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15.01.2013
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Testflug 2017

Europäer bauen am US-Raumschiff der Zukunft mit

Von
AFP / Nasa / Esa

"Multi Purpose Crew Vehicle" (künstlerische Darstellung): "Das ist ein Paradigmenwechsel"

Europa wird entscheidende Technik für das neue Raumschiff der Nasa liefern. Es soll Astronauten nicht nur zur Internationalen Raumstation fliegen, sondern auch zu ferneren Zielen. Los geht es wohl mit einer unbemannten Reise um den Mond.

Berlin - Europa und die USA werden bei der Entwicklung des neuen Nasa-Astronautentransporters zusammenarbeiten. Hochrangige Vertreter der beiden zuständigen Raumfahrtorganisationen wollen die Details dazu am Mittwochnachmittag in Houston vorstellen. Klar ist bereits jetzt: Die Europäer werden das sogenannte Servicemodul für einen Testflug des neuen "Multi Purpose Crew Vehicle" (MPCV) liefern, der in gut vier Jahren stattfinden soll.

Eine Vereinbarung dazu war nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits vor Weihnachten in aller Stille unterschrieben worden. Es soll um die Lieferung von technischem Gerät gehen, nicht nur um Konstruktionszeichnungen. Die Europäer steuern ihr Wissen aus dem Bau des unbemannten Esa-Frachters ATV für die Konstruktion des neuen Nasa-Raumschiffs bei. Der Testflug im Jahr 2017 soll es ohne Besatzung auf einer Bahn in Form einer Acht um den Mond führen.

Aus Europa werden auf diesem Flug unter anderem das Antriebs- und Avioniksystem des MPCV stammen. Die Esa hatte im vergangenen Sommer den Raumfahrtkonzern Astrium mit einer 6,5 Millionen Euro teuren Studie dazu beauftragt. Dort hofft man nun auch, das Servicemodul bauen zu dürfen. Im Kern geht es darum, möglichst viele Erkenntnisse aus der Konstruktion des ATV für das neue Raumschiff wiederzuverwenden. Das Servicemodul wird aber auch neue Bauteile brauchen, zum Beispiel ein größeres Haupttriebwerk.

Die Beteiligung an der Entwicklung des MPCV hilft den Esa-Staaten, ihren Beitrag zum Betrieb der Internationalen Raumstation bis zum Jahr 2020 zu leisten. Weil sie dafür kein Geld überweisen wollen, liefern die Europäer traditionell Sachleistungen. Zuletzt waren das vor allem Versorgungsflüge mit dem ATV. Da davon aber nur fünf Exemplare geplant waren, hätte es nach 2017 eine Finanzierungslücke gegeben - im Extremfall hätte die Esa dann eben doch Geld zahlen müssen.

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Dieses Szenario ist nun abgewendet - zumal nicht klar gewesen wäre, ob die klammen Mitgliedstaaten das Geld zum Weiterbetrieb der Station überhaupt zusammen bekommen hätten. Die Zusammenarbeit mit den Amerikanern könnte dagegen eine historische Chance bieten - denn noch nie hat sich die Nasa bei so wichtiger Technik auf eine Kooperation eingelassen.

Streit verhinderte Fortschritte

"Das ist ein Paradigmenwechsel, und wir sind sehr froh darüber", hatte Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), bereits im vergangenen Jahr die Signale aus der Nasa-Spitze kommentiert. Doch quälend lange hatten sich die Europäer nicht auf das Gemeinschaftsprojekt mit den Amerikanern einigen können. Schuld war vor allem ein Streit zwischen Deutschland und Frankreich, bei dem es eigentlich um etwas anderes ging: die Zukunft der Ariane-Rakete.

Doch so lange die nicht geklärt war, gab es auch beim ISS-Beitrag keine Fortschritte. Deutschland machte sich für eine Weiterentwicklung des bisherigen Ariane-Modells und die MPCV-Kooperation mit der Nasa stark. Frankreich wollte dagegen eine ganz neue Rakete entwickeln - und nicht mit den Amerikanern zusammenarbeiten. In beiden Fällen hofften die Regierungen mit ihrer Strategie, möglichst viele Hightech-Arbeitsplätze im eigenen Land zu halten.

Auf dem Esa-Gipfel in Neapel knickten die Franzosen Ende November dann ein. Die französische Forschungsministerin Geneviève Fioraso verkündete, dass sich ihr Land mit 20 Prozent an dem sogenannten Barter-Element beteiligt. Zuvor hatte auch Großbritannien erklärt, die MPCV-Zuarbeiten mit einer Einmalzahlung zu unterstützen: "Mit 20 Millionen Euro machen wir den Weg frei, dass der Deal vorankommt", so der zuständige Staatsminister David Willetts.

Wie nachhaltig die Zusammenarbeit mit den Amerikanern sein wird, muss sich noch zeigen. Die Nasa war zuletzt zum Beispiel aus unbemannten Mars-Projekten mit der Esa ausgestiegen - aus Kostengründen. Weil das Budget der Organisation jährlich festgelegt wird, haben Finanzpolitiker durchaus Spielraum zur Profilierung. Sie könnten auch das MPCV-Projekt noch beschneiden.

