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Wissenschaft

Zwei Astronauten an Bord

Panne nach Start von "Sojus"-Rakete zur ISS - Notlandung

Beim Start eines bemannten Raumfluges zur Internationalen Raumstation ISS hat es eine Panne gegeben. Die zwei Raumfahrer mussten notlanden, sie sind am Leben.

Foto: DPA
Donnerstag, 11.10.2018   11:24 Uhr

Beim Start einer russischen "Sojus"-Trägerrakete mit zwei Astronauten an Bord hat es am Donnerstag einen Unfall gegeben. Beim Start vom Weltraumbahnhof Baikonur habe die zweite Stufe der "Sojus"-Trägerrakete versagt, teilten russische Raumfahrtquellen mit.

Wie die Nasa mitteilte, sei die Kapsel bereits wieder auf der Erde angekommen. An Bord waren der russische Kosmonaut Alexej Owtschinin und der US-amerikanische Astronaut Nick Hague. Den Informationen zufolge haben sie die Kapsel inzwischen verlassen. Der Russe und der US-Amerikaner seien am Leben, hieß es. Es gehe ihnen gut.

Such- und Rettungsteams hatten sich unmittelbar nach dem Vorfall auf den Weg zum geplanten Ankunftsort des Raumschiffs gemacht, teilte die Nasa auf Twitter mit. Auch vier Hubschrauber waren unterwegs. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge lag die Landestelle etwa 25 Kilometer entfernt von der kasachischen Stadt Dscheskasgan in Zentralasien.

Suche nach Unglücksursache beginnt

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sagte, der Start sei zunächst gut verlaufen. "Nach der Trennung der ersten Stufe aber hatten wir den Eindruck, dass es eine Art Blitz gab." Die Kapsel musste durch den Zwischenfall in einem steileren Winkel auf die Erde zurückkehren als üblich.

Die Ursache für den Fehlstart soll nun schnell aufgeklärt werden. Es sei bereits eine staatliche Kommission eingerichtet worden, schrieb der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, auf Twitter. Demnach sollen die Telemetrie-Daten der Rakete ausgewertet werden - dazu zählen etwa die Angaben zum Flugverlauf. Vorerst soll es zudem keine bemannten Flüge ins Weltall geben.

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Panne bei "Sojus"-Start: Raumfahrer mussten notlanden

Immer wieder Probleme mit "Sojus"-Kapseln

Die zwei Raumfahrer sollten am Vormittag zu einem etwa halbjährigen Forschungsaufenthalt auf der ISS aufbrechen. Sie sollten das Team um den Deutschen Alexander Gerst verstärken, der vor gut einer Woche das Kommando auf dem Außenposten der Erde übernommen hatte. Das Raumschiff "MS-10" hätte nach rund sechs Stunden Flugzeit am Nachmittag an die ISS andocken sollen. Die Besatzung der ISS wurde über den Fehlstart informiert.

Erst am vergangenen Donnerstag war eine russische "Sojus"-Kapsel von der ISS sicher auf die Erde zurückgekehrt. Die Kapsel mit den drei Raumfahrern Oleg Artemjew, Drew Feustel und Ricky Arnold hatte in der Steppe von Kasachstan aufgesetzt.

Zuletzt war die ISS in die Schlagzeilen geraten, weil in einer der angedockten "Sojus"-Kapseln ein Leck entdeckt wurde. Das Loch wurde abgedichtet. Die Ursache dafür ist bis heute unklar. Auch mit den "Sojus"-Raketen hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben.

Die USA hatten ihr Spaceshuttle-Programm 2011 eingestellt. US-Astronauten konnten seither nur noch mit russischen "Sojus"-Raketen zur ISS gelangen. Der Vertrag mit Russland läuft im November 2019 aus. Dann sollen SpaceX und Boeing übernehmen.

jme/koe/dpa/Reuters/AFP

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