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11.01.2013
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Quasar-Gruppe

Forscher entdecken größtes Objekt des Universums

ESO/ M. Kornmesser

Forscher haben eine Gruppe extrem heller Galaxienkerne entdeckt, die zusammen vier Milliarden Lichtjahre messen - es ist die größte Struktur, die jemals im All gefunden wurde. Das Problem: Nach einer Grundannahme der Kosmologie dürfte es ein derart gigantisches Gebilde gar nicht geben.

London - Das Universum ist nicht arm an großen Dingen: Schon mit den Ausmaßen von Sternen hat das menschliche Vorstellungsvermögen so seine Schwierigkeiten, ganz zu schweigen von Galaxien oder gar Galaxienhaufen.

Jetzt aber hat ein internationales Astronomen-Team etwas entdeckt, das selbst derartige Strukturen winzig wirken lässt: Eine Gruppe aus 73 Quasaren, die vier Milliarden Lichtjahre lang ist. Wie gigantisch diese Große Quasargruppe (Large Quasar Group, LQG) ist, versuchen die Forscher mit einem Beispiel zu verdeutlichen: Wäre man in einem Raumschiff mit einem Tempo von knapp 1,1 Milliarden km/h unterwegs - also etwa mit Lichtgeschwindigkeit - bräuchte man vier Milliarden Jahre, um diese Quasargruppe zu durchqueren.

Quasare sind die Kerne aktiver Galaxien aus der Jugendzeit des Universums. Über kurze Zeiträume leuchten sie extrem hell und sind so über riesige Entfernungen sichtbar - wobei "kurz" in kosmischen Maßstäben durchaus ein wenig länger sein kann. In diesem Fall geht es um Zeiträume von zehn bis 100 Millionen Jahren.

Seit den achtziger Jahren ist bekannt, dass sich Quasare in erstaunlich großen Gruppen sammeln. Während Galaxienhaufen Durchmesser von sechs bis zehn Millionen Lichtjahren besitzen können, erreichen Große Quasargruppen mitunter mehr als 600 Millionen Lichtjahre.

Zu groß für das Kosmologische Prinzip

Doch die jetzt entdeckte Gruppe ist mit vier Milliarden Lichtjahren fast siebenmal so groß. Etwas derartiges wurde niemals zuvor beobachtet, schreibt das Team um Roger Clowes von der University of Central Lancashire im britischen Preston im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". "Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es die größte Struktur ist, die jemals im Universum erspäht wurde", erklärt Clowes in einer Mitteilung seiner Universität. "Das ist sehr aufregend - nicht zuletzt, weil es unserem gegenwärtigen Verständnis von den Größenverhältnissen im Universums widerspricht."

Denn die moderne Kosmologie baut auf das sogenannte Kosmologische Prinzip. Es besagt, dass der Weltraum - wenn man ihn in einem ausreichend großen Maßstab betrachtet - immer gleich aussieht, egal wo der Betrachter sich befindet und in welche Richtung er blickt. Nach diesem Prinzip, das allerdings nie zweifelsfrei bewiesen worden sei, sollte es keine Gebilde von mehr als etwa 1,2 Milliarden Lichtjahren Größe geben, erläutern die Forscher. Sie wollen nun nach weiteren Beispielen für "zu große" Strukturen im Universum suchen.

Beinahe niedlich wirkt daneben ein weiterer Rekordfund, den Astronomen nahezu zeitgleich präsentiert haben: die größte bisher bekannte Spiralgalaxie. Eine Unbekannte ist NGC 6872 für Wissenschaftler nicht, sie gilt schon seit Jahrzehnten als eines der größten Sternsysteme überhaupt.

Jetzt aber hat ein Team das Daten der "Galaxy Evolution Explorer"-Mission der US-Weltraumbehörde Nasa analysiert. Das Ergebnis: Der Durchmesser von NGC 6872 beträgt mehr als 522.000 Lichtjahre. Damit ist sie fünfmal größer als unsere Milchstraße, die ebenfalls eine Spiralgalaxie ist - aber immer noch rund 7700-mal kleiner als die jetzt entdeckte Rekord-Quasargruppe.

