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Wissenschaft

Planeten im Sommer

Venus, Mars und Jupiter leuchten besonders hell

Der Blick in den Nachthimmel zeigt in diesem Sommer eine Besonderheit: Venus, Jupiter und Mars sind ungewöhnlich hell zu sehen. Gleichzeitig wartet eine Mondfinsternis.

DPA

Der Mond (links), der Jupiter und die Venus am Nachthimmel in der Nähe von Budapest (Archiv)

Dienstag, 15.05.2018   10:56 Uhr

"Wir haben in den nächsten Monaten Planeten-Saison", sagte Astronomin Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) im südhessischen Heppenheim. Venus, Mars und Jupiter leuchteten in diesem Sommer besonders kräftig am Himmel.

Schon jetzt sei die Venus in der Dämmerung auffällig hell und auch der Jupiter schon gut erkennbar. "Das ist am Abendhimmel schön zu sehen." In ein, zwei Monaten werde die Venus sogar noch heller strahlen und sogar ihre Sichel erkennbar sein.

Mit dem Fernglas gut zu sehen

Dann sind die Nächte vielleicht auch wieder klarer. In den nächsten Tagen erschweren vielerorts Wolken die Sicht auf die Planeten, wie Meteorologin Magdalena Bertelmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach sagte. "Ein ganz klarer Himmel ist in den nächsten Tagen schwierig."

Besonders außergewöhnlich sei allein die gute Sicht auf Venus und Jupiter nicht, sagte Liefke. "Das ist alle ein, zwei Jahre so." Es komme auf die Umlaufzeit der einzelnen Planeten an. Schon mit einem kleinen Fernglas seien die Planeten besonders gut zu sehen. Im Juli wird aber zusätzlich auch der Mars nahe an der Erde zu sehen ein, was nicht so häufig der Fall ist.

Mondfinsternis und Mars in Erdnähe

Derzeit sei der rote Planet eher in den Morgenstunden gut sichtbar, so Liefke. Im Sommer dann wird er abends zu sehen sein. Besonders gut sei die Zeit um die totale Mondfinsternis am 27. Juli. Denn der Mars stehe in Erdnähe, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintauche. Zudem seien Mond und Mars um diese Zeit nicht weit voneinander entfernt. Das liegt an einer besonderen Planeten-Konstellation.

Der Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde und braucht deshalb knapp zwei Jahre für eine Sonnenumrundung. Auf seiner Bahn verändert sich sein Abstand zur Sonne. Der fernste Punkt liegt etwa 250 Millionen Kilometer von ihr entfernt, der naheste Punkt etwa 200 Millionen Kilometer.

Von der Erde aus ist der Mars daher nur dann besonders hell zu sehen, wenn er sich vergleichsweise nah an der Sonne befindet und die Erde ihn auf der Innenbahn überholt. Das passiert nur etwa alle 15 Jahre.

jme/dpa

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