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Wissenschaft

Zerstückeltes Bild aus dem All

Nasa veröffentlicht letzte Aufnahme von Weltraumteleskop "Kepler"

Vor Monaten ging "Kepler" der Treibstoff aus. Nun hat die Nasa das letzte Bild des Weltraumteleskops veröffentlicht - und verraten, warum es so zerstückelt ist.

NASA

"Keplers letztes Bild"

Donnerstag, 07.02.2019   18:39 Uhr

Im Oktober 2018 hatte der Weltraumteleskop "Kepler" keinen Treibstoff mehr. Seine Mission war damit nach neun Jahren und der Entdeckung von mehr als 2600 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems beendet. Nun hat die amerikanische Weltraumbehörde Nasa die letzte Aufnahme des Teleskops veröffentlicht. Astronomen sprechen vom "last light", dem letzten Licht.

Die Aufnahme vom 25. September 2018 zeigt in Richtung des Sternbildes Wassermann, berichtet die Nasa. In dem Bereich liegt das bekannte Planetensystem Trappist-1 mit seinen sieben Felsplaneten, von denen drei als zweite Erde gehandelt werden. Außerdem befindet sich im benachbarten Sternbild Fische das "GJ 9827"-Planetensystem. An einem seiner Planeten wollen Forscher die Atmosphäre ferner Himmelskörper untersuchen.

Doch irgendwas stimmt nicht an "Keplers" Bild. Vergleicht man es mit seiner ersten Aufnahme - dem "first light" - vom 8. April 2009, ist klar zu erkennen: Da fehlen einige Bildausschnitte (siehe unten). Doch es gibt eine Erklärung. Laut Nasa handelt es sich schlicht um Alterserscheinungen.

NASA

Vergleich des ersten Bildes (l.) und des letzten Bildes (r.)

Lange Laufzeit setzte Sensoren zu

Die "Kepler"-Mission war eigentlich nur für 3,5 Jahre angelegt. Am Ende lieferte das Teleskop 9 Jahre, 7 Monate und 23 Tage Daten. Die lange Laufzeit führte zu Schäden an der Kamera.

Diese besteht aus 42 lichtempfindlichen Bildsensoren (siehe Bild unten). Das erste "Kepler"-Bild ist daher aus 42 Kästchen zusammengesetzt. Jedes davon hat eine Auflösung von 1024 mal 2200 Pixel. Im letzten Bild aus dem September 2018 fehlen allerdings sechs Kästchen. An diesen Stellen ist das Bild schwarz.

NASA / Kepler mission

"Keplers" Bildsensoren

Die Ursache dafür sind defekte Bildsensoren. Sie sind über die Jahre kaputtgegangen und konnten im All nicht repariert werden. Wissenschaftler wissen, dass die Module sensibel sind und bauen Teleskope daher gezielt aus mehreren solcher Elemente zusammen. Fällt ein Sensor aus, kann das Teleskop dennoch weiterarbeiten. So waren selbst auf dem letzten Bild, das "Kepler" zur Erde schickte, noch leuchtende Sterne zu erkennen.

jme

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