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25.11.2012
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Überraschende Entdeckung

Astronauten finden unbekannte Tierart

ESA

Bei einem Höhlentrainig in Sardinien haben Astronauten eine neue Art von Asseln entdeckt. Die lichtscheuen Tiere ließen sich mit einem für Menschen eher unappetitlichen Köder fangen: einer Paste aus Leber und vergammeltem Käse.

Berlin - Der Weg ins All führt für Andreas Mogensen und seine Kollegen über eine Höhle im Untergrund von Sardinien. Vielleicht jedenfalls - denn ob der dänische Ingenieur jemals als Astronaut der Europäischen Weltraumagentur (Esa) ins All fliegen wird, steht noch nicht fest. Mogensen bereitet sich aber zumindest darauf vor. Und dazu gehörte in diesem Sommer auch ein einwöchiges Training in einer finsteren Höhle der sonst so sonnigen Mittelmeerinsel.

Einsamkeit, Dunkelheit, Erschöpfung - die Herausforderung für Mogensen und seine Kollegen aus den USA, Kanada, Russland und Japan waren groß. Und genau darauf kommt es den Astronautentrainern an: Sie wollen sehen, wie sich ihre multikulturellen Schützlinge unter Extrembedingungen verhalten. Beim Einsatz in den Kalksteinhöhlen des Supramonte-Massivs konnten die Astronauten aber nicht nur über sich selbst und ihre Kollegen etwas lernen. Sie haben auch die Wissenschaft vorangebracht: Mehr oder weniger zufällig hat das Team eine neue Tierart entdeckt.

Die Esa berichtet, dass bei den Höhlenexperimenten eine neue Art von Landasseln gefunden wurde. Nach Angaben der Projektmanagerin Loredana Bessone waren Wissenschaftler bei der Vorbereitung des Camps im Berginneren bereits kleinere Krebstiere in einem Tümpel aufgefallen. Daraufhin hätten die Astronauten den Auftrag erhalten, möglichst viele Exemplare einzusammeln.

Damit sich auch genügend Exemplare fanden, rührte der Wissenschaftler Paolo Marcia einen besonders delikaten Köder an: eine stinkende Paste aus Leber und vergammeltem Käse. Am letzten Tag des Experiments habe man dann die interessantesten Tiere gefangen und in Alkohol eingelegt.

Auf Vergleichstabellen ließen sich die acht Millimeter langen Asseln dann keiner bekannten Art zuordnen. Molekulare Analysen belegten schließlich, dass es sich tatsächlich um eine neue Spezies handelte. Wissenschaftlich ist das durchaus interessant: Die Landasseln sollen sich aus Vorfahren entwickelt haben, die einst in den Ozeanen lebten. Die neu entdeckte Art kehrte danach aber offenbar wieder ins Nasse zurück.

chs

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insgesamt 20 Beiträge
1. Irreführender Titel
spon-facebook-1405301196 25.11.2012
Liebes Spiegel Team. "Astronauten finden unbekannte Tierart". Da denkt man sofort, man hätte Leben im All gefunden, stattdessen ist es in Sardinien. Großer Aufreißer und nichts dahinter.... das könnt ihr besser!!
Liebes Spiegel Team. "Astronauten finden unbekannte Tierart". Da denkt man sofort, man hätte Leben im All gefunden, stattdessen ist es in Sardinien. Großer Aufreißer und nichts dahinter.... das könnt ihr besser!!
2. Erfolgreich?
opat 25.11.2012
Hoffentlich waren die Astronauten nicht zu erfolgreich und haben alle Asseln erwischt. Offensichtlich ist das ja eine endemische Spezies, die nur in diesem Höhlensystem vorkommt. 'Wissenschaftlich' ist es wohl nicht, [...]
Zitat von sysopESABei einem Höhlentrainig in Sardinien haben Astronauten eine neue Art von Asseln entdeckt. Die lichtscheuen Tiere ließen sich mit einem für Menschen eher unappetitlichen Köder fangen: einer Paste aus Leber und vergammeltem Käse. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/entdeckung-in-sardinien-astronauten-finden-unbekannte-tierart-a-869147.html
Hoffentlich waren die Astronauten nicht zu erfolgreich und haben alle Asseln erwischt. Offensichtlich ist das ja eine endemische Spezies, die nur in diesem Höhlensystem vorkommt. 'Wissenschaftlich' ist es wohl nicht, 'möglichst viele Exemplare einzusammeln.
3. Ja super!
baninchenrenner 25.11.2012
Ja super! Es gibt bestimmt noch Abertausende Sorten Seegurken, Schleimschnecken, Sumpfasseln, Schnepfenvögel usw. die unbedingt, zwingend und auf jeden Fall alle samt und sonders hervorgezerrt, entdeckt, entlarvt, angelockt, [...]
Ja super! Es gibt bestimmt noch Abertausende Sorten Seegurken, Schleimschnecken, Sumpfasseln, Schnepfenvögel usw. die unbedingt, zwingend und auf jeden Fall alle samt und sonders hervorgezerrt, entdeckt, entlarvt, angelockt, molekulargenetisch auseinandergehalten, in Alkohol eingeweicht, getrocknet, katalogisiert, eingeordnet, lateinisch benamt, seziert, fotografiert, abgemalt, gewogen, gemessen und geröntgt werden müssen. Alle! ALLE bitte! Der Erde und den darauf herumlurchenden Lebewesen ist es so was von sch*egal, ob die Menschen sich erdreisten, ihnen Katalognummern, Ordnungshierarchiestellplätze oder Stammbaumzweigablageorte zwangszuzuweisen. Letztlich ist das doch nur komplett subjektive, virtuelle, eitle, drollige und selbstbeweihräuchernde Beschäftigungstherapie der erhabenen Spezies "Homo sapiens sapiens".
4. Was erwartest Du?
opat 25.11.2012
Wenn sich ein Journalist so eine Steilvorlage entgehen läßt, hat er keine Chance von SPON zu BILD aufzusteigen ;-)
Zitat von spon-facebook-1405301196Liebes Spiegel Team. "Astronauten finden unbekannte Tierart". Da denkt man sofort, man hätte Leben im All gefunden, stattdessen ist es in Sardinien. Großer Aufreißer und nichts dahinter.... das könnt ihr besser!!
Wenn sich ein Journalist so eine Steilvorlage entgehen läßt, hat er keine Chance von SPON zu BILD aufzusteigen ;-)
5. Menschheit, Menschheit über alles in der Welt
gammarayburst 25.11.2012
Sofort ausrotten, könnte uns ja irgendwann irgendwie gefährlich werden oder ein paar Milligramm Rohstoffe verbrauchen, die lediglich der edlen Menschheit zustehen!
Sofort ausrotten, könnte uns ja irgendwann irgendwie gefährlich werden oder ein paar Milligramm Rohstoffe verbrauchen, die lediglich der edlen Menschheit zustehen!

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