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23.02.2013
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Satellitenbild der Woche

Die Abgelegenste

NASA

Fernab im Südatlantik liegt die Insel Tristan da Cunha, ihre kleine Siedlung gilt als abgelegenster Wohnort der Erde. Einst explodierte das Eiland bei einem Vulkanausbruch, die Bewohner wurden nach Europa gebracht. Vor die Wahl gestellt - bleiben oder zurückgehen? - fiel ihre Entscheidung eindeutig aus.

Hamburg - Napoleon Bonaparte hätte vermutlich bestätigt, was viele sagen: Die Inseln im Südatlantik gelten als abgelegenste bewohnte Gebiete der Erde. Napoleon wurde nach St. Helena verbannt, wo er starb. Ein Satellitenbild der US-Weltraumbehörde Nasa zeigt das Nachbar-Eiland Tristan da Cunha; eine Kolonne von Schönwetterwölkchen biegt sich um den 2000 Meter hohen Vulkan. Seine knapp 300 Bewohner dürften sozusagen am Ende der besiedelten Welt wohnen.

Die Bezeichnung Nachbar-Eiland erscheint allerdings nicht ganz treffend, denn von Nähe kann kaum die Rede sein. Tristan da Cunha liegt noch mal 2500 Kilometer weiter südlich im Atlantik als St. Helena. Das Festland ist weit: 2800 Kilometer sind es bis Südafrika, mehr als 3000 nach Südamerika und gut 3700 Kilometer zur Antarktis.

Die friedlich erscheinende Insel Tristan da Cunha ist explosiv, Magma rumort unter dem Meeresgrund. 1961 explodierte der Vulkan, begleitet von donnernden Felslawinen. In der einzigen Ortschaft namens Edinburgh of the Seven Seas kamen die Menschen zur Beratung zusammen. Sie entschlossen sich, gemeinsam an die Nordspitze zu fliehen.

Im Exil

Tags darauf setzten die Bewohner von Tristan da Cunha auf den unbewohnten Felsen Nightingale Island über. Großbritannien, zu dem die Inselgruppe gehört, sandte Hilfe - im November 1961 fanden sich die Insulaner in England wieder. Ihnen wurde ein kleiner Küstenort nahe der südenglischen Hafenstadt Southhampton zugewiesen.

Die britische Regierung glaubte, sich den Rücktransport der Provinzler sparen zu können. Doch als Geologen nach einer Expedition nach Tristan da Cunha erklärt hatten, der Ausbruch sei vorbei, forderten Insulaner die Rückkehr. Die Behörden ordneten eine Abstimmung an - und nur fünf Leute votierten für ihren Verbleib in Europa. Die anderen begannen Ende 1962 mit dem Wiederaufbau ihrer vom Vulkanausbruch zerstörten Häuser auf Tristan da Cunha, dem abgelegensten Wohnort der Erde.

boj

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