Die aktuelle Vereinbarung umfasst zunächst auch nur die Lieferung eines Servicemoduls. Damit sind die ISS-Kosten bis 2020 abgedeckt. Die Europäer hoffen freilich auf eine Fortsetzung der Kooperation darüber hinaus.

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insgesamt 39 Beiträge
1. Geldverschwendung
Gesinnungspreusse 15.01.2013
Das ganze ist zum Fenster rausgeworfenes Geld. Die Amerikaner sind nichtmehr die Pioniere von einst, sondern haben sich zu gierigen Krämerseelen gewandelt. Mit dem Ende des Shuttleprogramms sprangen sie zurück in die 70er und [...]
Das ganze ist zum Fenster rausgeworfenes Geld. Die Amerikaner sind nichtmehr die Pioniere von einst, sondern haben sich zu gierigen Krämerseelen gewandelt. Mit dem Ende des Shuttleprogramms sprangen sie zurück in die 70er und sind inzwischen nicht einmal mehr in der Lage, die ISS zu versorgen! Europa sollte sich auch in diesem Bereich mit Russland als Partner zusammentun, das Kliper Programm war wesentlich vielversprechender als ein Rückschritt zu Gemini/Apollo. Ich hege immer stärker den Verdacht, dass Europa von inkompetenten Schreibtischtätern gelenkt wird.
2. Womit will denn die ewig...
sappelkopp 15.01.2013
...klamme USA das bezahlen? Mit dem Geld der Europäer. Sorry, das ist auch weg...
Zitat von sysopDPA/ NASAEuropa wird entscheidende Technik für das neue Raumschiff der Nasa liefern. Es soll Astronauten nicht nur zur Internationalen Raumstation fliegen, sondern auch zu ferneren Zielen. Los geht es wohl mit einer unbemannten Reise um den Mond. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/vereinbarung-europaeer-bauen-am-us-raumschiff-der-zukunft-mit-a-877122.html
...klamme USA das bezahlen? Mit dem Geld der Europäer. Sorry, das ist auch weg...
3. 8
Layer_8 15.01.2013
"Der Testflug im Jahr 2017 soll es ohne Besatzung auf einer Bahn in Form einer Acht um den Mond führen." Det heißt "Lemniskate" und ist ein Spezialfall (Grenzfall) der Cassini-Kurven in der [...]
Zitat von sysopDPA/ NASAEuropa wird entscheidende Technik für das neue Raumschiff der Nasa liefern. Es soll Astronauten nicht nur zur Internationalen Raumstation fliegen, sondern auch zu ferneren Zielen. Los geht es wohl mit einer unbemannten Reise um den Mond. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/vereinbarung-europaeer-bauen-am-us-raumschiff-der-zukunft-mit-a-877122.html
"Der Testflug im Jahr 2017 soll es ohne Besatzung auf einer Bahn in Form einer Acht um den Mond führen." Det heißt "Lemniskate" und ist ein Spezialfall (Grenzfall) der Cassini-Kurven in der Newton'schen Mechanik bei gravitativen 3-Körperproblemen. Dabei rotiert diese Kurve im Takt der Erde - Mond- Wechselwirkung um den gemeinsamen Schwerpunkt... hmm, zu pedantisch?
4. Nichtmehr die Pioniere?
hbcd 15.01.2013
Ist mal ne sehr interessante Behauptung. Glauben Sie, dass die ESA es alleine geschafft hätte einen Roboter wie Curiosity auf dem Mars zu landen? Das hätte Niemand außer der NASA gepackt. Das Shuttleprogramm zu beenden war [...]
Ist mal ne sehr interessante Behauptung. Glauben Sie, dass die ESA es alleine geschafft hätte einen Roboter wie Curiosity auf dem Mars zu landen? Das hätte Niemand außer der NASA gepackt. Das Shuttleprogramm zu beenden war richtig. Nicht nur weil die Shuttle alt und sehr anfällig geworden sind wodurch ihre Wartung immer teurer wurde. Es erzwingt zwangsläufig die Entwicklung neuer Technologien und Transportmittel. Das ist gut so. Bei einer Zusammenarbeit mit den Russen wäre ich vorsichtig. Das kann schnell nach hinten losgehen. Denen fällt im Moment jedes zweite Raumvehikel aus dem Himmel oder aus dem Orbit wenn sie es denn dahin schaffen. Wie der Titel ISS schon sagt ist die Station international, warum sollen also die Amis alleine dafür verantwortlich sein sie zu versorgen. Der ATV ist billiger (30 Mio EUR pro Start) als der eingestellt Kliper und hat mehr als 3 mal soviel Kapazität. Es macht sinn die verwendeten Technologien weiter zu entwickeln und zu verwenden.
5. 20 Millionen?
robert.lechl 15.01.2013
Was sind schon 20 Million.. Da werden für den sinnlosen Stuttgarter Bahnhof 5.000 Million ausgegeben, aber Raumfahrt.. pah, da springen ja keine Luxusstadtwohnungen dabei raus.
Was sind schon 20 Million.. Da werden für den sinnlosen Stuttgarter Bahnhof 5.000 Million ausgegeben, aber Raumfahrt.. pah, da springen ja keine Luxusstadtwohnungen dabei raus.

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