07.06.2012
Roter Planet
Mars-Krater verrät regelmäßige Klimawechsel
Marskrater mit Sedimentschichten: Vom Wasser verfestigt, vom Wind erodiert
Darmstadt - Der Mars fasziniert die Menschheit: Er könnte in ferner Vergangenheit Leben beherbergt haben, und in der Zukunft könnten Raumfahrer von der Erde auf seiner Oberfläche stehen. Bis es so weit ist, erkunden Sonden den Mars. Die Europäische Weltraumagentur (Esa) hat nun Bilder von "Mars Express" veröffentlicht, die auf regelmäßige Klimawechsel auf dem Roten Planeten schließen lassen.
Die Bilder entstanden im vergangenen Sommer in der Hochlandregion Arabia Terra nördlich des Marsäquators. Die Aufnahmeserie vom Boden des 60 Kilometer breiten Danielson-Kraters zeigt nach Ansicht der Esa-Experten wiederkehrende Sedimentschichten mit etwa gleicher Dicke und ähnlichen Abständen zueinander. Das deute auf regelmäßige Klimawechsel hin, die wiederum auf wiederkehrende Veränderungen der Rotationsachse des Mars zurückzuführen sein könnten.
Am Danielson-Krater zeigten sich nach Esa-Angaben zudem besonders scharfkantige Felsrücken. Es sei anzunehmen, dass die Sedimente dort zunächst von Wasser verfestigt und dann vom Wind erodiert worden seien. Das Wasser könne aus einem früheren Grundwasserreservoir stammen. Forscher haben bereits zahlreiche Hinweise darauf gefunden, dass einst große Wassermassen die Oberfläche des Mars formten. Sogar die mutmaßlichen Überreste alter Seesysteme wurden entdeckt.
Zuletzt hatte "Mars Express" Hinweise auf ehemalige Wasservorkommen in der Region Acidalia Planitia gefunden. Nun also die Bilder der Sedimentschichten vom Danielson-Krater. Die Ausrichtung der Felsrücken lässt die Forscher vermuten, dass starke Nord- und Nordostwinde die Sedimente zunächst abgelagert und dann in einer späteren, trockeneren Periode nach und nach wieder abgetragen hatten.
Interessant ist, dass im benachbarten Kalocsa-Krater, benannt nach einem ungarischen Ort, die Sedimentschichten nicht zu sehen sind. Das könnte daran liegen, dass der Kraterboden hier insgesamt höher liegt - so könnte ihm der Zugang zu dem mutmaßlichen unterirdischen Wasserreservoir versperrt gewesen sein. Oder aber er entstand erst zu einer Zeit, als schon kein flüssiges Wasser mehr auf dem Mars existierte.
chs/dpa
