25.04.2012
"Dragon"
Start von Privat-Raumkapsel zur ISS verschoben
"Dragon" an der ISS (Grafik): Weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan
Washington - Die "Dragon"-Kapsel soll nun am 7. Mai starten. Auf dieses Datum hätten sich SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa geeinigt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Auch die Nasa bestätigte den Termin. SpaceX hatte den für den 30. April geplanten Start verschoben, um mehr Tests mit den Computercodes für das Andockmanöver vornehmen zu können.
Nach dem 7. Mai ist der SpaceX-Flug zur ISS nicht mehr ohne weiteres möglich, da er sonst mit der Ankunft einer russischen Kapsel zusammenfallen könnte. Diese bringt drei neue Mannschaftsmitglieder zum Außenposten der Menschheit im All.
"Dragon" liegt bereits jetzt weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan: Ursprünglich war der erste Testflug bereits für vergangenen November vorgesehen, musste dann aber wegen technischer Probleme mehrfach verschoben werden.
Der Start mit einer "Falcon 9"-Trägerrakete ist vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida vorgesehen. Die Raumkapsel "Dragon" soll sich der ISS dann auf eine Distanz von 2,5 Kilometern nähern. Das Andockmanöver ist so geplant, dass die wiederverwendbare Raumkapsel ganz langsam auf die Station zufliegt. Dort angekommen, soll sie von den Astronauten an Bord der ISS mit einem Roboterarm eingefangen werden.
Beim Premierenflug soll "Dragon" 521 Kilogramm Fracht zur ISS liefern. Drei Wochen später geht es dann zurück zur Erde. Auf dem Rückflug sind über 600 Kilogramm Müll an Bord, landen soll die Kapsel vor der Küste Kaliforniens im Pazifik.
Im Dezember 2010 hatte SpaceX als erstes Privatunternehmen eine Raumkapsel ins All und zurück zur Erde befördert. Ein Docking mit der ISS hatte es damals noch nicht gegeben. Der Einsatz kommerzieller Transporter war von der US-Regierung im Zeichen des Sparens beschlossen worden: Dahinter steht die Annahme, dass von Privatfirmen entwickelte Vehikel billiger sind. Die Nasa schloss mit SpaceX einen 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag über zwölf Flüge ab, die rund 20 Tonnen Material zur ISS bringen sollen.
chs/AFP/dpa