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Wissenschaft

Perseiden-Regen am Wochenende

Jede Minute eine Sternschnuppe

Der stärkste Meteorstrom des Jahres erreicht in der Nacht auf Montag sein Maximum. Pro Stunde werden dann mitunter mehr als 60 Sternschnuppen zu sehen sein.

DPA

Sternschnuppennacht auf dem Großen Feldberg im Taunus (Archiv)

Donnerstag, 09.08.2018   12:52 Uhr

Der alljährliche Sternschnuppenstrom der Perseiden verspricht in den kommenden Nächten einen wahren Meteorregen über Deutschland. Diesmal wird kein Mondlicht die Beobachtung der August-Sternschnuppen stören, wie das Heidelberger Haus der Astronomie und die Vereinigung der Sternfreunde im Vorfeld mitteilten.

Am Samstag ist Neumond - das ist eine gute Nachricht für Sternschnuppenjäger. Es bedeutet, dass bei wolkenfreiem Nachthimmel am Wochenende deutlich mehr Perseidenmeteore zu sehen sein werden als im Vorjahr. Damals überstrahlte der helle Mond nämlich viele lichtschwächere Meteore.

Fachleute rechnen beim Höhepunkt des Meteorschauers in der Nacht zum Montag maximal mit hundert Sternschnuppen pro Stunde. Im Schnitt können es rund 60 Meteore sein - also etwa eine Sternschnuppe pro Minute. Am höchsten sind die Chancen am späten Sonntagabend und am frühen Montagmorgen. Doch auch in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag dürften viele Meteore über das Firmament flitzen.

Gutes Wetter ist eine wichtige Voraussetzung

Zu sehen sind die Sommermeteore nur bei wolkenfreiem Himmel. Laut Deutschen Wetterdienst soll es in den Nächten ab Freitagabend tatsächlich vielerorts nur gering bewölkt oder sogar klar sein. Eher wolkenverhangenen Himmel erwarten die Meteorologen allerdings in der Nacht zum Samstag in der Nordseeregion, in der Nacht zum Sonntag im Norden Deutschlands und in der Nacht zum Montag im Westen und Nordwesten.

Ihren Namen haben die Sommermeteore vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt des Meteorstroms. In Wahrheit kommen die Perseiden aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf ihrer Bahn fliegt die Erde jedes Jahr im Juli und August durch den Teilchenstrom des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Partikel dringen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und verglühen.

Die größeren Meteore leuchten beim Verglühen in der Erdatmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber deutlich seltener sind sogenannte Feuerkugeln oder Boliden. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Hauptsache, es ist dunkel

Wer das Himmelspektakel verfolgen will, sollte sich einen möglichst dunklen Ort ohne künstliche Lichtquellen suchen. Am einfachsten ist dieser auf dem Land zu finden. Besondere Ausrüstung braucht man nicht. Wer den Himmel länger beobachten möchte, kann einen Campingstuhl oder eine Isomatte mitnehmen. Der Sternschnuppenstrom hält bis zum 24. August an, wird nach dem Höhepunkt am Ende des Wochenendes aber deutlich schwächer.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es der Legende zufolge an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

jme/AFP

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