21.12.2011
Doppelrekord
Forscher finden Planeten von der Größe der Erde
Kepler 20e und Kepler 20f im Größenvergleich: Astronomen finden neue Winzlinge
Die Suche nach Exoplaneten ist ein schwieriges Geschäft. Neben ihren hell strahlenden Heimatsternen sind die düsteren Winzlinge nur mit äußerst empfindlichen Instrumenten und allerlei technischen Tricks auszumachen. Anfangs konnten Forscher nur Gasriesen von den Ausmaßen des Jupiters entdecken - doch nach und nach entwickelten sie einen immer präziseren Blick.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert jetzt eine Entdeckung, die mit Hilfe des "Kepler"-Weltraumteleskops gelungen ist: zwei geradezu winzige Planeten mit dem 0,87- und dem 1,03-fachen Durchmesser der Erde.
Sie umkreisen den rund tausend Lichtjahre entfernten Stern mit der Katalognummer Kepler 20. Er besitzt ein ganzes Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern, schreiben die Entdecker im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature". Während es sich bei den bereits bekannten drei Planeten des Sterns um Gasriesen von etwa der Größe des Neptuns handelt, haben die beiden neu entdeckten sogenannten Exoplaneten nur den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Der zuvor kleinste bekannte Exoplanet besitzt immerhin einen 1,42-mal größeren Durchmesser als unser Heimatplanet.
Die Massen der neu entdeckten Exoplaneten, Kepler 20e und Kepler 20f sind noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics halten es jedoch für möglich, dass beide eine ähnliche Zusammensetzung wie die Erde aufweisen, mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein-Mantel.
Zu heiß für Leben
Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß: Sie umkreisen ihren Stern, der unserer Sonne ähnelt, in nur sechs beziehungsweise knapp 20 Tagen. Entsprechend eng ist ihre Umlaufbahn, und ihre Durchschnittstemperatur liegt nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, meinen die Forscher.
Das Weltraumteleskop "Kepler" war von der US-Raumfahrtbehörde Nasa unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dafür die Helligkeit Tausender Sterne. Planeten, die aus irdischer Perspektive genau vor ihrem Heimatstern entlang ziehen, verdunkeln ihn ein wenig. Durch diese Helligkeitsschwankungen hat "Kepler" bereits mehr als 2000 Kandidaten für Exoplaneten angegeben, die allerdings großenteils noch bestätigt werden müssen.
Zuletzt hatte das Weltraumteleskop einen Planeten mit 2,4-fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt. Auf Kepler-22b herrschen demnach milde 22 Grad Celsius. Damit wäre die Existenz von flüssigem Wasser möglich, was als Hauptvoraussetzung für die Entstehung von Leben gilt.
mbe/dpa