mbe/dpa

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insgesamt 308 Beiträge
1. optional
telgo 11.01.2013
Wir sind ja auch allein im All
Wir sind ja auch allein im All
2. Veranschaulichung
Meckermann 11.01.2013
Unter einer so großen Zahl kann ich mir gar nichts vorstellen... Danke, jetzt bin ich viel schlauer als vorher! /Ironie
Unter einer so großen Zahl kann ich mir gar nichts vorstellen... Danke, jetzt bin ich viel schlauer als vorher! /Ironie
3. noch nicht mal 'ne Sekunde
syracusa 11.01.2013
Nur aus Sicht eines Beobachters aus dieser Quasargruppe würde das Raumschiff so lange brauchen. Aus Sicht der Raumfahrer selbst würde beim Durchqueren dieser Gruppe noch nicht mal eine Sekunde vergehen.
Zitat von sysopWäre man in einem Raumschiff mit einem Tempo von knapp 1,1 Milliarden km/h unterwegs - also etwa mit Lichtgeschwindigkeit - bräuchte man vier Milliarden Jahre, um diese Quasargruppe zu durchqueren.
Nur aus Sicht eines Beobachters aus dieser Quasargruppe würde das Raumschiff so lange brauchen. Aus Sicht der Raumfahrer selbst würde beim Durchqueren dieser Gruppe noch nicht mal eine Sekunde vergehen.
4. Sehr schön
Fackus 11.01.2013
Das bedeutet letztlich, dass das Universum nicht so isotrop sein kann, wie es die Urknalltheorie fordert. Eine schöne Erkenntnis. Vielleicht erleben wir es sogar noch, dass diese Urknalltheorie durch ein paar weitere [...]
Zitat von sysopForscher haben eine Gruppe extrem heller Galaxienkerne entdeckt, die zusammen vier Milliarden Lichtjahre messen - es ist die größte Struktur, die jemals im All gefunden wurde. Das Problem: Nach einer Grundannahme der Kosmologie dürfte es ein derart gigantisches Gebilde gar nicht geben. Quasar-Gruppe: Forscher entdecken größtes Objekt des Universums - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/quasar-gruppe-forscher-entdecken-groesstes-objekt-des-universums-a-877052.html)
Das bedeutet letztlich, dass das Universum nicht so isotrop sein kann, wie es die Urknalltheorie fordert. Eine schöne Erkenntnis. Vielleicht erleben wir es sogar noch, dass diese Urknalltheorie durch ein paar weitere ähnliche Erkenntnsse zeitnah zerbröselt. Ich hatte schon befürchtet, dass das wieder so lange dauert wie der Schritt von Ptolemäus zu Kopernikus.
5. Die Entfernung und die Ausdehnung
hajdydobajdy 11.01.2013
Es soll kein Zentrum des Universums geben. Nun, es wird wohl einen Grund haben, dass man bis jetzt nicht von einem Zentrum ausgeht, obwohl es eine Darstellung des Universums gibt. Zu dem Artikel ist zu sagen, dass in den letzten [...]
Es soll kein Zentrum des Universums geben. Nun, es wird wohl einen Grund haben, dass man bis jetzt nicht von einem Zentrum ausgeht, obwohl es eine Darstellung des Universums gibt. Zu dem Artikel ist zu sagen, dass in den letzten Jahren immer größere Objekte gefunden wurden. Dies hängt mit den Möglichkeiten zusammen. Man nimmt nicht nur das Lichtspektrum, sondern auch andere Verfahren. Jedoch das Licht ist die Messlatte des Universums. Es ist also so, je weiter ein Licht entfernt ist, desto schwächer ist es. Die Weltraumteleskope automatisierte Abgleichungen von regelmäßigen Aufnahmen erweitern unseren Horizont. In den letzten Jahren konnten wir also weiter in die Vergangenheit sehen und dies besser auswerten dank der Computerisierung. Jedoch auch dies hat Grenzen, da nach heutigen Erkenntnissen, dass Weltall sich schneller als das Licht ausbreitet. Diese Ausbreitung ist jedoch nicht gleich. Umso weiter wir das Weltall von unserer Galaxie verfolgen, umso schneller breitet sich das Weltall aus. Daher ist es durchaus logisch, dass weiter entfernte Gebilde einen größeren Umfang haben. Da die Erkenntnis darüber, dass sich das Weltall verbreitert, noch nicht sehr alt ist, so ist die Aussage des englischen Forschers nicht ganz richtig. Vor allem muss man berücksichtigen, dass die Bildung der ersten Galaxien sich unterscheiden. Man nimmt an, dass in der frühen Periode des Weltalls bei der Explosion von Sternen mehr schwere Materie freigesetzt worden ist. Später wurde diese mehr in schwarze Löcher gebunden. Da die Geschwindigkeit des Universums mit der Zeit zunimmt, so dürfte die Entdeckung so gar nicht mehr existieren. Man muss ja beachten, dass diese Entdeckung ein Zeitfenster aus der Vergangenheit ist. Dies ist zu beachten, da die jetzige Ausbreitung des Weltalls am Anfang so nicht stattfand. Man nimmt an, durch das dichtere Vorhandensein der Masse. Daher, umso kleiner die Anziehung der vorhandenen Masse zum Weltall, umso schneller soll es sich ausbreiten. Daher scheint es eher normal, dass die Masse früher in größeren Cluster verbunden war.

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