Lade Daten...
05.01.2013
Schrift:
-
+

Satellitenbild der Woche

Weißer Wüstensturm

REUTERS/ NASA

Taklamakan-Wüste in Nordwest-China am 2. Januar: Von Gebirgen umstellt

Wüsten sind Wüsten, weil dort kaum Niederschlag fällt. Entsprechend groß ist das Erstaunen über die Schneedecke, die ein aktuelles Satellitenbild dokumentiert - mitten in einer der trockensten Regionen der Erde.

Hamburg - Sind das Wolken? Die schweben nicht gerade häufig über die Wüste. Sind es Staubstürme? Die kommen dort ja öfters vor. Aber nein, - es ist Schnee! Die weiße Bedeckung auf der Taklamakan-Wüste im Nordwesten Chinas ist tatsächlich Schnee.

Wüsten sind Wüsten, weil es wenig Niederschlag gibt. Umso staunenswerter erscheint nun die Schneedecke, die ein aktuelles Satellitenbild der US-Raumfahrtbehörde Nasa dokumentiert.

Zwei Phänomene machen die Taklamakan zu einer der trockensten Regionen der Erde: Tausende Kilometer von größeren Gewässern entfernt, dringen wenige Wolken vor, die sich mit verdunstetem Wasser vollgesogen haben. Die verbleibenden Wolken werden meist von Gebirgen aufgehalten, die die Taklamakan umstellen. Die Wüste ist ungefähr so groß wie Deutschland.

"Noch nie gesehen"

Selten gelangt dunstige Luft in die Region, am ehesten noch nach hitzigen Sommertagen. Im August sollen die Schattentemperaturen in der Taklamakan bisweilen auf mehr als 60 Grad rekordverdächtig steigen - doch Schatten gibt es in der Einöde selten. In der Sonne herrscht dann Saunahitze.

Gerade mal gut 30 Millimeter Niederschlag fallen übers Jahr in der Taklamakan-Wüste, fast aller von Mai bis September. Meteorologen bezeichnen die Region als hyperarid, also anders gesagt als magatrocken. Zum Vergleich: In Magdeburg, der trockensten Stadt in Deutschland, fiel vergangenes Jahr die 15-fache Menge Niederschlag. Die trockenste Zeit in der Wüste dauert üblicherweise von Dezember bis Februar; meist fällt dann kein bisschen Niederschlag.

Umso erstaunlicher wirkt nun das Bild des Nasa-Satelliten "Aqua" vom 2. Januar: Schnee bedeckt den Westen der Wüste. Am zweiten Weihnachtstag war ein Sturm aufgezogen, der riesige Mengen Feuchtigkeit ins Landesinnere blies. "Sieben Millimeter Schnee!", meldeten erstaunt lokale Medien am 27. Dezember. So etwas habe man dort noch nie gesehen. Ganz so selten scheint das Phänomen aber doch nicht: Auch 2008 wurde im Westen der Taklamakan-Wüste Schnee gesichtet - allerdings nicht so viel wie derzeit.

boj

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Buchtipp

Buchtipp

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter RSS
alles zum Thema Satellitenbild der Woche
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten