Jahre sind viel zu knapp um bei so einem Brocken noch irgend etwas auszurichten und ihn zuverlässig von einem Kollisionskurs abzubringen. Wenn man noch nicht genau weis, wo er einschlagen wird, ist man auch [...]
Zitat von fredderfarmerFast seht man sich schon folgendes Szenario herbei: Ein Riesenbrocken hält Kurs auf die Erde und wird in 10 Jahren mit ihr Kollidieren. Wo genau er einschlagen wird ist kann aber nicht vorhergesagt werden. Von nun an müssen alle Völker der Erde gemeinsam an einer Abwehr und mit voller Energie an der Abwehr des Kometen arbeiten, denn die Zeit wird knapp...
Keine Chance. 10 Jahre sind viel zu knapp um bei so einem Brocken noch irgend etwas auszurichten und ihn zuverlässig von einem Kollisionskurs abzubringen. Wenn man noch nicht genau weis, wo er einschlagen wird, ist man auch unsicher darüber ob er überhaupt einschlagen wird (zu viel Unsicherheit über die Bahnparameter). Dann könnte man ihn mit einer Hauruck-Aktion auch gerade erst auf Kollisionskurs bringen. Einen 10 Meter-brocken kann man eventuell in diesem Zeitraum etwas verschieben (wenn man bereits das Fluggerät hätte um hinzukommen), nur dass sich dabei die Frage stellt ob der (gewaltige) Aufwand im Verhältnis zum möglichen Schaden steht (vor allem da mit hoher Wahrscheinlichkeit gar kein Schaden entsteht).

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