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Wissenschaft

Meteoriten-Auktion

600.000 Dollar für ein bisschen Mond

Der Brocken befand sich einst auf dem Mond. Ein Einschlag beförderte ihn ins All, später landete er auf der Erde. Nun wurde das Mondgestein versteigert.

DPA

Versteigerter Mondmeteorit

Samstag, 20.10.2018   16:26 Uhr

Mehr als 600 000 US-Dollar hat ein Käufer bei einer Auktion für einen Mondmeteoriten bezahlt. Das "Mondpuzzle" genannte Gestein besteht nach Angaben des Auktionshauses RR Auction aus sechs Einzelteilen, die zusammen fast 5,5 Kilogramm wiegen. Es war vermutlich durch den Einschlag eines anderen Gesteinsbrockens von der Oberfläche des Mondes abgesprengt worden, hatte die etwa 380.000 Kilometer zur Erde zurückgelegt und war bis auf die Erdoberfläche gelangt.

Der Meteorit war 2017 in einem abgelegenen Wüstengebiet in Mauretanien im Nordwesten Afrikas entdeckt worden. Nach Angaben des in Boston ansässigen Auktionshauses soll er nun Teil einer Touristenattraktion in der vietnamesischen Provinz Ha Nam werden. Er werde demnach in dem buddhistischen Komplex Tam Chuc öffentlich gezeigt. Käufer und Verkäufer blieben während der Auktion am Freitag (Ortszeit) anonym.

Dutzende Funde auf der Erde

Der Preis von 612.500 Dollar (533.500 Euro) überstieg die Erwartungen des Auktionshauses, das von einem Verkaufspreis von einer halben Million Dollar ausgegangen war. Demnach handelt es sich bei dem Meteoriten um das größte komplette Mondpuzzle, das jemals gefunden wurde.

Die Nasa führt eine Liste aller bis 2012 auf der Erde entdeckten Mondmeteoriten. Laut dieser Aufstellung handelt sich um insgesamt 80 Gesteinsbrocken, die zusammen immerhin 65 Kilogramm schwer sind. Dass es sich dabei tatsächlich um Material vom Mond handelt, leiten Wissenschaftler aus chemischen Analysen der Funde ab. Diese vergleichen Sie mit Analysen von Mondgestein, das bei Apollo-Missionen zur Erde gebracht wurde.

Mondmeteorite ermöglichen Forschern interessante Einblicke in die Vergangenheit unseres Begleiters. 2003 beispielsweise konnten Wissenschaftler einen Fund in der Wüste Arabiens auf einen Crash vor 3,9 Milliarden Jahre zurückführen, bei dem das Mare Imbrium auf dem Mond entstand.

hda/dpa

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