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Wissenschaft

Langzeitaufenthalt

Astronaut Gerst stellt Rekord im All auf

So lange war dann noch kein Deutscher im All: Am Samstag wird Astronaut Alexander Gerst die bisherige Bestmarke seines Kollegen Thomas Reiter knacken. Mehr als 350 Tage im Weltraum reichen auch für den europäischen Top-Platz.

Esa / Alexander Gerst / dpa

Alexander Gerst (r.) mit US-Kollegin Serena Auñón-Chancellor

Freitag, 07.12.2018   08:56 Uhr

Der Astronaut Alexander Gerst ist nicht nur der erste deutsche Kommandant auf der Internationalen Weltraumstation (ISS) - ab Samstag wird er auch noch der Deutsche mit der längsten Weltraumpraxis sein. Zählt man seine beiden Weltraummissionen zusammen, so hat Gerst am Samstag nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) 351 Tage im All verbracht. Damit breche er den bisherigen Rekord seines Kollegen Thomas Reiter, der 350 Tage im All gewesen sei, sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz.

Somit ist Gerst auch innerhalb der Europäischen Raumfahrtagentur Esa der Astronaut mit der längsten Zeit im All. Einige Russen und Amerikaner waren jedoch mehr als doppelt so lange im Weltraum.

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"Ich freue mich für Alex von ganzem Herzen, vor allem weil ich weiß, wie viel Arbeit, Mühen und Ausdauer notwendig sind, um so eine lange Zeit im Orbit zu verbringen", sagte Reiter. "Seine Arbeit als Wissenschaftler, als Bordingenieur und als Kommandant ist nun untrennbar mit der Geschichte der ISS verbunden. Nicht nur wir als europäische Astronauten und Kosmonauten können stolz darauf sein."

Einen deutschen Rekord behält Reiter übrigens vorerst: Er hat als Astronaut drei Außenbordeinsätze an der ISS absolviert. Gerst hat bisher einen. Zwei weitere Ausstiege waren dieses Mal geplant, kamen aber nicht zustande.

Ablösung ist da

Wie schon bei seiner ersten Mission 2014 lässt Gerst seine Follower auf Twitter an seiner Zeit im Weltraum teilhaben - mit beeindruckenden Bildern von der Erde und der Arbeit auf der ISS. Auf der Station hat er zuletzt unter anderem den Assistenzroboter "Cimon" getestet.

Am 6. Juni war Gerst zur ISS aufgebrochen. Seine Rückkehr zur Erde hatte sich nach dem Fehlstart zweier Kollegen aus Russland und den USA mit einer "Sojus"-Rakete im Oktober etwas verzögert. Inzwischen ist eine Ablösung aber auf der Internationalen Raumstation eingetroffen, US-Astronautin Anne McClain, der Kanadier David Saint-Jacques und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko. Gerst soll zusammen mit dem Russen Sergeij Prokopjew und der Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor am 20. Dezember zur Erde zurückfliegen.

chs/dpa

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