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Wissenschaft

Lyridenschauer über Deutschland

Es regnet Sternschnuppen

Gut eine Woche lang leuchten Sternschnuppen am Himmel. Bei gutem Wetter haben Beobachter vor allem in zwei Nächten gute Chancen, ein Exemplar zu erspähen.

AFP

Lyriden (Aufnahme von 2013)

Sonntag, 15.04.2018   11:05 Uhr

Wer einen Wunsch offen hat, sollte von Montag an öfter mal einen Blick in den nächtlichen Himmel werfen. Für zehn Tage ist dann der Sternschnuppenstrom der Lyriden zu sehen. Zwar ist er nicht besonders stark, die Chancen auf freie Sicht stehen aber gut. Die Lyriden sind ungefähr vom 16. bis 25. April aktiv.

"Die Nächte in der ganzen nächsten Woche sind aus jetziger Sicht nur gering bewölkt oder klar", sagt Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Ein wenig benachteiligt seien die Ostsee, der Alpenraum und Sachsen.

Seinen Höhepunkt erreiche der Lyridenstrom in der Nacht vom 22. April (Sonntag) auf den 23. April, erklärt Dominik Elsässer von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) im südhessischen Heppenheim. Dann sollen bis zu 20 Meteore pro Stunde aufflammen. "Manchmal sind besonders helle Sternschnuppen dabei", sagt der VdS-Vorsitzende Sven Melchert. Die Nacht auf den 22. April sei ebenfalls vielversprechend.

Geschwindigkeiten um 50 Kilometer pro Sekunde

"Das Maximum des Sternschnuppenstroms wird bei zunehmendem Halbmond erwartet", sagt Astrophysiker Elsässer. Damit sei es einigermaßen dunkel. Der Mond gehe zudem um 3.00 Uhr unter, genau zu dem Zeitpunkt, wenn das Sternbild Leier am Horizont aufsteigt, wo die Sternschnuppen ihren Herkunftspunkt haben. Ein möglichst dunkler Ort jenseits von Großstadtlichtern eignet sich am besten als Beobachtungsposten.

Sternschnuppen entstehen, wenn winzige Gesteins- oder Metallteilchen auf die Erdatmosphäre treffen und dort verglühen. Im Fall der Lyriden stammen die Partikel aus dem Schweif des Kometen C/1861 G1 Thatcher. Jedes Jahre passiert die Erde diesen Teilchenstrom.

Die Lyriden sind schnelle Sternschnuppen, die mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometer pro Sekunde - das sind 180.000 Kilometer pro Stunde - in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Eine Reise von der Erde zum Mond würde bei dieser Geschwindigkeit nur zwei Stunden dauern.

jme/dpa

insgesamt 2 Beiträge
verspiegelt24 15.04.2018
1. Sind das wirklich Sternschnuppen???
Im Artikel steht, dass die Sternschnuppen ihren Ursprung im Sternbild Leier haben. Dann wäre es doch naheliegend, dass die Sternschnuppen nichts anderes sind als ein Angriff von Außerirdischen auf unsere Erde. Mit unbekannten [...]
Im Artikel steht, dass die Sternschnuppen ihren Ursprung im Sternbild Leier haben. Dann wäre es doch naheliegend, dass die Sternschnuppen nichts anderes sind als ein Angriff von Außerirdischen auf unsere Erde. Mit unbekannten Kräften treiben sie einen Kometen im unsere Richtung der nur Dank unserer Atmosphäre zerbricht und in Form von Sternschnuppen für uns sichtbar wird. Für die Verschwörungstheoretiker unter uns oder die "Die Merkel hat Schuld" Sager sage ich euch: Alles nur Spaß.
music3 15.04.2018
2. Ahnungslos?
Liebe Redaktion, ein langzeit-belichtetes Objekt am Himmel, welches seine Helligkeit in regelmäßigen Abständen ändert (wie auf dem Abbild) ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Satellit und keine Sternschnuppe. Das kann [...]
Liebe Redaktion, ein langzeit-belichtetes Objekt am Himmel, welches seine Helligkeit in regelmäßigen Abständen ändert (wie auf dem Abbild) ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Satellit und keine Sternschnuppe. Das kann ihnen jeder Amateur-Astronom bestätigen.

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